Ein traditionsreicher Name verschwindet aus der österreichischen Logistikbranche: Johann Weiss firmiert rückwirkend zum 1. Oktober 2026 als Noerpel Austria. Damit schließt die Noerpel-Gruppe die Integration des österreichischen Transport- und Logistikdienstleisters auch nach außen sichtbar ab. Der Schritt kommt nicht überraschend. Das Ulmer Familienunternehmen Noerpel war im Januar 2024 zunächst mit 70 Prozent bei Johann Weiss eingestiegen. Im Januar 2026 übernahm die Gruppe auch die verbleibenden 30 Prozent und wurde damit Alleineigentümer. Nun folgt der gemeinsame Markenauftritt. Für Johann Weiss endet damit nach 71 Jahren die Geschichte als eigenständiger Firmenname.
Aus Johann Weiss wird Noerpel Austria
Operativ soll sich durch die Umfirmierung zunächst wenig ändern. Die bestehenden Teams bleiben nach Unternehmensangaben erhalten, auch die bekannten Ansprechpartner für Kunden und Geschäftspartner sollen dieselben bleiben. Noerpel Austria beschäftigt rund 110 Mitarbeiter. Zum österreichischen Netzwerk gehören unter anderem die beiden Speditionsterminals in Wiener Neudorf und Sattledt. In den Großräumen Wien und Graz bewirtschaftet das Unternehmen außerdem Lagerflächen mit insgesamt rund 15.000 Palettenstellplätzen. Hinter dem neuen Namen steckt allerdings mehr als eine kosmetische Änderung. Noerpel Austria erhält Zugriff auf das europäische Partnernetzwerk und die Ressourcen der gesamten Unternehmensgruppe. Dazu gehören unter anderem Laderaumkapazitäten, Logistikflächen und Spezial-Know-how.
Noerpel will Österreich-Geschäft ausbauen
Geschäftsführer Andreas Kerschner will die Einbindung in die Gruppe unter anderem dazu nutzen, europäische Verkehre weiterzuentwickeln und das Exportgeschäft auszubauen. Auch die bislang unter der Marke „Transportmeister“ angebotenen spezialisierten Dienstleistungen bleiben erhalten. Dabei geht es um maßgeschneiderte Transporte einschließlich Distribution, Einbringung und Installation anspruchsvoller Güter. Künftig führt Noerpel diese Leistungen unter der Bezeichnung Value Added Transport Services weiter. Vorstandschef Stefan Noerpel-Schneider macht zugleich deutlich, dass Österreich für die Gruppe Teil einer größeren Wachstumsstrategie ist. Der DACH-Raum sei der wichtigste Kernmarkt des Unternehmens und solle weiter ausgebaut werden.
30 Standorte im DACH-Raum
Mit der vollständigen Integration von Johann Weiss kommt Noerpel inzwischen auf 30 eigene Standorte in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das Portfolio reicht von Stückgut sowie Teil- und Komplettladungen über Luft- und Seefracht bis zu Logistik, E-Fulfillment und Personaldienstleistungen. Die 1881 gegründete Noerpel-Gruppe beschäftigt insgesamt rund 3.700 Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 2025 erwirtschaftete das Familienunternehmen nach eigenen Angaben 750 Millionen Euro Umsatz und transportierte 5,8 Millionen Sendungen. Mit Noerpel Austria verschwindet damit zwar der Firmenname Johann Weiss. Die österreichischen Standorte selbst sollen jedoch eine größere Rolle im Netzwerk der Unternehmensgruppe spielen.
In Kürze: die Key Facts
- Neuer Firmenname: Noerpel Austria
- Bisheriger Name: Johann Weiss
- Umfirmierung: rückwirkend zum 1. Oktober 2026
- Johann Weiss gegründet: 1955
- Einstieg von Noerpel: Januar 2024 mit 70 Prozent
- Vollständige Übernahme: Januar 2026 durch Erwerb der restlichen 30 Prozent
- Beschäftigte Noerpel Austria: rund 110
- Speditionsterminals: Wiener Neudorf und Sattledt
- Lagerkapazität: rund 15.000 Palettenstellplätze in den Großräumen Wien und Graz
- Noerpel-Gruppe: 30 Standorte in Deutschland, Österreich und der Schweiz
- Noerpel-Umsatz 2025: 750 Millionen Euro
- Beschäftigte der Gruppe: rund 3.700
- Strategie: Noerpel will im DACH-Kernmarkt weiter wachsen







