Elkas in Eigenverwaltung: Investor gesucht

Ladungsträger-Hersteller Elkas saniert sich
Eigenverwaltung: Investor gesucht

Elkas Logistic Solutions geht in Eigenverwaltung. Der Hersteller von Ladungsträgern für industrielle Logistik produziert weiter und sucht zur langfristigen Finanzierung nun einen Investor.

Ladungsträger von Elkas Logistic Solutions in einer Produktionshalle mit Mitarbeitenden und Gabelstapler.
Foto: ETM/KI-generiert via OpenAI

Der Hersteller von Ladungsträgern Elkas Logistic Solutions will sich in einem Eigenverwaltungsverfahren neu aufstellen. Das Amtsgericht Marburg hat einem entsprechenden Antrag des Unternehmens zugestimmt. Produktion und Lieferungen sollen während der Sanierung weiterlaufen. Parallel sucht Elkas nach einem Investor.

Schwäche der Automotive-Branche trifft Elkas

Anders als der Firmenname vermuten lässt, ist Elkas Logistic Solutions kein Logistikdienstleister. Das Unternehmen aus dem hessischen Gladenbach entwickelt und produziert Transport- und Lagerbehälter sowie Ladungsträger, die unter anderem in industriellen Logistikprozessen eingesetzt werden. Zum Angebot gehören standardisierte und modular aufgebaute Universal-Ladungsträger sowie kundenspezifische Sonderladungsträger. Einen Schwerpunkt bildet nach Unternehmensangaben die Automobilindustrie. Damit trifft die derzeitige Schwäche der Automotive-Branche Elkas indirekt über seine Kunden. Als Gründe für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten nennt das Unternehmen hohe Strom- und Rohstoffpreise sowie stagnierende Auftragszahlen. Kunden würden wegen der schwachen Konjunktur ihre Produktion drosseln und entsprechend weniger bestellen.

Elkas Logistic Solutions sucht einen Investor

Mit der Eigenverwaltung will Elkas nun vor allem seine Finanzierung langfristig neu ordnen. Dazu strebt das Unternehmen auch den Einstieg eines Investors an. Zuletzt erzielte der Hersteller nach eigenen Angaben einen Jahresumsatz von rund acht Millionen Euro. Geschäftsführer Konrad Freitag betont, dass Elkas nicht zahlungsunfähig sei. Das Verfahren werde vielmehr frühzeitig genutzt, um eine langfristige Lösung zu finden. Der operative Betrieb soll währenddessen unverändert weitergehen. „Wir fertigen und liefern wie gewohnt weiter, die Versorgung unserer Kunden ist weiterhin in vollem Umfang gewährleistet“, erklärt Freitag. Die Löhne und Gehälter der rund 60 Beschäftigten werden nach Angaben des Unternehmens bis einschließlich Oktober über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit abgesichert. Zudem sei der Geschäftsbetrieb für mindestens drei Monate durchfinanziert.

Ladungsträger für industrielle Logistik

Die Produkte von Elkas erfüllen eine wichtige Funktion innerhalb industrieller Lieferketten. Ladungsträger sorgen dafür, Bauteile und andere Güter zwischen Produktion, Lager und Montage geschützt und möglichst effizient transportieren zu können. Insbesondere in der Automobilindustrie kommen dafür vielfach speziell auf einzelne Komponenten und Produktionsabläufe abgestimmte Behälter und Gestelle zum Einsatz. Elkas setzt dabei neben Standardprodukten auf ein Baukastensystem, mit dem sich Ladungsträger an unterschiedliche Anforderungen anpassen lassen. Falls solche Lösungen nicht ausreichen, entwickelt das Unternehmen individuelle Sonderladungsträger. Konstruktion und Fertigung erfolgen nach eigenen Angaben aus einer Hand. In Gladenbach unterhält Elkas zwei Werke. Am ersten Standort befinden sich unter anderem Musterbau, Schweißerei, Lackierung, Montage und Qualitätssicherung. Im zweiten Werk sind Zuschnitt, Stanzen und Robotik angesiedelt.

Sanierung bei laufender Produktion

Während der Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsführung für das operative Geschäft verantwortlich. Unterstützt wird Elkas bei der Restrukturierung von Martin Schoebe von Greenmarck als Generalbevollmächtigtem. Rechtsanwalt Markus Benner begleitet das Verfahren rechtlich. Das Amtsgericht Marburg hat zudem Rechtsanwalt Hans-Jörg Laudenbach von Möller Theobald Jung Zenger zum vorläufigen Sachwalter bestellt. Er überwacht das Verfahren im Interesse der Gläubiger. In den kommenden Monaten dürfte damit vor allem die Investorensuche darüber entscheiden, wie Elkas seine Finanzierung dauerhaft stabilisieren kann. Für Kunden aus der Automobilindustrie und anderen Industriezweigen ist zunächst entscheidend: Die Produktion der Transport- und Ladungsträger läuft nach Angaben des Unternehmens während des Verfahrens weiter.

In Kürze: die Key Facts

  • Elkas Logistic Solutions hat Eigenverwaltung beantragt.
  • Das Amtsgericht Marburg hat dem Antrag zugestimmt.
  • Elkas ist Hersteller von Ladungsträgern, kein Logistikdienstleister.
  • Rund 60 Beschäftigte und etwa 8 Mio. Euro Jahresumsatz.
  • Produktion und Lieferungen laufen weiter.
  • Zur langfristigen Finanzierung wird ein Investor gesucht.