Als "echte Pionierarbeit" bezeichnet Christian Stickel, Geschäftsführender Gesellschafter bei Spedition und Transportunternehmen Stickel sowie Geschäftsführer und Mitgründer des Start-ups BKF Online Schulungen, die Elektromobilität. Das Familienunternehmen mit Sitz in Nagold im Schwarzwald setzt seit Januar Elektro-Lkw im Ein- und Zweischichtbetrieb ein. "Wir wollen sukzessive vom Diesel unabhängiger werden", sagt Stickel im Gespräch mit trans aktuell.
Sein Großvater Eugen Stickel gründete das Familienunternehmen 1936. Christian Stickel ist seit rund 24 Jahren Geschäftsführer und setzt auf nachhaltiges Wachstum. Das betrifft auch den Einsatz von Lkw mit alternativen Antrieben.
Touren bis 600 Kilometer: Fokus auf günstiges Depotladen
Die elf E-Lkw stammen von Mercedes-Benz Trucks und MAN Truck & Bus und fahren Touren mit einer Länge von bis zu 600 Kilometern. Sie verkehren unter anderem im täglichen Rundlauf in der Automobilindustrie oder fahren beispielsweise für einen Kunden aus dem Schwarzwald Kunststoffteile nach Würzburg. Dort laden sie wieder Haushaltsgeräte für die Rücktour auf. "Wir fahren viele regionale Verkehre, um an unserem eigenen Depot laden zu können", sagt Stickel. Unterwegs Strom tanken sei zu teuer und zu schwierig. "Wir sind auf günstiges Depotladen angewiesen."
Am Stammsitz in Nagold befinden sich acht Ladepunkte, Ende des Jahres wird ein 4-Megawatt-Batteriespeicher in Betrieb genommen. Eine erste Photovoltaikanlage wurde 2018 installiert, im Rahmen des Hallenneubaus einsteht eine weitere. Die Stromproduktion reich dann theoretisch aus, um alle acht der elf Fahrzeuge autark zu versorgen.
Auf dem Neubau des Unternehmens, der aus zwei Hallenschiffen mit je 3.000 Quadratmetern besteht, ist eine 0,7 MW-Photovoltaikanlage geplant. Sie soll den Standort mit Strom versorgen. "So wird aus der E-Mobilität ein Geschäftsmodell", sagt Stickel. Für 2027 ist die Anschaffung weiterer fünf bis zehn Stromer geplant – und der Neubau soll bis dahin fertiggestellt sein.
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