TX verdoppelt Frequenz Schweden–Italien

2.500 Kilometer Schweden–Italien
TX verdoppelt Frequenz auf Europa-Route

TX Logistik baut seinen längsten durchgängigen Europa-Korridor aus. Zwischen Schweden und Italien fährt der 2.500 Kilometer lange Güterzug seit Oktober zweimal pro Woche statt einmal.

Güterzug von TX Logistik. Das Unternehmen erhöht die Frequenz seiner 2.500 Kilometer langen Verbindung zwischen Schweden und Italien.
Foto: TX Logistik

TX Logistik erhöht ausgerechnet in einem schwierigen Umfeld für den europäischen Schienengüterverkehr die Frequenz auf seiner längsten durchgängigen Europa-Relation. Seit dem 1. Oktober fährt das Eisenbahnlogistikunternehmen zweimal statt einmal pro Woche zwischen Schweden und Italien. Die rund 2.500 Kilometer lange Strecke verbindet Frövi in der mittelschwedischen Region Örebro mit Castelguelfo in der norditalienischen Provinz Parma. Nach Angaben von TX Logistik handelt es sich um den längsten durchgängigen Korridor im eigenen europäischen Netzwerk. Betrieben wird die Verbindung als geschlossenes Ganzzugsystem für das finnische Logistikunternehmen Nurminen Logistics. Gestartet war die Relation erst Ende Februar 2026. Nur gut sieben Monate später kommt nun die zweite wöchentliche Abfahrt hinzu.

Durch fünf Länder in zwei bis drei Tagen

Bemerkenswert ist vor allem die Länge der Verbindung. Von Castelguelfo geht es über Chiasso und Basel nach Deutschland, anschließend über Hamburg und Padborg nach Dänemark. Von dort führt die Strecke über die Öresundbrücke und Malmö bis nach Frövi. Damit durchquert der Zug Italien, die Schweiz, Deutschland, Dänemark und Schweden. Für die rund 2.500 Kilometer benötigt er laut TX Logistik etwa zwei bis drei Tage. Die Traktion übernimmt TX Logistik durchgehend mit modernen Multisystemlokomotiven. Sie ermöglichen grenzüberschreitende Verkehre unter den unterschiedlichen Strom- und Zugsicherungssystemen entlang des Korridors. Für TX-Logistik-Chef Gian Paolo Gotelli ist die zweite wöchentliche Abfahrt angesichts der derzeit schwierigen Marktbedingungen im Schienengüterverkehr keine Selbstverständlichkeit. Für Nurminen Logistics bringt die höhere Frequenz vor allem zusätzliche Kapazität und mehr Flexibilität bei der Planung von Lieferketten.

Mehr Platz für Container und Gefahrgut

Mit der zweiten wöchentlichen Abfahrt sollen sich zudem Wartezeiten verkürzen und die Anschlüsse an Straßen- und Seeverkehre verbessern. Gleichzeitig wird die Wagenflotte flexibler. Künftig sollen auf der Relation neben einer größeren Bandbreite unterschiedlicher Container auch Gefahrgüter transportiert werden können. Der Zug ist im Regelbetrieb mehr als 500 Meter lang. Aktuell werden vor allem Container mit Lebensmitteln und Getränken sowie Fliesen, Zellstoff, Holz, Papier und Stahl befördert. Auch Teilladungen können nach Unternehmensangaben in den Ganzzug integriert werden.

Zweite Abfahrt macht Schiene flexibler

Gerade die höhere Frequenz ist für die Attraktivität des Angebots entscheidend. Kunden müssen künftig nicht mehr eine ganze Woche auf die nächste Abfahrt warten. Gleichzeitig entstehen mehr Möglichkeiten, die Schienenverbindung mit Vor- und Nachläufen auf Straße und See zu kombinieren. TX Logistik positioniert den Korridor mit seiner Transitzeit von zwei bis drei Tagen als Alternative zum Straßengüterverkehr zwischen Italien und Schweden. Bei einer Entfernung von rund 2.500 Kilometern kann die Schiene dabei einen großen Teil des langen Hauptlaufs übernehmen. Dass die Frequenz bereits wenige Monate nach dem Start erhöht wird, zeigt zumindest, dass TX Logistik und Nurminen Logistics genügend Potenzial für eine zweite wöchentliche Abfahrt sehen.

In Kürze: die Key Facts

  • Unternehmen: TX Logistik und Nurminen Logistics
  • Relation: Frövi (Schweden) – Castelguelfo (Italien)
  • Entfernung: rund 2.500 Kilometer
  • Frequenz: seit 1. Oktober 2026 zweimal pro Woche statt einmal
  • Transitzeit: etwa zwei bis drei Tage
  • Länder: Italien, Schweiz, Deutschland, Dänemark und Schweden
  • Zuglänge: im Regelbetrieb mehr als 500 Meter
  • Betriebsform: geschlossenes Ganzzugsystem für Nurminen Logistics
  • Traktion: durchgehend durch TX Logistik mit Multisystemlokomotiven
  • Besonderheit: längster durchgängiger Korridor im europäischen Netzwerk von TX Logistik
  • Start der Verbindung: Ende Februar 2026