Contargo investiert Millionen in Emmerich

Contargo modernisiert in Emmerich
20 Millionen Euro für den Hafen

Wettbewerb im Hinterland: Mit neuer Containerbrücke, erweiterten Flächen und Millioneninvestitionen stärkt Contargo den Hafen Emmerich als trimodalen Logistikstandort.

Containerkran von Contargo Rhein-Waal-Lippe im Hafen Emmerich
Foto: Port Emmerich

Contargo treibt den Ausbau seiner Infrastruktur am Niederrhein weiter voran. Nach mehreren Jahren Bauzeit hat das Unternehmen jetzt die neue Containerbrücke im Hafen Emmerich offiziell übernommen. Dahinter steckt deutlich mehr als nur ein neuer Kran: Der Standort soll zu einem leistungsfähigeren Hinterland-Hub für die großen Seehäfen werden und gleichzeitig eine zentrale Rolle für die Verkehrswende spielen. Gerade im Containerverkehr zwischen Rotterdam, Antwerpen und dem europäischen Hinterland wächst der Druck auf leistungsfähige trimodale Terminals. Contargo setzt deshalb gezielt auf den Ausbau von Wasserstraße, Schiene und Straße an einem Standort, der für die Grenzregion zwischen Deutschland und den Niederlanden strategisch immer wichtiger wird.

Warum Emmerich für Contargo immer wichtiger wird

Das Terminal in Emmerich wird operativ von Contargo Rhein-Waal-Lippe betrieben und in mehreren Ausbaustufen modernisiert. In den vergangenen Jahren wurde die Fläche um insgesamt 12.000 Quadratmeter erweitert. Gleichzeitig investierte die Hafeneigentümerin Port Emmerich in neue Kranbahnen und die jetzt offiziell übergebene Containerbrücke. Die neue Anlage ersetzt einen veralteten Kran und soll den Umschlag effizienter und nachhaltiger machen. Für Contargo ist das ein wichtiger Schritt, weil der Standort unmittelbar an einer der wichtigsten europäischen Güterachsen liegt. Von Emmerich aus lassen sich Containerströme zwischen den Westhäfen und dem deutschen Hinterland flexibel auf Binnenschiff, Bahn und Lkw verteilen. Contargo-CEO Jürgen Albersmann bezeichnet den Standort deshalb als wichtigen Baustein für den Hinterlandverkehr der großen Seehäfen und zugleich als Grundlage für die weitere Entwicklung der deutsch-niederländischen Grenzregion zum Logistik-Hotspot.

Binnenhäfen werden zum Schlüssel der Verkehrswende

Dass der Ausbau politisch gewollt ist, zeigte auch der Auftritt von NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer bei der offiziellen Übergabe. Der Minister hob die Bedeutung trimodaler Binnenhäfen für Industrie, Mittelstand und klimafreundliche Lieferketten hervor. Gerade der Kombinierte Verkehr gewinnt für die Logistikbranche zunehmend an Bedeutung. Jeder Container, der per Schiff oder Bahn transportiert wird, entlastet Autobahnen, reduziert Emissionen und senkt den Druck auf den Straßengüterverkehr. Für Häfen wie Emmerich entsteht dadurch eine neue strategische Rolle: Sie werden zu Knotenpunkten, an denen verschiedene Verkehrsträger intelligent miteinander verknüpft werden.

Contargo investiert Millionen in den Standort

Die Investitionen in Kranbahn und Containerbrücke belaufen sich auf rund zwölf Millionen Euro. Insgesamt fließen nach Angaben des Unternehmens etwa 20 Millionen Euro in die Modernisierung der Infrastruktur des Emmericher Hafens. Unterstützt wird das Projekt über Fördermittel für den Kombinierten Verkehr. Dabei soll der Ausbau noch nicht abgeschlossen sein. Bereits 2022 wurde ein Förderantrag für die Erneuerung einer zweiten Containerbrücke gestellt. Kurz vor der offiziellen Übergabe erhielt Contargo dafür nach eigenen Angaben ein positives Signal der Fördermittelbehörde. Ziel ist es nun, die zweite Anlage bis 2028 zu ersetzen und die Kapazitäten weiter auszubauen.

Hinterlandverkehr wird zum Wettbewerbsfaktor

Für Contargo geht es bei solchen Investitionen längst nicht mehr nur um einzelne Terminals. Der Wettbewerb im europäischen Containerverkehr verlagert sich zunehmend ins Hinterland. Wer Container schneller, planbarer und klimafreundlicher zwischen Seehafen und Industrie transportieren kann, verschafft sich Vorteile bei Kosten, Zuverlässigkeit und Nachhaltigkeit. Mit mehr als 25 Containerterminals in mehreren europäischen Ländern zählt Contargo zu den größten Netzwerkbetreibern im Kombinierten Verkehr. Das Unternehmen verbindet die großen Westhäfen und Nordseehäfen mit Industrie- und Wirtschaftsregionen im Hinterland und betreibt dafür eigene Schiffs- und Bahnverbindungen. Gerade vor dem Hintergrund steigender Verkehrsbelastung, Klimaziele und wachsender Anforderungen an resiliente Lieferketten dürfte die Bedeutung solcher trimodalen Standorte weiter zunehmen.

In Kürze: die Key Facts

  • Unternehmen: Contargo Rhein-Waal-Lippe
  • Standort: Hafen Emmerich am Rhein
  • Projekt: Modernisierung und Ausbau des Containerterminals
  • Neue Infrastruktur: Containerbrücke und neue Kranbahnen
  • Terminalerweiterung: plus 12.000 Quadratmeter Fläche
  • Investitionssumme: rund 20 Millionen Euro
  • Investition Kran und Kranbahn: rund 12 Millionen Euro
  • Verkehrsträger: Wasserstraße, Schiene und Straße
  • Strategisches Ziel: Ausbau des Hinterlandverkehrs und Kombinierter Verkehr
  • Nächster Schritt: zweite neue Containerbrücke bis 2028 geplant