Straßentransport gewinnt Marktanteile

Güterverkehr wächst 2026 leicht
Straßentransport gewinnt Marktanteile

Der Güterverkehr in Deutschland ist 2025 erneut zurückgegangen und soll sich 2026 nur leicht stabilisieren. Vor allem der Straßentransport entwickelt sich besser als die Schiene, die weiter unter strukturellem Druck steht. Wie sich die Unterschiede zwischen Straße und Schiene weiter entwickeln.

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Foto: Adobe Stock - schapinskaja

Der Güterverkehr in Deutschland ist 2025 erneut zurückgegangen. Das Transportaufkommen sank um 0,4 Prozent, die Transportleistung um 1,5 Prozent. Damit setzte sich die schwache Entwicklung der Vorjahre fort. Maßgeblich waren die gedämpfte Konjunktur, ein rückläufiger Außenhandel sowie die anhaltende Krise in der Bauwirtschaft.

Straßentransport entwickelt sich stabiler

Im Straßengüterverkehr stagnierte das Transportaufkommen 2025 mit -0,1 Prozent nahezu. Die Transportleistung ging um 0,9 Prozent zurück und lag damit erneut unter dem Vorjahresniveau. Dennoch entwickelte sich der Straßentransport im Vergleich zu anderen Verkehrsträgern stabiler. Für 2026 wird eine leichte Belebung erwartet. Sowohl Aufkommen als auch Leistung sollen um jeweils rund ein Prozent steigen. Hintergrund ist vor allem eine erwartete Erholung der Bauproduktion. Sie gilt als zentrale Nachfragequelle für den Lkw-Verkehr.

Schienengüterverkehr verliert weiter

Deutlich schwächer entwickelte sich der Schienengüterverkehr. 2025 sank das Transportaufkommen um 2,8 Prozent, die Transportleistung um 3,1 Prozent. Damit spiegeln sich sowohl die schwache Industrieproduktion als auch strukturelle Probleme im Netz wider. Neben fehlenden konjunkturellen Impulsen belasteten vor allem Großbaustellen und eine störanfällige Infrastruktur den Betrieb. Für 2026 erwarten die Prognostiker keine Trendwende. Das Aufkommen soll um weitere 0,9 Prozent sinken, die Leistung um 2,2 Prozent.

Kombinierter Verkehr ohne Impulse

Der kombinierte Verkehr entwickelte sich ebenfalls rückläufig. 2025 ging das Transportaufkommen um 2,0 Prozent zurück, die Leistung um 1,7 Prozent. Besonders betroffen waren Gütersegmente mit hoher industrieller Abhängigkeit. Dazu zählen Metalle, Baurohstoffe sowie Teile der Konsumgüter. Für 2026 wird lediglich eine leichte Stabilisierung erwartet. Ein deutlicher Aufschwung ist nicht erkennbar, da wesentliche Nachfrageimpulse weiterhin fehlen.

Gesamtmarkt mit moderater Erholung

Für 2026 rechnen die Prognostiker mit einer leichten Erholung des Gesamtmarkts. Das Transportaufkommen soll um 0,7 Prozent steigen, die Transportleistung um 0,2 Prozent. Grundlage sind ein erwartetes Wirtschaftswachstum von rund einem Prozent sowie eine Belebung des Außenhandels. Mittelfristig bis 2029 wird ein durchschnittliches Wachstum von rund 0,9 Prozent pro Jahr erwartet. Dennoch bleibt das Transportaufkommen deutlich unter dem Niveau des Jahres 2019. Insbesondere im Straßengüterverkehr wird das Vorkrisenniveau auch langfristig nicht vollständig erreicht.

Risiken durch geopolitische Unsicherheiten

Die Prognose steht unter erheblichen Unsicherheiten. Genannt werden insbesondere geopolitische Konflikte, etwa im Nahen Osten, sowie mögliche handelspolitische Spannungen. Diese Faktoren können Energiepreise und internationale Lieferketten kurzfristig beeinflussen. Zusätzliche Belastungen ergeben sich aus steigenden CO₂-Kosten sowie offenen Fragen bei den Trassenpreisen im Schienenverkehr. Diese Rahmenbedingungen wirken sich direkt auf die Kostenstruktur der Verkehrsunternehmen aus und beeinflussen die Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen Verkehrsträger.