Hannas Diagnose

Folge 7: Die Corona-Impfung – Pro und Contra

25.11.2021

Die Zahlen der Neuinfektionen mit Covid-19 explodieren weiter, die Politik hatte lange die Warnungen der Wissenschaft vor einer vierten Welle ignoriert. Seit dem 24.11. gibt es nun ein neues Impfschutzgesetz. Anlass genug, in der siebten Folge von „Hannas Diagnose“ konkrete Aufklärung zu medizinischen, arbeitsrechtlichen und ethischen Fragen anzubieten.

Die etwas größer besetzte siebte Sendung von „Hannas Diagnose“ war lange für den 24.11. geplant, denn die Wissenschaft hatte bereits im Sommer davor gewarnt, dass bei einem weiter verhaltenen Impfwillen der deutschen Bevölkerung spätestens im Herbst und Winter zu einer Steigerung der Neuinfektionen und damit zu einer vierten Welle kommen würde. Doch die Politik, sehr früh im Wahlkampf, agierte teils planlos und widersprüchlich, was zu einer weiteren Verunsicherung führte.

Niemand kann heute trotzdem nicht sagen, er hätte nicht gewusst, dass eine Impfquote von derzeit knapp 70 Prozent in Deutschland nicht ausreicht, um die Verbreitung der hochansteckenden Delta-Variante des Coronavirus SARS-CoV-2, das unter dem Namen COVID-19 für ‚coronavirus disease 2019`steht, einzudämmen. Am Tag der Sendung hatte das Robert-Koch-Institut (RKI) die aktuellen Zahlen bekanntgegeben: Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Neuinfektionen lag bei 404,5. Er erreichte damit den 17. Tag in Folge einen neuen Höchststand. Am Vortag hatte der Wert noch bei 399,8 gelegen, am Mittwoch vergangener Woche bei 319,5. RKI-Präsident Lothar Wieler hatte noch letzte Woche davor gewarnt, dass zuletzt 0,8 Prozent der Erkrankten gestorben seien. Das bedeute, dass von den mehr als 50.000 Infizierten pro Tag in den nächsten Wochen 400 sterben würden. Daran gebe es nichts mehr zu ändern.

Grund genug also, die Zahl der Gäste einmalig zu erweitern. Neben Dr. Hanna Schüssler kam zunächst noch der Fachanwalt für Arbeitsrecht, Harry Binhammer, dazu, denn mit dem neuen Infektionsschutzgesetz, das ausgerechnet am 21.11 in Kraft getreten ist, traten zugleich auch neue 2G oder 3 G - Regeln für Unternehmen und ihre Fahrer in Kraft, die in der Branche selbst für Verunsicherung sorgen. Wer darf nun unter welchen Voraussetzungen in den eigenen Betrieb, wer darf noch zum Kunden, wenn dieser das Hausrecht hat? Auch die Transportbranche selbst wurde offensichtlich überrollt. Fakt ist – unzählige ungeimpfte Fahrer müssen sich jetzt vor der Entladung erst einmal testen lassen. Der Arbeitgeber hat weiterhin keine Möglichkeit, es anzuordnen. Eine mögliche Impfflicht könnte es, Stand heute, vielleicht für die Pflegeberufe geben.

Die beiden Lkw-Fahrer Holger Brost und Michael Zetzsche jedenfalls sind schon lange geimpft, was sie auch gut begründet haben. Auch ihnen ist mittlerweile bewusst, was die Wissenschaft ja im Sommer erklärt hat, dass die Wirkung der Impfung mit der Zeit etwas nachlässt, weshalb mittlerweile auch eine dritte Impfung, das „Boostern“, angeraten ist. Und dass sie die Geimpften vor allem vor den schweren Verläufen schützt, während sie selbst weiterhin eine Grundlast an Viren tragen können und damit ebenfalls das Virus verbreiten können. Ein Fakt, die von der öffentlichen Aufklärung ebenfalls nicht wirklich unter das zweifelnde Volk gebracht wurde.

Die undankbarste Rolle hatte dagegen die Tankzugfahrerin Heike Prinz, die offen zugab, dass sie weiter verunsichert sei, sich mit den neuen mRNA-Impfstoffen impfen zu lassen, obwohl sie sich bestmöglich auf offiziellen Seiten informieren wollte. Was im Laufe der Runde dann, befeuert durch teils unfassbarere Kommentare von wirklichen Impfgegnern auf der vor Kommentaren überquellenden Facebookseite des FERNFAHRER, mit klugen Einwürfen der Theologin und Notfallseelsorgerin Christina Petter, zu den ethisch-philosophischen Fragen führte: wo endet die Freiheit des einzelnen, sich bewusst gegen eine Impfung zu entscheiden?

Es ist vor allem Dr. Hanna Schüssler zu verdanken, die in ihrer ruhigen überzeugenden Art nahezu alle Fragen zum Thema Impfung, Ihrer Wirkung und ihrer (sehr geringen) Nebenwirkungen beantworten und dabei auch viele stumpfe Behauptungen verbissener Impfskeptiker widerlegen konnte – was allerdings einer Sisyphos-Aufgabe gleichkommt. Immerhin – Heike Prinz will nun darauf warten, dass nun auch sogenannte Totimpfstoffe die Zulassung erhalten. Das kann allerdings dauern. Auch für diejenigen, die sich nun im Zuge des Impfschutzgesetzes doch entscheiden, sich zum ersten Mal impfen zu lassen, wird es gut zwei Monate dauern, bis der vollständige Impfschutz erreicht ist. Es wird leider nicht dazu beitragen, die 4. Welle zu brechen. Schon gar nicht bis Weihnachten.

Hier die offizielle Seite des RKI mit allen Infos zum Thema Impfung

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