Diesel weiter vorne, aber die Elektrischen kommen

Lkw-Markt im Wandel
Lkw werden älter – E-Anteil steigt

Deutschlands Lkw-Flotte wird älter, obwohl der Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge wächst. Hohe Neupreise, teure Finanzierung und die Unsicherheit über künftige Antriebe verlängern die Haltedauer. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach gebrauchten Lkw.

Lkw
Foto: Stefan_Weis - stock.adobe.com

Lkw bleiben länger im Fuhrpark

Deutschlands Lkw-Flotte wird klimaneutraler, aber Dieselfahrzeuge bilden weiterhin die große Mehrheit. Zudem werden die Fahrzeuge länger gefahren als bisher.

Zum 1. Januar 2026 waren die zugelassenen Lkw im Durchschnitt 8,9 Jahre alt. 2010 hatte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) noch ein Durchschnittsalter von 7,6 Jahren ausgewiesen. Auch zuletzt ging es nach oben: Anfang 2024 lag der Wert bei 8,5 Jahren, ein Jahr später bei 8,7 Jahren.

Auch der Nutzfahrzeugdienstleister BFS beobachtet tendenziell, dass Speditionen und Transportunternehmen ihre Lkw länger im Fuhrpark halten. Andreas Boos, Prokurist und Niederlassungsleiter bei BFS in Garmisch, nennt dafür gegenüber trans aktuell mehrere Gründe: Die Preise für neue Lkw seien in den vergangenen Jahren kräftig gestiegen, zugleich hätten höhere Zinsen die Finanzierung und das Leasing verteuert. Hinzu kämen die schwache Konjunktur und niedrige Frachtraten. Für viele Fuhrparkbetreiber sei es deshalb wirtschaftlich sinnvoller, einen vorhandenen Euro-6-Lkw länger einzusetzen. Auch die Unsicherheit darüber, welcher Antrieb sich künftig für welchen Einsatz eignet, kann nach Einschätzung von Boos dazu beitragen. Unternehmen müssen sich zwischen Diesel-, Elektro- und Wasserstoffantrieb entscheiden. Gleichzeitig seien moderne Euro-6-Lkw auch bei höheren Laufleistungen vergleichsweise robust und wirtschaftlich. BFS beobachtet derzeit eine geringe Nachfrage nach gebrauchten Sattelzugmaschinen – sowohl bei älteren als auch bei jüngeren Baujahren. Bei Spezialfahrzeugen seien die Gebrauchtpreise dagegen stabil geblieben; damit hätten sie die erheblichen Preissteigerungen bei Neufahrzeugen jedoch nicht ausgeglichen.

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