Hupac: Neues Terminal bei Barcelona

Kombinierter Verkehr auf der Iberischen Halbinsel
Hupac eröffnet Terminal bei Barcelona

Hupac erschließt den spanischen Markt mit einem neuen Terminal bei Barcelona. Die Anlage verbindet zwei Spurweiten, bietet Kapazität für 130.000 Ladeeinheiten und stärkt den Kombiverkehr in Europa.

KI-generierte Darstellung eines intermodalen Terminals mit gelbem Portalkran, Hupac- und Combi-Connect-Logo. Ein Sattelauflieger wird über einem Güterzug verladen. Das Motiv illustriert den Ausbau des kombinierten Verkehrs zwischen Spanien und Europa. (KI-generierte Symbolmontage via OpenAI)
Foto: ETM/KI-generiert via OpenAI

Mit einem Terminal bei Barcelona will Hupac mehr Güterverkehr zwischen Spanien und dem übrigen Europa auf die Schiene bringen. Der Standort kann jährlich bis zu 130.000 Ladeeinheiten umschlagen und überwindet dabei eine der größten Hürden im internationalen Bahnverkehr: die unterschiedlichen Spurweiten.

Joint Venture Combiconnect betreibt Terminal

Spanien ist ein wichtiger Handelspartner für die europäische Logistik. Doch im grenzüberschreitenden Güterverkehr spielt die Schiene bislang eine vergleichsweise geringe Rolle. Das will Hupac ändern. Gemeinsam mit dem Partner, dem spanischen Logistikdienstleister TP Nova, hat der Schweizer Kombiverkehrsspezialist im katalanischen La Llagosta bei Barcelona ein neues Umschlagterminal aufgebaut, das die Iberische Halbinsel enger mit dem europäischen Schienengüterverkehrsnetz verbinden soll. Die Anlage wird vom Joint Venture Combiconnect Barcelona betrieben und ist bereits seit Januar 2026 im Einsatz. Am 19. Oktober wurde sie nun offiziell eingeweiht.

Unterschiedliche Spurweiten sind kein Hindernis mehr

Eine Besonderheit des Terminals ist seine technische Ausstattung. Die vier jeweils 700 Meter langen Umschlaggleise und die Bahnzufahrten sind sowohl für die europäische Normalspur als auch für die in Spanien verbreitete iberische Breitspur ausgelegt. Damit lassen sich Ladeeinheiten zwischen Zügen unterschiedlicher Spurweiten umschlagen, ohne dass die Güter selbst umgeladen werden müssen. Das sogenannte Gateway-Verfahren erleichtert die Verknüpfung spanischer Bahnverbindungen mit internationalen Transportkorridoren. Zwei Portalkräne übernehmen den Umschlag. Ein Schwerpunkt liegt auf kranbaren Sattelaufliegern mit P400-Profil. Gerade für Speditionen eröffnet dies zusätzliche Möglichkeiten, Transporte zwischen Spanien und anderen europäischen Märkten auf die Schiene zu verlagern.

Von Barcelona bis Duisburg und Antwerpen

Innerhalb Spaniens ist das Terminal mit wichtigen Wirtschaftsräumen wie Madrid, Valencia und Sevilla verknüpft. International reicht das Netzwerk unter anderem nach Antwerpen, Duisburg und Busto Arsizio in Norditalien. Über weitere Verbindungen erschließt Hupac auch Märkte in Skandinavien sowie in Mittel- und Osteuropa. Dazu zählen beispielsweise Warschau, Wien, Budapest und der rumänische Standort Curtici. Ein weiterer Vorteil ist die Nähe zum Hafen von Barcelona. Dadurch können künftig kontinentale Transportströme und maritime Lieferketten über den Standort miteinander verknüpft werden.

Hupac will Bahnanteil in Spanien steigern

Für Hupac ist La Llagosta das erste eigene Terminal auf der Iberischen Halbinsel und das elfte im europäischen Netzwerk. „Spanien ist eine der dynamischsten Volkswirtschaften Europas, doch nur ein kleiner Teil der Güter fährt hier bisher im Import und Export auf der Schiene“, erklärt Hupac-Präsident Hans-Jörg Bertschi. Mit dem neuen Standort wolle das Unternehmen zusätzliche Transportmengen für den kombinierten Verkehr gewinnen. Auch Hupac-CEO Britta Weber sieht in Barcelona eine Grundlage für weiteres Wachstum. Geplant ist, das Angebot abhängig von der Nachfrage durch zusätzliche Verbindungen, höhere Zugfrequenzen und weitere Dienstleistungen auszubauen. Konkrete Mengen für den bisherigen Betrieb oder einen Zeitplan für neue Verbindungen nennt Hupac nicht. Die technische Infrastruktur dafür ist mit dem neuen Terminal jedoch geschaffen.

In Kürze: die Key Facts

  • Betreiber: Combiconnect Barcelona, ein Joint Venture von Hupac und TP Nova
  • Standort: La Llagosta bei Barcelona, Spanien
  • Betriebsbeginn: Januar 2026
  • Offizielle Einweihung: 19. Oktober 2026
  • Umschlagkapazität: maximal 130.000 Ladeeinheiten
  • Infrastruktur: vier Umschlaggleise mit jeweils 700 Metern Länge und zwei Portalkräne
  • Spurweiten: europäische Normalspur und iberische Breitspur
  • Transportgut: Schwerpunkt auf kranbaren P400-Sattelaufliegern
  • Verkehrsnetz: Verbindungen zu spanischen Wirtschaftszentren sowie europäischen Logistikknoten wie Duisburg, Antwerpen und Busto Arsizio
  • Strategie: Ausbau des kombinierten Verkehrs zwischen der Iberischen Halbinsel und dem übrigen Europa