Die Stückgutkooperation NG.network baut ihr Netz in Baden-Württemberg aus und setzt dabei zugleich auf den weiteren Ausbau emissionsfreier Transporte. Seit Anfang August ist die Rüdinger Spedition offizieller Netzwerkpartner. Gemeinsam wollen beide Unternehmen neue „grüne Korridore“ für den Einsatz von E-Lkw schaffen. Seit Anfang August übernimmt das Unternehmen aus Krautheim die gesamte Eingangsmenge im Nahverkehrsgebiet im nordöstlichen Baden-Württemberg. Rüdinger zählt zu den Vorreitern bei der Elektrifizierung von Stückgutverkehren. Erst in diesem Jahr startete das Unternehmen den vollständig CO₂-freien Stückgutversand. Bereits heute sind 34 E-Lkw im Einsatz. Rund die Hälfte des Nahverkehrs wird elektrisch abgewickelt.
Gemeinsam neue grüne Korridore schaffen
Mit der Partnerschaft wollen NG.network und Rüdinger sogenannte grüne Korridore ausbauen. Gemeint sind feste Transportrelationen zwischen Netzwerkpartnern, die konsequent mit batterieelektrischen Lkw bedient werden. „Wir wollen in den nächsten zwei bis drei Jahren den Nahverkehr komplett auf Strom umstellen“, sagt Geschäftsführer Roland Rüdinger. Gemeinsam mit NG.network sollen dabei weitere Synergien für einen emissionsfreien Stückgutverkehr entstehen. Die notwendige Infrastruktur hat das Unternehmen bereits aufgebaut. Die E-Lkw werden über 20 eigene Ladepunkte versorgt, die unter anderem Strom aus einer Photovoltaikanlage nutzen.
Netzwerk gewinnt an Stabilität
Neben dem Nachhaltigkeitsaspekt stärkt die Partnerschaft auch die Struktur des Stückgutnetzes. Rüdinger übernimmt künftig die komplette Eingangsmenge im eigenen Nahverkehrsgebiet und arbeitet dabei auf Basis einer langfristigen Vereinbarung mit NG.network zusammen. „Mit Rüdinger haben wir eine beständige Lösung und einen starken Partner für die Region gefunden“, sagt Stephan Opel, Geschäftsführer von NG.network. Dadurch gewinne das Netzwerk an Planungssicherheit und könne gleichzeitig die Partner in der Region entlasten.
Perspektive für weiteres Wachstum
Für Rüdinger bedeutet die Zusammenarbeit zugleich den nächsten Schritt beim Ausbau des Stückgutgeschäfts. Das Unternehmen verfügt derzeit über 4.000 Quadratmeter Umschlagsfläche mit 35 Andocktoren und setzt insgesamt 220 eigene Fahrzeuge ein, davon 60 im Nahverkehr. Perspektivisch sollen die Umschlagskapazitäten weiter wachsen. Mit einigen Unternehmen aus dem NG.network-Netzwerk arbeitete die Spedition bereits zuvor zusammen. Dadurch verlief die Integration vergleichsweise unkompliziert. „Die Zusammenarbeit mit NG.network-Partnern war für uns eine Art Pilotprojekt“, erklärt Roland Rüdinger. Kurzfristig erhofft sich das Unternehmen eine höhere Sendungsverdichtung im Nahverkehr. Langfristig sollen neue Stückgutkunden gewonnen und die Mengen zwischen Ein- und Ausgangsverkehren ausgeglichen werden.
Einordnung
Die Aufschaltung zeigt, dass sich Stückgutkooperationen zunehmend über klassische Netzabdeckung hinaus entwickeln. Neben Sendungsverdichtung und Kapazitätsauslastung gewinnt die gemeinsame Elektrifizierung des Nahverkehrs an Bedeutung. Mit Rüdinger holt sich NG.network einen Partner ins Netz, der beim Einsatz von E-Lkw bereits heute zu den Vorreitern im deutschen Stückgutmarkt zählt.
In Kürze: die Key Facts
- Kooperation: NG.network und Rüdinger Spedition
- Start: August 2026
- Region: Nordöstliches Baden-Württemberg
- Aufgabe: Nahverkehr und Stückgutverteilung
- Fuhrpark Rüdinger: 220 Fahrzeuge
- E-Lkw: 34
- Elektrifizierungsgrad Nahverkehr: rund 50 Prozent
- Ziel: vollständige Elektrifizierung innerhalb von zwei bis drei Jahren
- Ladeinfrastruktur: 20 Ladepunkte
- Energieversorgung: Photovoltaikanlage
- Umschlagsfläche: 4.000 Quadratmeter
- Andocktore: 35
- Strategisches Ziel: Ausbau grüner Korridore für emissionsfreien Stückgutverkehr
- Besonderheit: langfristige Netzwerkvereinbarung für mehr Planungssicherheit







