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Foto: Matthias Rathmann

Vorstandschef Detlef Trefzger im Interview

Kühne + Nagel will aus eigener Kraft wachsen

Einst war er das Sorgenkind. Seit acht Quartalen in Folge ist der Landverkehr bei Kühne + Nagel nun in den schwarzen Zahlen. Der Vorstandsvorsitzende Dr. Detlef Trefzger erläutert, warum er auch weiterhin auf einen starken Landverkehr setzt.

trans aktuell: Herr Dr. Trefzger, im vergangenen Jahr hat Kühne + Nagel sein 125-jähriges Bestehen gefeiert. Haben Sie den Trubel im Jubiläumsjahr gut überstanden?

Dr. Trefzger: Es war ein tolles Jubiläumsjahr und hat großen Spaß gemacht. Dennoch haben wir uns ganz intensiv auf das Geschäft konzentriert. Wir haben es geschafft, operativ und von der Finanzseite her hervorragende Ergebnisse zu erzielen.

Für die Aktionäre gab es eine Rekordausschüttung. Wie haben die Mitarbeiter partizipiert?

Wir haben zwei ganz besondere Jubiläumscontainer auf Weltreise geschickt und mit unseren Mitarbeitern und Kunden gefeiert. Außerdem haben wir allen Mitarbeitern, die seit mindestens zwei Jahren im Unternehmen sind, einen zusätzlichen Urlaubstag geschenkt. Das wurde sehr positiv aufgenommen. An einem solch besonderen Jubiläum gehört es dazu, den Mitarbeitern zu zeigen, dass sie entscheidend sind für den Erfolg des Unternehmens.


War es der Anspruch, im Jubiläumsjahr, besonders gute Zahlen vorzulegen?

Wir wollen jedes Jahr wachsen, Marktanteile gewinnen, die Rentabilität steigern und ein Rekordergebnis erzielen. Aber ich gebe zu, dass es in der Konstellation mit dem 125-jährigen Jubiläum besonders schön ist, dass wir unserem Anspruch gerecht geworden sind.


Was die Profitabilität angeht, sind Sie auch im Landverkehr – Ihrem langjährigen Sorgenkind –vorangekommen. Das Ergebnis liegt trotzdem deutlich unter dem des Vorjahrs. Sind Sie mit der Performance der Sparte 2015 zufrieden?

Das mag manchen überraschen, aber ich finde die Performance im Landverkehr sehr solide. Gedämpft wurde die insgesamt positive Entwicklung allerdings  durch negative Währungseinflüsse und eine Kartellstrafe für die 2009 in Frankreich übernommene Alloin-Gruppe. Dafür ist das aktuelle Management nicht verantwortlich, da die Geschehnisse in die Zeit vor der Übernahme fielen. Gegen die Entscheidung der französischen Wettbewerbsbehörden wurde Einspruch eingelegt.
Doch zurück zur Entwicklung in diesem Geschäftsbereich: Wir haben das Portfolio geändert, das Programm Road 2 Profit in die Umsetzung gebracht und sind acht Quartale in Folge profitabel. Mit Retrans haben wir eine hervorragende Akquisition in den USA getätigt und das Unternehmen in unser Netzwerk integriert. So wird der Landverkehr zukunftsgerichtet ausbaubar sein – und das gilt für jede unserer Aktivitäten.


Werden Sie das Programm Road 2 Profit dieses Jahr abschließen?

Das Programm Road 2 Profit für den Landverkehr ist Teil unserer Strategie Focus + Excellence, der Programmfahrplan gilt bis Ende nächsten Jahres. Wir haben keinen Grund, von diesem Programm abzuweichen. Allerdings sind bei Road 2 Profit nunmehr andere Elemente stärker im Fokus – das Thema Procurement oder der Eintritt in neue Länder in Asien oder am Persischen Golf. Beim Thema Procurement zielen wir auf das Optimieren unseres Carrier-Einkaufs ab – durch die Schaffung eines Zentraleinkaufs und andere Elemente.


Mit dem Erwerb von Retrans in den USA haben sie nach längerer Zeit wieder mit einer Akquisition im Landverkehr von sich reden gemacht. Gewinnt Wachstum durch Übernahmen wieder stärker an Bedeutung?

Kühne + Nagel setzt in erster Linie auf organisches Wachstum. Natürlich schauen wir uns auch immer wieder unterschiedliche Akquisitionsmöglichkeiten an – gerade im Bereich Landverkehr und in Märkten, in denen wir eine Komplementarität mit unseren anderen Sparten erreichen können. Wir haben in den USA jetzt ein Produkt, das von Haustür zu Haustür geht, Retrans und die Kühne + Nagel-Netzwerkorganisation arbeiten ideal verzahnt zusammen. Das ist ein Kurs, den wir verfolgen. Für eine reibungslose Supply Chain brauchen wir einen starken Landverkehr und werden diesen konsequent weiterentwickeln.

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Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

Datum

7. März 2016
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