In Rastatt/Niderbühl schreiten die Reparaturarbeiten zügig voran. Zoom
Foto: DB AG/Armin Skierlo

Verkehrsministerkonferenz in Wolfsburg

Verkehrsminister: Konsequenzen aus Rastatt

Die Bundesregierung muss aus dem Tunnelunglück von Rastatt mit seinen gravierenden Auswirkungen auf den Schienengüterverkehr Konsequenzen ziehen. Das geht aus einem Beschluss der Landesverkehrsministerkonferenz in Wolfsburg hervor.

Die Landesminister erwarten, dass der Bund als Reaktion darauf "ein umfassendes Konzept für den Schienengüterverkehr entwickelt – mit dem Ziel, diesen umwelt- und klimafreundlichen Verkehrsträger zu stärken und Redundanzen im Netz zu schaffen", heißt es. Es sei äußerst schwierig gewesen, überhaupt Ausweichstrecken zu identifizieren, da große Abschnitte nicht elektrifiziert seien oder nur ein Gleis zur Verfügung stehe. Die Minister fordern den Bund auf, bei ihrer nächsten Konferenz dazu Stellung zu nehmen. Wie empfindlich die Infrastruktur der Bahn sei, hätten auch die Sperrungen aufgrund defekter Oberleitungen infolge der vergangenen Stürme gezeigt, erklären die Landespolitiker.

Länder wollen eine widerstandsfähigere Infrastruktur

"Die Länder erwarten vom Infrastrukturbetreiber ein Konzept, das aufzeigt, wie die Infrastruktur vorsorgend widerstandsfähiger gegen klimatische Einflüsse gemacht werden kann", heißt es. Ferner pochen die Minister der 16 Länder im Fall eines Sturms auf "zügige und differenzierte Reaktionen zur Beseitigung der Schäden und eine bessere und kundenorientiertere Information". Der Bund solle auch die Kommunikation über soziale Netzwerke stärker in Betracht ziehen

Auch die DB-Schienengütertochter DB Cargo sah sich durch die Unwetter und vor allem die Streckensperrung im Badischen vor große Herausforderungen gestellt. "Auf der Strecke fahren 180 bis 200 Züge pro Tag, allein 80 davon werden durch DB Cargo traktioniert. Das zu organisieren, war unglaublich anstrengend. Wir hatten einen enormen Ressourcenaufwand, um zumindest 60 Prozent der sonst üblichen Menge zu fahren – unter Nutzung aller Personalkapazitäten und Umleitemöglichkeiten", bilanziert DB Cargo-Vertriebsvorstand Raimund Stüer im Gespräch mit der Fachzeitschrift trans aktuell.

DB Cargo hat Verständnis für Schadenersatzforderungen

Auf mögliche Regressforderungen von Kunden angesprochen, sagt Raimund Stüer: "Die Frage nach Schadensersatz wird zu beantworten sein. Es ist nicht überraschend, dass betroffene Unternehmen ihre Mehrkosten quantifizieren und Möglichkeiten der Erstattung ausloten." Die Ursachensuche laufe aber noch, erst danach lasse sich diese Frage beantworten. "DB Cargo war, wie viele Güterbahnen, eine der Betroffenen." Stüer geht nicht davon aus, dass Kunden der Bahn infolge der Beeinträchtigungen den Rücken kehren werden. "Die Unternehmen werden die Bahn bestimmt weiter nutzen. Ein solcher Störfall darf das System Schiene nicht infrage stellen", betont der DB Cargo-Vertriebsvorstand.

Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

Datum

14. November 2017
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