MAN: Emissionen sparen bei Fahrzeugauslieferung

Emissionen sparen bei der Fahrzeugauslieferung
MAN verbindet Schiene und E-Lkw

„Electrifying Outbound“: MAN Truck & Bus und der Logistikpartner VEGA International erproben ein neues Transportkonzept für die Fahrzeugauslieferung per Schiene und Fahrzeugtransporter mit Elektroantrieb.

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Foto: THOMAS BRAEUNG, MAN Truck & Bus

MAN Truck & Bus und Logistikpartner VEGA International (Sitz in Salzburg/Österreich) wollen künftig bei der Fahrzeugauslieferung auf ein intermodales Konzept aus Schienentransport und E-Lkw setzen und damit CO₂-Emissionen einsparen.

Klimaschonende Lieferketten realisieren

„VEGA ist seit vielen Jahren ein starker und innovativer Partner für unsere Outbound-Logistik. Gemeinsam arbeiten wir konsequent an Lösungen, um den CO₂-Fußabdruck unserer Produkte stetig weiter zu reduzieren. Die Kombination aus Elektro-Lkw mit anderen Zero-Emission-Transportmitteln zeigt, wie klimaschonende Lieferketten intelligent realisiert werden können“, so Michael Kobriger, Vorstand für Produktion und Logistik bei MAN Truck & Bus.

Erfahrungen mit dem neuen Konzept haben beide Partner im Rahmen einer Praxistestphase in Nordwestdeutschland gesammelt. Jetzt soll das Konzept, das den Einsatz von MAN eTGX für die Letzte Meile beinhaltet, ausgeweitet werden. Bis Ende 2026 insgesamt 30 bis 40 MAN eTGX in den Einsatz gehen.

Dekarbonisierung der Fahrzeugauslieferung

Durch dieses Konzept können rund 2.700 Tonnen CO₂ pro Jahr eingespart werden.

„Mit den beiden eTGX sammeln wir wertvolle Erfahrungen im anspruchsvollen Realbetrieb, der jeden Tag unterschiedliche Strecken und Entladeorte bereithält. Dabei haben sich Batteriereichweite und Einsatztauglichkeit der Fahrzeuge hervorragend bewährt. Diese Erkenntnisse nutzen wir, um gemeinsam mit unseren Partnern weitere Transportrouten zu elektrifizieren“, sagt Franz Blum, CEO von VEGA.

Hauptlauf auf der Schiene

Für die Auslieferung der Neufahrzeuge aus dem MAN-Produktionswerk im polnischen Krakau kommen die Fahrzeuge im Hauptlauf auf die Schiene. Der Schienentransport nach Nordwestdeutschland ist laut MAN Teil des sogenannten LionXpress. Das Transportkonzept basiert auf zwei Zugrelationen nach Deutschland und Österreich, das MAN mit seinen Logistikpartnern sukzessive weiter ausbaut. Seit Projektstart im Juni 2023 hat VEGA demnach mehr als 11.000 Lkw klimafreundlich per Zug transportiert und 6.000 Tonnen CO₂ eingespart.

Insgesamt konnten mit beiden Zugkonzepten des LionXpress beim Transport von über 22.000 Lkw rund 10.400 Tonnen CO₂ eingespart werden. Das patentierte Verladekonzept von VEGA „r2L Connectoren“ ermöglicht, so eine Mitteilung des Fahrzeugherstellers, auch die Bahnverladung von Lkw mit bis zu 4,2 Metern Bauhöhe.

Letzte Meile per E-Lkw

Der Einsatz von Elektro-Lkw zur Auslieferung der Neufahrzeug elektrifiziert die gesamte Logistikkette vom Produktionswerk bis zum Endkunden. Dabei verteilen die MAN eTGX vom VEGA-Bahnterminal in Rheine bei Osnabrück aus wöchentlich rund 30 bis 40 fabrikneue Trucks im Umkreis von 300 Kilometer vollelektrisch und damit lokal emissionsfrei.

Maut MAN ist die Intiative „Electrifying Outbound“ Teil der langfristigen Nachhaltigkeitsstrategie von MAN. Bis 2030 sollen die CO₂-Emissionen im Fahrzeugauslieferungsprozess um 30 Prozent reduziert werden. Neben der Elektrifizierung der letzten Meile und dem Ausbau des Schienennetzes ist auch die Integration weiterer Bereiche wie der Ersatzteillogistik geplant.

VEGA elektrifiziert die Outbound-Logistik

VEGA selbst will die MAN eTrucks künftig neben der Outboundlogistik für MAN auch für den Vorlauf von Neu-Trailern der VEGA-Kunden Krone und Schmitz zum VEGA-eigenen Bahnterminal nach Rheine einsetzen. Zusätzlich seien weitere Konzepte zur CO₂-freien Logistik in der Traton Group in Ausarbeitung.

Ziel von VEGA ist demnach, bereits bis 2030 die gesamte Outbound-Logistikkette für die Nutzfahrzeugindustrie CO₂-frei zu ermöglichen. Basis dafür ist die ideale Kombination von Bahntransport und Elektro- sowie Wasserstoff-LKW für die letzte Meile.

Logistikdienstleister investiert massiv in Flottenumstellung

VEGA investiert dazu über 30 Millionen Euro in ein eigenes Lade- und Solarparknetz in den bestehenden zehn Niederlassungen in ganz Europa, um weitgehend unabhängig von öffentlicher Ladeinfrastruktur zu sein; laut der Mitteilung hat sich VEGA in Deutschland zudem einem Unternehmen beteiligt, das sich auf die Produktion von grünem Wasserstoff spezialisiert hat. Insgesamt 80 bis 100 Millionen Euro will der Logistiker demnach zudem investieren, um den bestehenden Fuhrpark von fossilem Treibstoff auf BEV und Wasserstofffahrzeuge umzurüsten.