830 Liter Diesel geklaut: Zeuge auf Motorhaube

Dieseldiebstahl eskaliert am Autohof
830 Liter Diesel gestohlen: Zeuge auf Motorhaube

Ein Lkw-Fahrer beobachtet an einem Autohof in Lippetal einen mutmaßlichen Dieseldiebstahl. Als er die Männer zur Rede stellt, fliehen sie – und nehmen ihn dabei auf der Motorhaube mit.

Nächtliche Szene an einem Autohof mit Lkw und weißem Transporter, in dessen Laderaum sich ein großer Dieselbehälter befindet.
Foto: ETM/KI-generiert via OpenAI

Ein Lkw-Fahrer beobachtet an einem Autohof in Lippetal zwei mutmaßliche Dieseldiebe (Foto: KI-generiertes Symbolbild). Als er die Männer zur Rede stellt, eskaliert die Situation: Die Verdächtigen fliehen in einem Mercedes Vito, während sich der 44-Jährige auf der Motorhaube festhält. Erst nach rund 250 Metern kann er abspringen.

Autohof in Lippetal wird zum Tatort

Ein Dieseldiebstahl an einem Autohof im nordrhein-westfälischen Lippetal hat am Dienstagabend, 29. September 2026, eine gefährliche Wendung genommen. Nach Angaben der Kreispolizeibehörde Soest versuchte ein 44 Jahre alter Lkw-Fahrer aus Ahlen, zwei Männer an der Flucht zu hindern. Am Ende fuhr er rund 250 Meter auf der Motorhaube ihres Transporters mit. Der Vorfall ereignete sich gegen 21.45 Uhr an einer Tankstelle auf dem Gelände des Autohofs an der Straße Stängenbach. Der Lkw-Fahrer betankte dort sein Fahrzeug und bemerkte nach eigenen Angaben an einer benachbarten Zapfsäule einen weißen Mercedes Vito mit Hamburger Kennzeichen. Die beiden Insassen sollen ein großes Behältnis im Laderaum des Transporters mit Diesel befüllt haben. Laut Anzeige ging es um knapp 830 Liter Kraftstoff im Wert von rund 2.000 Euro.

Lkw-Fahrer stellt mutmaßliche Dieseldiebe zur Rede

Nachdem die Männer den Tankvorgang beendet hatten und in den Vito gestiegen waren, stellte sich der 44-Jährige nach Polizeiangaben vor das Fahrzeug. Er forderte die beiden auf, den getankten Diesel zu bezahlen. Zunächst schien die Situation noch glimpflich auszugehen. Der Fahrer des Mercedes stieg demnach aus und ging gemeinsam mit dem Lkw-Fahrer in Richtung Tankstellengebäude. Unter dem Vorwand, sein Portemonnaie im Fahrzeug vergessen zu haben, kehrte der Mann jedoch zum Vito zurück und stieg wieder ein. Als sich der 44-Jährige erneut vor den Mercedes stellte, soll dessen Fahrer unvermittelt Gas gegeben haben und auf ihn zugefahren sein.

Rund 250 Meter auf der Motorhaube

Um nicht vom Transporter erfasst zu werden, sprang der Lkw-Fahrer laut seiner Aussage auf die Motorhaube. Der Mercedes fuhr anschließend über die Straße Stängenbach davon. Nach Angaben der Polizei soll der Fahrer dabei Schlangenlinien gefahren sein – mutmaßlich mit dem Ziel, den Mann von der Motorhaube abzuschütteln. Doch damit nicht genug: Der Vito bog mit hoher Geschwindigkeit nach rechts auf die Dolberger Straße ab. Während sich der 44-Jährige weiterhin an der Motorhaube festhielt, soll der Beifahrer die Tür geöffnet und auf seine Hände eingeschlagen haben. Erst als der Mercedes in Höhe eines Erotikmarktes langsamer wurde, konnte der Lkw-Fahrer nach etwa 250 Metern abspringen. Er landete in einem Graben und wurde dabei leicht verletzt. Der Vito setzte seine Fahrt in Richtung Hamm fort.

Fahndung nach Mercedes Vito ohne Erfolg

Eine unmittelbar eingeleitete Fahndung blieb nach Angaben der Kreispolizeibehörde Soest erfolglos. Die Polizei sucht deshalb nach Zeugen, die Hinweise zu dem weißen Mercedes Vito mit Hamburger Kennzeichen oder dessen Insassen geben können. Der Lkw-Fahrer beschrieb die beiden Männer als etwa 30 bis 40 Jahre alt, 1,75 bis 1,80 Meter groß und schlank. Sie hätten dunkle Haare und Bart getragen. In der Polizeimeldung wird ihr Erscheinungsbild als „südländisch“ beschrieben. Zudem soll mindestens eine orangefarbene Warnweste eine Rolle gespielt haben. Besonders sucht die Polizei nach einem Autofahrer, der dem verletzten 44-Jährigen kurz nach dessen Sprung von der Motorhaube Hilfe angeboten hatte. Der Lkw-Fahrer habe diesen Mann gebeten, dem flüchtenden Mercedes zu folgen.

Hinweise nimmt die Polizeiwache Soest unter 02921-91000 sowie jede andere Polizeidienststelle entgegen.

In Kürze: die Key Facts

Was ist passiert?

Ein Lkw-Fahrer beobachtete in Lippetal einen mutmaßlichen Dieseldiebstahl und versuchte, zwei Verdächtige an der Flucht zu hindern.

Wie viel Diesel wurde getankt?

Laut Anzeige knapp 830 Liter.

Wie hoch war der Wert?

Nach Polizeiangaben fast 2.000 Euro.

Wo geschah der Vorfall?

An einem Autohof an der Straße Stängenbach in Lippetal im Kreis Soest.

Wann geschah die Tat?

Am Dienstag, 29. September 2026, gegen 21.45 Uhr.

Welches Fahrzeug nutzten die Verdächtigen?

Einen weißen Mercedes Vito mit Hamburger Kennzeichen.

Was geschah mit dem Lkw-Fahrer?

Er sprang auf die Motorhaube, als der Mercedes auf ihn zufuhr, und hielt sich dort während der Flucht fest.

Wie weit fuhr er auf der Motorhaube mit?

Nach Polizeiangaben rund 250 Meter.

Wurde der Lkw-Fahrer verletzt?

Ja. Beim Absprung und der Landung in einem Graben erlitt der 44-Jährige leichte Verletzungen.

Wurden die Verdächtigen gefasst?

Nein. Die unmittelbar eingeleitete Fahndung blieb laut Polizei zunächst erfolglos.

Wo können Zeugen Hinweise geben?

Bei der Polizeiwache Soest unter 02921-91000 oder jeder anderen Polizeidienststelle.