Europart München, Werkstatt aktuell, Report Zoom
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Workshop bei Europart

Höhere Anforderungen an die Werkstattausrüstung

Es gibt neue Regelungen bei Abgas- und Bremsenprüfungen. Was auf Werkstätten demnächst zukommt, erklärte ein Europart-Experte im Rahmen der Hausmesse "Europart Bestzeit".

An sechs Standorten hat der Händler für Ersatz- und Zubehörteile Europart seine diesjährige Hausmesse "Europart Bestzeit" durchgeführt. In Frankfurt, Hamburg, Radeburg, Berlin und München konnten sich Kunden über das Angebot von Europart im Nutzfahrzeugbereich informieren. Auch rund 40 Partnerunternehmen waren jeweils vor Ort, vor allem Markenhersteller von Ersatzteilen, Werkzeugen und Werkstattausrüstungen. Zum Konzept der "Bestzeit" gehörte aber nicht nur die Information, sondern auch ein Rahmen- und Workshop-Programm. Werkstatt aktuell war am Standort München dabei.

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Europart-Experte Jens Dahlhei­mer referierte über Anforderungen, die auf Werkstätten in der nächsten Zeit zukommen.

Werkstätten müssen sich auf Veränderungen einstellen

Workshop-Referent war Jens Dahlheimer, er ist bei Europart Commodity Manager für Werkstattausstattung und Betriebseinrichtung und klärte die Besucher über neueste Entwicklungen im Werkstattbereich auf. "Nutzfahrzeugwerkstätten müssen sich auf einige Veränderungen und neue Vorgaben einstellen", so der Experte. Als Beispiel nannte er die Abgasprüfung von Nutzfahrzeugen mit Euro-6-Motor. Hierfür werde es ein Software-Update der bestehenden Messgeräte auf den AU-Leitfaden 5 geben. Ältere Messgeräte ließen sich dann unter Umständen nicht mehr aktualisieren und müssten ersetzt werden. Auch bei der Bremsenprüfung gebe es Änderungen. Bereits seit 2011 gelten weitaus schärfere Richtlinien, doch laut Dahlheimer entsprechen die meisten der heute in Betrieb befindlichen Bremsenprüfstände noch nicht den aktuellen gesetzlichen Vorgaben.

"Ab Januar 2020 dürfen dann jedoch keine Bremsprüfungen mehr und damit weder Hauptuntersuchungen noch Serviceprüfungen mit den alten Bremsenprüfständen durchgeführt werden", sagte der Fachmann. Die Nachweise sollten damit verlässlicher und gleichzeitig vergleichbarer, menschliche Einflüsse so weit wie möglich ausgeschlossen werden. Ein weiteres Beispiel, das Dahlheimer nannte, war die Scheinwerfereinstellung. Hierfür gebe es seit 2015 ebenfalls neue Richtlinien, die nach Auslaufen einer Übergangsfrist Anfang dieses Jahres für alle Fahrzeuge und Werkstätten Gültigkeit hätten.

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Die Europart-Hausmesse am Standort München war gut besucht. Der Händler für Ersatz- und Zubehörteile sowie seine Partner informierten über ihre Angebote. Daneben gab es ein breites Rahmenprogramm.

Betreiber müssen ihre Ausrüstung prüfen lassen

Die neue HU-Scheinwerfer-Richtlinie schreibe beispielsweise vor, dass die Prüfflächen für die Fahrzeuge einen ebenen, festen Untergrund und eine klare und dauerhafte Kennzeichnung aufweisen müssen. Erheblichen Schulungs- und Ausrüstungsbedarf sieht Dahlheimer bei der Einstellung von Radarsensoren, Kameras und anderen Sensoren für Fahrerassistenzsysteme. "Sie gehören in Lkw und Bus mehr und mehr zur serienmäßigen Ausstattung oder sind künftig gesetzlich vorgeschrieben", betonte der Experte. Nach Unfallreparaturen, Scheibenwechseln oder Arbeiten am Fahrwerk müssten Kameras und Radarsensoren wieder exakt ausgerichtet werden. Das setze voraus, dass die Mitarbeiter entsprechend geschult und die Werkstatt mit den nötigen Messgeräten und Werkzeugen ausgestattet ist.

Der Europart-Experte empfahl, die Werkstattausrüstung auf dem neuesten Stand zu halten und dabei neben den gesetzlichen Vorgaben auch die Sicherheit im Blick zu haben: "Werkstattbetreiber sind dazu verpflichtet, die Ausrüstung in regelmäßigen Abständen von sachkundigen Personen prüfen zu lassen." Er verwies darauf, dass die Dekra im vergangenen Jahr bei Untersuchungen an Hebebühnen bei mehr als der Hälfte aller geprüften Bühnen Sicherheitsmängel festgestellt hatte. Einen weiteren Workshop führte Dahlheimer zum Thema Achsvermessung an Nutzfahrzeugen durch. Er warb für richtig eingestellte Räder und Achsen. "So lässt sich der Reifenverschleiß senken und der Kraftstoffverbrauch reduzieren", betonte der Experte.

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Datum

14. Oktober 2017
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