Der Landmaschinenhersteller Fendt, Teil der globalen AGCO-Gruppe, will CO2-Emissionen sparen, auch in seiner Lieferkette. Zusammen mit Ansorge Logistik aus Biessenhofer, einem langjährigen Logistikpartner, setzt er im Werk-zu-Werk-Verkehr von Aspach-Bäumenheim nach Marktoberdorf auf eine Alternative zum Diesel.
Mehr Kapazität pro Fahrt: So funktioniert das neue Konzept
Ansorge Logistik nutzt für die 120 Kilometer lange Pendelstrecke von der Kabinenproduktion in Aspach-Bäumenheim zum eigenen Standort Biessenhofen seit neuestem eine Kombination aus elektrischer Zugmaschine und Lang-Lkw-Gespann vom Typ 2. Vorne dran also ein eActros 600, der ein Gespann aus einem Krone-Sattelauflieger mit 13,60 Meter Länge und einem Zentralsachsanhänger mit7,7 Meter Ladelänge zieht.
Pro Fahrt kann das Gespann zwischen sieben bis acht Kabinen transportieren, die in Biessenhofen zwischengelagert werden, um dann sequenziell der Traktorenproduktion in Marktoberdorf ans Band geliefert zu werden.
Im Vergleich: Beim bisherigen Transportkonzept wurden laut Dr. Jan Cachay, Vice President und Geschäftsführer der Fendt Produktion, vier bis fünf Kabinen pro Transport befördert. Der elektrifizierte Kabinentransport reduziere die Emissionen in der Fendt-Produktionslogistiik und sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer ressourceneffizienten Produktion, sagte Cachay bei einem vor-Ort-Termin in Biessenhofen.
Laut Ansorge-Geschäftsführer Benedikt Roßmann hat Ansorge aktuell täglich sechs der Lkw-Gespanne für den Kabinentransport im Einsatz. Die Kabinen werden mitsamt einem Transportgestell im Werk Aspach-Bäumenheim auf das Fahrzeuggespann verladen und dann im Pendelverkehr transportiert.
Zwischen 90 und 100 Kabinen verlassen so täglich das Werk. Bei einem Gewicht von einem bis maximal 1,5 Tonnen pro Kabine ist dies laut Roßmann das ideale Transportgut mit einer Nutzlast zwischen 18 und 19 Tonnen.
Mehr als zehn Jahre Erfahrung mit beiden Technologien
"Wir beschäftigen uns seit mehr als zehn Jahre mit dem Thema E-Lkw; und 2012 haben wir am ersten Feldversuch mit Lang-Lkw teilgenommen. Mit unserem Konzept bringen wir erstmals in der Gegenwart die beiden Technologie zusammen", sagte Roßmann.
Pro Strecke fahren die Lkw-Gespanne 120 Kilometer, aufgeladen werden die Fahrzeugbatterien bei einer Restreichweite von 50 bis 60 Kilometer am Standort Biessenhofen. Ín der regel schaffe ein Gespann 1,5 bis zwei Rundläufe, je nach Verkehrslage und Taktung im Werk.
Resilienz und Klimaschutz: 30 Prozent weniger CO₂ in der Lieferkette
Nicht nur erfüllt Ansorge damit den Wunsch von Fendt nach einem nachhaltigeren Transport, das Unternehmen sieht damit auch eine andere Aufgabe erfüllt: Zu zeigen, wie E-Mobilität vorteilhaft funktionieren kann."Wir müssen weniger Lkw-Transporte fahren, entlasten damit die Produktionsstandorte und die Region. Wir sparen zudem gegenüber Diesel-Transporten bis zu 30 Prozent sparen CO2 ein. Das sind im Vergleich 280.000 Liter Diesel im Jahr oder 740 Tonnen CO2 allein bei der tank-to-wheel-Betrachtung. Und wir sorgen für eine resilientere Lieferkette, da wir uns und die Fendt-Werke weniger abhängig von fossilen Kraftstoffen machen".





