BPEX zeigt „Glücksbringer“ der KEP-Branche

KEP & FUTURE in Berlin
BPEX zeigt „Glücksbringer“ der KEP-Branche

Die Kampagne „Die Glücksbringer“ des Bundesverband Paket- und Expresslogistik (BPEX) zeigt Zustellerinnen und Zusteller. Bei KEP & FUTURE in Berlin ging es unter anderem um ein besseres Image der Branche.

Kampagne „Die Glücksbringer“ des Bundesverband Paket- und Expresslogistik (BPEX) zeigt Zustellerinnen und Zusteller
Foto: BPEX

Der Bundesverband Paket- und Expresslogistik (BPEX) setzt sich mit der Social-Media-Kampagne „Die Glücksbringer“ für mehr Sichtbarkeit von Zustellerinnen und Zustellern ein (siehe Kasten). Die Beschäftigten der Paketdienste bezeichnet der BPEX als moderne Glücksbringer. Sie sorgen demnach für Glücksmomente an der Haustür, wenn die Bestellung zugestellt wird.

Chance für Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung

Marten Bosselmann, Vorsitzender des BPEX, machte Ende Mai bei der Veranstaltung KEP & FUTURE 2026 auf die Kampagne „Die Glücksbringer“ aufmerksam. Die Veranstaltung, die im PalaisPopulaire in Berlin stattfand, bildete den Abschluss der BPEX-Mitgliederversammlung. Zu den Gästen zählten daher viele Vertreter von BPEX-Mitgliedsunternehmen. Vertreter von Verbänden und Politik waren ebenfalls vor Ort. „85 Prozent unserer Mitarbeitenden haben keine abgeschlossene Berufsausbildung. Unsere Branche sorgt dafür, dass Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung auf dem ersten Arbeitsmarkt eine Chance bekommen“, sagte Bosselmann.

Jährlich 4,3 Milliarden Sendungen

Die Kampagne stellt Menschen vor, die bei den BPEX-Mitgliedsunternehmen arbeiten. Die persönlichen Geschichten sollen die Vielfältigkeit der Branche zeigen. Sie eröffne Menschen mit den verschiedensten Hintergründen Perspektiven. Vorurteile hinsichtlich schlechter Arbeitsbedingungen werden entkräftet. Einer Umfrage zufolge herrscht eine hohe Grundzufriedenheit unter den Zustellerinnen und Zustellern, die jährlich rund 4,3 Milliarden Sendungen befördern.

Marten Bosselmann, Vorsitzender des BPEX, machte bei KEP & FUTURE in Berlin auf die Kampagne „Die Glücksbringer“ aufmerksam.
BPEX/Oliver Betke

Marten Bosselmann, Vorsitzender des BPEX, machte bei KEP & FUTURE in Berlin auf die Kampagne „Die Glücksbringer“ aufmerksam.

Bosselmann nahm in seiner Rede auch zu anderen Themen Stellung. „Für unsere Mitgliedsunternehmen ist der gestiegene Mindestlohn ein Problem“, sagte Bosselmann. Der gesetzliche Mindestlohn liegt seit Januar 2026 bei 13,90 Euro brutto in der Stunde. 2027 soll der Betrag auf 14,60 Euro pro Stunde steigen.

BPEX fordert Industriestrompreis

Ein weiteres Problem stellen laut Bosselmann die gestiegenen Energiepreise dar. Die Branche setzt zwar verstärkt auf Elektro-Fahrzeuge in der Zustellung, doch hier ist der Industriestrompreis das Problem, den die KEP-Dienstleister nutzen wollen. „Wir sorgen dafür, dass Städte lebenswert sind und wollen daher auch den Industriestrompreis“, sagte Bosselmann.

Die Bundesregierung hat im April angekündigt, für die Jahre 2026 bis 2028 den Industriestrompreis einzuführen. Der Industriestrompreis soll nach Angaben des Bunds strom- und handelsintensive Unternehmen aus 91 Sektoren bei den Stromkosten entlasten. Der Zielpreis des Instruments liege bei 5 ct/kWh und werde auf Grundlage des Großhandelsstrompreises bestimmt.

Chinesische Plattformen prägen den Markt

Auf die Sichtbarkeit der KEP-Branche und chinesische Plattformen wie Shein und Temu ging Prof. Dr. Christoph Tripp, Experte und Trendforscher für Distributions- und Handelslogistik an der Technischen Hochschule Nürnberg ein. „Wir nehmen die KEP-Branche im Alltag negativ wahr“, sagte Tripp zu Beginn des Talks mit der Moderatorin und Journalistin Nena Brockhaus.

Entscheidend – auch für die öffentliche Wahrnehmung der Branche – sei, wie die chinesischen Plattformen den Markt weiter prägen werden. Chinesische Online-Versandhändler wie Shein und Temu machen nicht nur kleinen Händlern, sondern auch dem Versandriesen Amazon Konkurrenz.

Amazon bleibt wichtigste Plattform im Onlinehandel

Rund 60 Prozent der E-Commerce-Umsätze in Deutschland kommen laut Tripp von Plattformen – allen voran von Amazon. Die sogenannten China-Plattformen halten daran einen Anteil von etwa zehn Prozent. „Die China-Plattformen bauen ihre Marktposition aus und machen die Regeln“, sagte Tripp. Andererseits berichtete Tripp in Bezug auf die chinesischen Plattformen von einer „leichten Ernüchterungsphase“.

Preis ist nach wie vor das Hauptkriterium

Im anschließenden CEO-Talk, an dem die Führungskräfte der KEP-Dienstleister DPD, UPS, GLS und Hermes teilnahmen, äußerte sich auch Dr. Karsten Schwarz, CEO von DPD Deutschland, zu den Plattformen. „Kleine Händler werden immer abhängiger von großen Plattformen“, sagte Schwarz. Der Preis sei nach wie vor das Hauptkriterium und beflügele das Wachstum der Plattformen. Oft folge darauf jedoch die Erkenntnis, dass der Qualitätsstandard nicht stimmt. Tatsächlich warnt die Stiftung Warentest vor giftigen und gefährlichen Produkten von Temu und Shein und veröffentlichte eine Liste mit Artikelnummern von Waren mit Mängeln.

Service, Kosten und Mitarbeiterzufriedenheit

Dennis Kollmann, CEO bei Hermes Germany, nannte die drei wichtigsten Faktoren für Erfolg: Service, Kosten und die Mitarbeiterzufriedenheit müssten im Gleichgewicht sein. „Das Finden und Binden von Mitarbeitern ist aufgrund des demografischen Wandels extrem schwierig geworden“, sagte Kollmann. Aufgrund der körperlichen Arbeit herrsche in den ersten Monaten eine hohe Fluktuation. „Wenn die Mitarbeiter sich damit angefreundet und Feuer gefangen haben, bleiben sie“, so Kollmann. Viele seien bereits seit rund 25 Jahren dabei.

Die Kampagne „Die Glücksbringer“ will genau diese zufriedenen Mitarbeitenden zeigen. Die Paketbranche und ihre Zustellerinnen und Zusteller rücken damit ins Rampenlicht – auf eine positive Art und Weise.

Die „Glücksbringer“-Kampagne des BPEX

  • Eine Kampagne der BPEX-Mitgliedsunternehmen DPD, GLS, GO! Express & Logistics, Hermes, Night Star Express, NOX und UPS.
  • Die Kampagne stellt Menschen vor, die bei den BPEX-Mitgliedsunternehmen arbeiten.
  • Die persönlichen Geschichten sollen die Vielfältigkeit der Branche und die Perspektiven, die sie eröffnet, zeigen – und so für ein positives Image sorgen.
  • Mehr Informationen unter www.gluecksbringer.info.