Beuerlein treibt Elektrifizierung voran: Vom Fuhrunternehmen zum Profi für Materialkreisläufe

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Beuerlein treibt Elektrifizierung voran
Vom Fuhrunternehmen zum Profi für Materialkreisläufe

Rohstoffgewinnung, Entsorgung, Recycling, Erd- und Wasserbau, Hafenumschlag und Logistik: Die Beuerlein Gruppe mit Sitz in Volkach-Gaibach in Unterfranken hat sich in mehr als sechs Jahrzehnten von einem klassischen Fuhrunternehmen zu einem breit aufgestellten Spezialisten für mineralische Baustoffe und Materialkreisläufe entwickelt.

Lkw in Hof, Beuerlein Gruppe
Foto: Beuerlein Gruppe

Das in zweiter respektive dritter Generation von Bruno Beuerlein sowie seinen beiden Söhnen Steffen und Jan-Felix geführte Unternehmen, das in Sachen Sicherheit seit 60 Jahren auf die Expertise von DEKRA setzt, verfolgt einen konsequenten Kurs in Richtung Beschleunigung der Elektrifizierung.

Der elektrische Lkw steht auf dem Betriebshof in Gaibach. Neben ihm warten weitere Fahrzeuge auf ihren Einsatz. Die Anforderungen sind dieselben wie bei jedem anderen schweren Nutzfahrzeug: Material transportieren, zuverlässig funktionieren, wirtschaftlich arbeiten. Nur der Antrieb ist ein anderer. Rund 30 elektrische Pkw gehören inzwischen zum Fuhrpark, dazu kommen acht elektrische Lkw von Mercedes-Benz, MAN und Volvo. Je nach Modell erreichen sie Reichweiten zwischen etwa 300 und mehr als 500 Kilometern. Auch im Maschinenpark hält die Elektrifizierung Einzug. Zwei elektrische Radlader sind bereits im Einsatz, zwei weitere bestellt. 2027 wird das Unternehmen außerdem einen elektrischen Muldenkipper aus China mit 50 Tonnen Nutzlast testen. Die Zahlen zeigen: Die Elektrifizierung ist bei der Beuerlein GmbH & Co. KG angekommen. Und sie soll weitergehen.

Dabei verfolgt das Unternehmen einen pragmatischen Ansatz. Elektromobilität muss sich rechnen. Reichweite, Einsatzprofil, Ladezeiten und Verfügbarkeit müssen zu den jeweiligen Anforderungen passen. Gerade im schweren Baustellen- und Transportverkehr ist die Umstellung deshalb anspruchsvoller als bei einem Pkw-Fuhrpark. „Gleichzeitig ist für uns glasklar, dass die Elektrifizierung kommen muss – der Druck auf die Branche steigt, die Emissionen sollen sinken, die Energie effizienter genutzt werden“, sagt Firmenchef Steffen Beuerlein. Für ein Unternehmen, dessen Geschäft traditionell auf schweren Lkw, Baumaschinen und umfangreichen Materialbewegungen basiert, sei das schon eine besondere Herausforderung.

Der Strom kommt vom eigenen Gelände

Die Antwort darauf beginnt bei Beuerlein freilich nicht erst an der Ladesäule. Die wachsende Zahl elektrischer Fahrzeuge und Maschinen verlangt nach einer leistungsfähigen Ladeinfrastruktur. Am Standort Gaibach stehen bereits 14 AC-Ladepunkte und neun DC-Schnellladepunkte inklusive Mobilcharger zur Verfügung. Standortübergreifend verfügt Beuerlein aktuell über 18 Schnellladepunkte, deren Zahl auf über 50 steigen soll. Gleichzeitig stellt sich die Frage, woher der Strom kommt. Die Antwort lautet zunehmend: aus eigener Erzeugung. Auf dem Betriebsgelände in Gaibach verfügt Beuerlein über eine Photovoltaikanlage mit 3,6 MW Peak. Hinzu kommen zwei weitere Anlagen mit 800 und 300 kW Peak. Im Schotterwerk in Aub ist eine zusätzliche Anlage mit 700 bis 800 kW Peak geplant, die nach Möglichkeit 2027 in Betrieb gehen soll. Auf diese Weise entsteht ein System, das weit über die reine Anschaffung elektrischer Fahrzeuge hinausgeht. Eigene Photovoltaik erzeugt Energie, die Ladeinfrastruktur versorgt die elektrische Flotte, und die Fahrzeuge und Maschinen übernehmen ihre Aufgaben im Materialkreislauf. „Unser Ziel ist ein möglichst energieeffizienter und regionaler Kreislauf“, erklärt Tobias Lutz aus dem Bereich Logistik. Die Elektrifizierung werde so zu einem Bestandteil der gesamten Unternehmensstrategie.

Kontinuierliche Entwicklung

Dass das Unternehmen diesen Wandel aus einer vergleichsweise breiten Position heraus angehen kann, hängt mit seiner Geschichte zusammen. 1963 gründete Robert Beuerlein in Gaibach ein Fuhrunternehmen. 1978 kam mit der ersten Sandgrube in Volkach die Gewinnung und Aufbereitung mineralischer Rohstoffe hinzu. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich das Unternehmen Schritt für Schritt weiter. Aus dem Transporteur wurde ein Spezialist für Materialkreisläufe. Heute gehören Rohstoffgewinnung, Entsorgung, Recycling, Erd- und Wasserbau sowie Hafenumschlag und Logistik zum Portfolio.

Die Entwicklung war dabei stets von der Frage geprägt, wie sich unterschiedliche Materialströme miteinander verbinden lassen. Sand, Kies und Naturstein werden gewonnen, Baustoffe aufbereitet und recycelt, Materialien transportiert und nicht verwertbare Fraktionen fachgerecht entsorgt. Die Elektrifizierung fügt sich in diese Entwicklung ein. Sie ist kein isoliertes Projekt, sondern der nächste Schritt in einem System, das zunehmend versucht, Material- und Energiekreisläufe zusammenzudenken.

Die heutige Unternehmensstruktur ist das Ergebnis einer kontinuierlichen Entwicklung. In den 1980er-Jahren wurde der Fuhrpark erweitert und die Sandgrube Röthlein später zu einer Recycling- und Bodenbehandlungsanlage weiterentwickelt. 1992 zog Beuerlein auf das heutige Firmengelände um. Um die Jahrtausendwende kam der Bereich Entsorgung hinzu. Es folgten die Übernahme der Deponie Lindach, die Integration des Ziegelwerks Wander in Helmstadt und die Entwicklung der dortigen Recyclinganlage.

Mit Steffen Beuerlein stieg 2007 die dritte Generation ins Unternehmen ein, 2017 folgte Jan-Felix Beuerlein. 2020 wurde der Hafenumschlagplatz der Bavaria GmbH im Würzburger Hafen integriert. 2021 kam die Beteiligung am Steinbruch der CEMEX AG in Helmstadt hinzu, 2023 das Schotterwerk Manger in Aub. Heute beschäftigt die Gruppe rund 180 Mitarbeiter.

Sicherheit als technische Konstante

Bei aller Veränderung bleibt ein Thema unverändert wichtig: Sicherheit. Alle 40 Diesel- und E-Lkw verfügen über moderne Assistenzsysteme und sind mit Telematik ausgestattet, für die rund 40 Fahrer gibt es regelmäßige Sicherheitstrainings. Erfahrung, Qualifikation und technische Unterstützung sollen zusammenspielen. Seit 60 Jahren arbeitet Beuerlein dabei mit DEKRA zusammen. Die Partnerschaft reicht damit bis in die Anfangsjahre des Unternehmens zurück. Ein erfahrener Prüfingenieur der seit 2022 von Christian Pöttker geführten DEKRA Niederlassung Würzburg ist wöchentlich vor Ort. Haupt- und Sicherheitsuntersuchungen, technische Abnahmen, Begutachtungen und weitere Prüfleistungen werden überwiegend direkt auf dem Betriebsgelände durchgeführt. Dafür verfügt die Werkstatt über die notwendige Ausstattung, darunter einen Bremsenprüfstand und einen Scheinwerfereinstellplatz.

Steffen Beuerlein zeigt sich mit der Zusammenarbeit sehr zufrieden. „Wir agieren stets auf Augenhöhe und wissen neben der großen Expertise auch die schnellen Reaktionszeiten von DEKRA zu schätzen“, betont der Firmenchef. „Wenn kurzfristige Unterstützung nötig ist, können wir die entsprechenden Services ganz unbürokratisch auf Zuruf organisieren“, bestätigt Christian Pöttker. Die Partnerschaft funktioniert damit nicht nur über standardisierte Prüfintervalle. Sie lebt von der Kenntnis des Betriebs, seiner Fahrzeuge und seiner spezifischen Anforderungen. Und auch hier wird die Elektrifizierung neue Fragen aufwerfen. Hochvoltsysteme, elektrische Antriebe und neue Fahrzeugkonzepte verändern die technischen Anforderungen an Prüfung, Wartung und Begutachtung. Die Zusammenarbeit mit DEKRA könnte sich deshalb künftig auch in diesen Bereichen weiterentwickeln.