Das Jahr 2025 verlief anders, als viele Spediteure es sich nach dem angekündigten Neustart der neuen Bundesregierung vorgestellt hatten. Auch bei Spediteur Roland Rüdinger aus dem baden-württembergischen Krautheim. Er hält trotz der herausfordernden wirtschaftlichen Lage am Ausbau der Elektromobilität fest
"Ich hatte nach der Bundestagswahl klare Leitlinien erwartet, die zu mehr Wachstum führen sollten", sagte der Unternehmer bei der Vorstellung der Unternehmensbilanz. Das Unternehmen erreichte einen Gesamtumsatz von 84,9 Millionen Euro, inklusive dem Busbereich. Im Logistikbereich betrug das Plus 0,6 Prozent. Vor allem der Fernverkehr, der einen Umsatzanteil von 28,4 Prozent hat, enttäuschte laut Rüdinger, der hier eine mangelnde Wettbewerbsfähigkeit für deutsche Unternehmen aufgrund nicht ausgeführter Kabotagekontrollen sieht. Anders sieht es bei den Teil- und Komplettladungen ab dem Rüdinger-Standort Attendorn in Nordrhein-Westfalen aus, die leicht zulegten. Und auch der Sammelgutbereich, der ebenfalls zu mehr als einem Viertel zum Umsatz beträgt, legte leicht zu. Als Unternehmer steht Rüdinger nach eigenen Angaben zu seiner Entscheidung, in Hoffnung auf ein Wachstum auch die Personal- und Fahrzeugkapazitäten leicht erhöht zu haben – gegenüber dem Vorjahr stieg die Mitarbeiterzahl des Familienunternehmens 2025 von 640 auf 700, der Fuhrpark wurde von 220 auf 230 Fahrzeuge erweitert.
Aktuell 36 E-Lkw in der Flotte
Zum Jahresende waren darunter 29 Elektro-Lkw, aktuell sind es bereits 36 – noch ganz neu sind die fünf E-Fuso mit Festaufbau (7,5 Tonnen). Und Rüdinger will die Elektromobilität weiter ausbauen, in der Transportlogistik wie auch im Busbereich, wo das Unternehmen etwa mit Schulfahrtdiensten Geld verdient. Für beides sind jeweils eine Million Euro geplant. Zudem soll weitere PV-Anlagen und Ladeinfrastruktur gebaut werden. Und auch die Erweiterung Leistung am Hauptstandort Krautheim um ein weiteres Megawatt soll 2026 kommen. Rüdinger hat sich dem Thema also verschrieben: Einer seiner Söhne hat die Wirtschaftlichkeitsberechnung der E-Mobilität im Familienunternehmen sogar zum Thema der Masterarbeit gemacht. Aber die notwendigen Investitionen sind hoch, auch wenn Rüdinger für 24 Fahrzeuge Mittel aus der Landesförderung BW e-Trucks erhalten hat. "Das ist Teil einer Hochlaufkurve und die ist leider sehr kapitalintensiv", sagt Rüdinger.
2025 hat das Unternehmen rund 2,8 Millionen in seine CO2-Neutralität investiert, Höhepunkt war die Einweihung des eigenen E-Ladeparks mit zehn Ladepunkte mit einer Leistung zwischen 50 und 400 Kilowatt. "Wir spielen hier zwischen LIS und E-Lkw einen Doppelpass", sagt der Spediteur: Für eine Million Euro kann er acht oder mehr Diesel-Fahrzeuge kaufen, jedoch nur vier BEV. Ebenso hoch sind die Kosten für die geplante Ladeinfrastruktur. Mit langen Abschreibungszeiten von 10 bis 15 Jahren sei das für Unternehmen mit Unsicherheiten keine Option.
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