Die Hamburger Hafen und Logistik (HHLA) bekommt die Belastungen an ihren Containerterminals und im Schienennetz deutlich zu spüren. Im ersten Halbjahr 2026 brach das operative Ergebnis ein. Gleichzeitig gingen Containerumschlag und Transportmengen zurück. Für das Gesamtjahr passt der Hafenlogistiker deshalb seine Erwartungen nach unten an. Demnach stieg zwar der Konzernumsatz von Januar bis Juni um 3,0 Prozent auf 910,9 Millionen Euro. Das operative Betriebsergebnis (EBIT) sank jedoch von 79,4 auf 51,3 Millionen Euro – ein Rückgang um gut 35 Prozent.
Teilkonzern Hafenlogistik mit Millionenverlust
Noch deutlicher zeigt sich die Entwicklung im börsennotierten Teilkonzern Hafenlogistik. Dessen EBIT fiel von 72,4 auf 43,7 Millionen Euro. Die EBIT-Marge sank innerhalb eines Jahres von 8,4 auf 4,9 Prozent. Unter dem Strich stand nach Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter ein Verlust von 8,3 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2025 hatte die HHLA noch einen Überschuss von 15,3 Millionen Euro ausgewiesen.
Containerumschlag sinkt um 6,7 Prozent
Eine Ursache sind rückläufige Mengen. An den HHLA-Terminals wurden im ersten Halbjahr 2,959 Millionen TEU umgeschlagen. Das waren 6,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Besonders deutlich fiel das Minus in Hamburg aus. Dort sank der Containerumschlag um 7,3 Prozent auf 2,786 Millionen TEU. Nach Angaben der HHLA wirkten mehrere Faktoren zusammen: der starke Wintereinbruch zu Jahresbeginn, die laufende Modernisierung und Automatisierung der Hamburger Containerterminals sowie geopolitische Spannungen und Veränderungen internationaler Warenströme. Hinzu kamen Verschiebungen infolge der Neuordnung von Reederei-Allianzen. Rückgänge bei wichtigen Überseeverkehren und im Feederverkehr konnten durch Wachstum auf anderen Relationen nur teilweise ausgeglichen werden. Die internationalen Terminals entwickelten sich dagegen besser. Ihr Umschlag legte um 4,6 Prozent auf 173.000 TEU zu. Vor allem das Container Terminal Odessa verzeichnete höhere wasserseitige Mengen.
Terminalumbau belastet Ergebnis
Trotz des deutlichen Mengenrückgangs blieb der Umsatz im Segment Container mit 426,6 Millionen Euro nahezu stabil. Dabei halfen unter anderem höhere Lagergelderlöse durch längere Verweildauern von Containern. Das EBIT des Segments brach allerdings um 59,9 Prozent von 42,8 auf 17,2 Millionen Euro ein. Neben gestiegenen Personal- und Energiekosten nennt die HHLA insbesondere die laufende Terminalmodernisierung als Belastung für die Produktivität. An den Investitionen will das Unternehmen dennoch festhalten. „Die Modernisierung unserer Hamburger Containerterminals ist eine entscheidende Investition in die Zukunftsfähigkeit der HHLA“, sagt Vorstandsvorsitzender Jeroen Eijsink. Die Maßnahmen beeinflussten zwar derzeit das operative Geschäft, seien aber notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu stärken.
Schienennetz bremst Intermodalgeschäft
Auch im Intermodalgeschäft gingen die Mengen zurück. Insgesamt transportierte die HHLA 985.000 TEU und damit 1,2 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2025. Die Bahntransporte sanken um 1,0 Prozent auf 855.000 TEU, die Straßentransporte um 2,4 Prozent auf 130.000 TEU. Bei der Schiene machten sich vor allem geringere Verkehre mit den adriatischen Seehäfen und im deutschsprachigen Raum bemerkbar. Zusätzlich belasteten Baustellen auf wichtigen Transportstrecken und die hohe Auslastung der norddeutschen Seehäfen. Finanziell hielt sich das Segment dennoch vergleichsweise stabil. Der Umsatz stieg dank Preisanpassungen und eines veränderten Umsatzmixes um 6,3 Prozent auf 425,5 Millionen Euro. Das EBIT sank lediglich um 1,6 Prozent auf 47,5 Millionen Euro.
HHLA korrigiert Prognose für 2026
Die Belastungen fallen inzwischen stärker aus als von der HHLA erwartet. Das Unternehmen geht zudem nicht mehr davon aus, die Folgen des Wintereinbruchs vom Jahresanfang im weiteren Jahresverlauf vollständig ausgleichen zu können. Für den Teilkonzern Hafenlogistik erwartet der Vorstand deshalb inzwischen einen leichten Rückgang des Containerumschlags im Gesamtjahr. Beim Containertransport wird dagegen weiterhin mit einem leichten Plus gerechnet. Das erwartete EBIT liegt nun bei 135 bis 155 Millionen Euro. Auf Konzernebene rechnet die HHLA mit einem deutlichen Umsatzanstieg und einem operativen Ergebnis zwischen 150 und 170 Millionen Euro. An ihrem hohen Investitionstempo hält die HHLA trotz der schwächeren Ergebnisentwicklung fest. Für 2026 sind weiterhin konzernweit 430 bis 480 Millionen Euro vorgesehen. Davon sollen 400 bis 450 Millionen Euro in die Hafenlogistik fließen.
In Kürze: die Key Facts
- HHLA-Umsatz H1 2026: 910,9 Mio. Euro (+3,0 %)
- Konzern-EBIT: 51,3 Mio. Euro nach 79,4 Mio. Euro
- Containerumschlag: 2,959 Mio. TEU (-6,7 %)
- Hamburger Terminals: 2,786 Mio. TEU (-7,3 %)
- Containertransport: 985.000 TEU (-1,2 %)
- Neue EBIT-Prognose 2026: 150 bis 170 Mio. Euro
- Investitionen 2026: weiterhin 430 bis 480 Mio. Euro







