Jetzt ist die Entscheidung gefallen: Die Bundesregierung untersagt der chinesischen Staatsreederei Cosco die Übernahme von 80 Prozent der Hamburger Spedition Zippel. Ausschlaggebend sind Sicherheitsbedenken und mögliche Risiken für europäische Lieferketten.
Widerstandsfähigkeit europäischer Lieferketten gefährdet
Die chinesische Staatsreederei Cosco darf die Mehrheit an der Hamburger Spedition Konrad Zippel nicht übernehmen. Das hat die Bundesregierung am 7. Oktober 2026 beschlossen. Der geplante Erwerb von 80 Prozent der Unternehmensanteile wird aus Sicherheitsgründen untersagt. Das Bundeswirtschaftsministerium kündigte an, den entsprechenden Untersagungsbescheid zu erlassen. Zur Begründung erklärte das Ministerium, die Übernahme hätte bestehende Abhängigkeiten vertieft und die Widerstandsfähigkeit deutscher und europäischer Lieferketten gefährdet.
Kartellamt hatte Übernahme bereits genehmigt
Bemerkenswert ist die Entscheidung auch deshalb, weil das Bundeskartellamt den Einstieg von Cosco bereits im Februar 2026 aus wettbewerbsrechtlicher Sicht freigegeben hatte. Die anschließende Prüfung möglicher Sicherheitsrisiken führte nun jedoch zu einem anderen Ergebnis. Zippel ist im Containerhinterlandverkehr aktiv und organisiert Transporte per Bahn, Lkw und Schiff, insbesondere im Umfeld der Seehäfen Hamburg und Bremerhaven.
Zippel hätte sich anderes Ergebnis gewünscht
Zippel-Geschäftsführer Axel Plaß reagierte enttäuscht und hält den geplanten Verkauf weiterhin für unternehmerisch richtig. Für die rund 350 Beschäftigten und die Kunden soll sich zunächst nichts ändern. Der Geschäftsbetrieb läuft nach Unternehmensangaben unverändert weiter. Wie Cosco mit der Entscheidung umgehen wird, ist noch offen. Bereits zuvor hatte sich abgezeichnet, dass die Bundesregierung den Einstieg der chinesischen Staatsreederei verhindern könnte.
In Kürze: die Key Facts
- Entscheidung: Bundesregierung untersagt Cosco die Mehrheitsübernahme von Zippel
- Datum: 7. Oktober 2026
- Betroffenes Unternehmen: Konrad Zippel, Hamburg
- Geplanter Käufer: chinesische Staatsreederei Cosco
- Geplanter Anteilserwerb: 80 Prozent
- Begründung: Sicherheitsbedenken und Risiken für deutsche und europäische Lieferketten
- Kartellamt: hatte den Erwerb im Februar 2026 wettbewerbsrechtlich freigegeben
- Folgen: Geschäftsbetrieb bei Zippel läuft unverändert weiter; weiteres Vorgehen von Cosco offen







