Bundesweite Schwerpunktkontrollen des Bundesamts für Logistik und Mobilität (BALM) haben im Mai zahlreiche Verstöße im Straßengüterverkehr aufgedeckt. Besonders häufig beanstandeten die Kontrolleure Verstöße gegen die vorgeschriebenen Ruhezeiten: In 112 Fällen hielten sich Fahrer nicht an das Verbot, die regelmäßige Wochenruhezeit im Fahrzeug zu verbringen. Insgesamt kontrollierten die Einsatzkräfte bundesweit 1.077 Lastwagen und Transportfahrzeuge. Dabei nahmen sie vor allem internationale Verkehrsachsen, Logistikzentren sowie Standorte großer Industrie- und Versandhandelsunternehmen ins Visier.
Ruhezeiten bleiben größtes Problem
Die meisten Auffälligkeiten stellten die Kontrolleure bei den vorgeschriebenen Ruhezeiten fest. Von 634 überprüften Fällen wurden 112 Verstöße festgestellt. Hinter der Regelung steckt ein sozialpolitisches Ziel: Berufskraftfahrer sollen ihre regelmäßige Wochenruhezeit nicht im Führerhaus verbringen müssen, sondern in einer geeigneten Unterkunft. Die Vorschrift gilt europaweit und soll die Arbeitsbedingungen im Transportgewerbe verbessern. Die aktuellen Zahlen zeigen jedoch, dass die Einhaltung der Regelung weiterhin ein Problem bleibt.
Kontrollen auch bei Kabotage und Fahrzeugtechnik
Neben den Ruhezeiten überprüfte das BALM auch die Einhaltung der Kabotagevorschriften. Diese regeln, in welchem Umfang ausländische Transportunternehmen Transporte innerhalb Deutschlands durchführen dürfen. Bei 628 Kontrollen wurden 25 Beanstandungen registriert. Daraus resultierten 14 Verstöße gegen die geltenden Kabotagebestimmungen. Darüber hinaus nahmen die Kontrolleure den technischen Zustand der Fahrzeuge unter die Lupe. Bei 84 technischen Kontrollen wurden insgesamt 31 Verstöße festgestellt. Dabei kann es unter anderem um Mängel an Bremsen, Beleuchtung oder anderen sicherheitsrelevanten Fahrzeugkomponenten gehen.
Mehr als 120.000 Euro Sicherheitsleistungen
Die festgestellten Verstöße hatten auch finanzielle Folgen. Während der Kontrollaktionen verhängte das BALM Sicherheitsleistungen in Höhe von insgesamt 121.535 Euro. Solche Sicherheitsleistungen werden insbesondere bei ausländischen Unternehmen erhoben, um die spätere Durchsetzung möglicher Bußgelder sicherzustellen.
Kontrolldruck bleibt hoch
Die Schwerpunktaktionen fanden an insgesamt 75 Kontrollstellen statt. Dafür waren 286 Kontrollkräfte des Verkehrskontrolldienstes im Einsatz. Unterstützt wurden die BALM-Teams im Raum München zusätzlich von Einheiten der Verkehrspolizei. Nach Angaben des Bundesamts werden die bundesweiten Kontrollen zu Kabotage, Ruhezeiten und technischen Fahrzeugmängeln auch künftig fortgesetzt.
In Kürze: die Key Facts
- Behörde: Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM)
- Zeitraum: Mai 2026
- Kontrollorte: 75 bundesweite Kontrollstellen
- Kontrollkräfte: 286 Einsatzkräfte
- Verkehrskontrollen insgesamt: 1.077
- Verstöße gegen Wochenruhezeit: 112
- Kabotagekontrollen: 628
- Festgestellte Kabotageverstöße: 14
- Technische Fahrzeugkontrollen: 84
- Festgestellte technische Verstöße: 31
- Sicherheitsleistungen: 121.535,51 Euro
- Schwerpunkt: Kabotage, Ruhezeiten, technische Fahrzeugmängel
- Ausblick: Fortsetzung bundesweiter Schwerpunktkontrollen angekündigt







