Die Deutsche Post baut den Gesundheitsschutz ihrer Zusteller deutlich aus. Nach einer zweijährigen Pilotphase führt das Unternehmen das Trainings- und Präventionsprogramm Ergo² bundesweit an rund 150 Standorten von Post & Paket Deutschland ein. Physiotherapeuten und Sportwissenschaftler begleiten die Beschäftigten künftig direkt am Arbeitsplatz und trainieren ergonomische Bewegungsabläufe sowie Maßnahmen zur Sturzprävention. Mit dem Programm reagiert Deutschlands größter Paketdienstleister auf die hohen körperlichen Belastungen in der Paketzustellung. Angesichts weiter steigender Paketmengen sollen gesundheitliche Beschwerden reduziert und Arbeitsunfälle vermieden werden.
Ergonomie wird Teil des Arbeitsalltags
Im Mittelpunkt der Initiative stehen kurze, praxisnahe Übungen, die unmittelbar in den Arbeitsablauf integriert werden. Zusteller trainieren beispielsweise das ergonomische Heben schwerer Pakete oder aktivieren beim Scannen gezielt die Rumpfmuskulatur. Die Übungen werden mit festen Arbeitsschritten verknüpft, damit sie dauerhaft in den Alltag übernommen werden. Ergänzt wird das Konzept durch Gleichgewichts- und Stabilitätsübungen. Sie sollen helfen, Stolper- und Sturzunfälle auf Treppen, unebenem Untergrund oder Schotterwegen zu vermeiden.
Rollout an 150 Standorten
Nach Angaben der Deutschen Post basiert die bundesweite Einführung auf den positiven Erfahrungen der vergangenen zwei Jahre. Das Unternehmen berichtet von einer hohen Akzeptanz bei den Beschäftigten sowie von einer spürbaren Entlastung im Arbeitsalltag. „Die Gesundheit der Mitarbeitenden hat für uns als Arbeitgeber oberste Priorität“, sagt Thomas Schneider, Personalchef von Post & Paket Deutschland. Prävention solle künftig fester Bestandteil des Arbeitsalltags werden und nicht auf einzelne Maßnahmen beschränkt bleiben. Für seinen Ansatz wurde das Programm bereits mit dem Corporate Health Award 2025 in der Kategorie Ergonomie ausgezeichnet.
Deutsche Post fordert gesetzliche Gewichtsgrenze
Parallel zum Präventionsprogramm bekräftigt die DHL Group ihre Forderung nach einer gesetzlichen Gewichtsobergrenze für Pakete. Nach Auffassung des Unternehmens sollte das maximale Paketgewicht auf 23 Kilogramm begrenzt werden. Mit Blick auf das anhaltende Wachstum des Paketmarktes sieht die Deutsche Post darin einen wichtigen Beitrag zum langfristigen Gesundheitsschutz der Zustellerinnen und Zusteller.
Paketboom erhöht körperliche Belastung
Die Einführung des Programms fällt in eine Phase, in der die Paketbranche weiter wächst. Mehr Sendungen bedeuten für Zusteller häufig mehr Hebevorgänge, längere Touren und eine höhere körperliche Belastung. Mit Ergo² verfolgt die Deutsche Post deshalb einen präventiven Ansatz: Gesundheitsschutz soll nicht erst bei Beschwerden beginnen, sondern direkt in den täglichen Arbeitsablauf integriert werden. Damit will das Unternehmen langfristig Ausfallzeiten reduzieren, die Attraktivität des Berufs steigern und die Beschäftigten im zunehmend anspruchsvollen Zustellalltag unterstützen.
Was das für die Branche bedeutet
Die Initiative dürfte auch für andere Paketdienstleister Signalwirkung haben. Ergonomische Arbeitsplätze, Präventionsprogramme und technische Unterstützung gewinnen angesichts des Fachkräftemangels und steigender Paketmengen zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig rückt die Diskussion um das zulässige Höchstgewicht von Paketen erneut in den Fokus. Sollte sich die Forderung nach einer gesetzlichen 23-Kilogramm-Grenze durchsetzen, hätte dies Auswirkungen auf Verlader, Onlinehändler und die gesamte KEP-Branche.
In Kürze: die Key Facts
- Unternehmen: Deutsche Post DHL Group
- Programm: Ergo²
- Start des Rollouts: Juli 2026
- Umfang: rund 150 Standorte von Post & Paket Deutschland
- Ziel: Gesundheitsförderung und Prävention für Zusteller
- Schwerpunkte: Ergonomie, richtiges Heben und Tragen, Sturzprävention, Bewegungsabläufe
- Begleitung: Physiotherapeuten und Sportwissenschaftler
- Auszeichnung: Corporate Health Award 2025 (Ergonomics)
- Zusätzliche Forderung: gesetzliche Paketgewichtsgrenze von 23 Kilogramm
- Bedeutung für Logistikunternehmen: Prävention wird angesichts steigender Paketmengen und des Fachkräftemangels zu einem wichtigen Instrument der Mitarbeiterbindung und Arbeitssicherheit.







