Wielton übernimmt Langendorf, PK Waltrop Zoom
Foto: Joachim Geiger

Übernahme durch Wielton-Gruppe

Langendorf avanciert zum Vollsortimenter

Mit der Übernahme durch die Wielton-Gruppe avanciert Langendorf in Deutschland zum Vollsortimenter. Vor allem die Kipper-Sparte dürfte von den Synergien im Konzern profitieren.

Das Nutzfahrzeuggeschäft funktioniert manchmal so wie der Fußball. In der Champions League jedenfalls können Top-Teams nur dann auf Dauer vorn mitspielen, wenn sie sich immer wieder mit neuen Spielern verstärken. Dieser Regel folgt auch die Wielton-Gruppe aus dem polnischen Wielun, die sich in Europa mit ihren Anhängern, Aufliegern und Fahrzeugen für Straße und Landwirtschaft zu den großen Drei der Branche zählt. Damit das in Zukunft so bleibt, haben die Polen vor zwei Jahren mit der Übernahme von Fruehauf in Frankreich und Italiana Rimorchi in Italien das Produktprogramm kräftig ausgebaut. Jetzt kommt als jüngste Neuerwerbung der Trailerspezialist Langendorf aus Waltrop dazu.

Wielton übernimmt 80 Prozent der Anteile

Die Münsterländer sind nach einer wirtschaftlichen Achterbahnfahrt mit der in Eigenverwaltung gemanagten Insolvenz in 2013 wie Phönix aus der Asche auferstanden und haben im vergangenen Jahr rund 1.000 Fahrzeuge auf die Räder gestellt. Mit den Innenladern für Flachglas (Floatliner) und Bau-Fertigelemente (Flatliner) sowie mit dem Doppelstock–Innenlader (Flexliner) sind sie in Europa nach eigenen Angaben die Nummer eins in diesem Segment. Neben Tiefladern und Spezialfahrzeugen bringt Langendorf in die Wielton-Gruppe eine florierende Kipper-Sparte ein, in der sie mit viel Know-how über die Isolation der Fahrzeuge aufwarten. Der im Mai 2017 abgeschlossene Deal sieht vor, dass Wielton 80 Prozent der Anteile von den verschiedenen Gesellschaftern übernimmt. Der Rest bleibt beim bisherigen geschäftsführenden Gesellschafter Dr. Klaus Strautmann, der bis zu seinem Ausstieg aus dem Unternehmen in 2022 seine Anteile in jährlichen Fünf-Prozent-Paketen an den Mehrheitseigner übergibt. Für Langendorf bedeutet die Übernahme die Internationalisierung der Firmenkultur.

Wie es heißt, klappt die Zusammenarbeit zwischen Waltrop und Wielun bereits ausgezeichnet. Die Einkäufer stimmen sich derzeit gemeinsam über Lieferanten und Preise ab. In den Entwicklungsabteilungen stehen neben der Vereinheitlichung der zugekauften Komponenten neue technologische Lösungen und Produkte auf der Agenda. Ein wichtiges Arbeitsfeld sind hier die Kipper. Langendorf hat mit seinen auf Langlebigkeit und Werterhalt ausgelegten Fahrzeugen zwar ein starkes Produkt im Programm. Allerdings gingen diese Vorteile bislang stets auf Kosten eines höheren Fahrzeuggewichts. Hier zeichnet sich jetzt ein neuer Ansatz ab. Da Wielton über jede Menge Expertise in Sachen Leichtbau verfügt, ist es denkbar, dass Langendorf die Aufbauten der Kipper übernimmt und Wielton das leichtere Chassis dazu liefert. Eine Gretchenfrage in der aktuellen Phase lautet, unter welchem Label Wielton seine Fahrzeuge künftig an den Kunden bringt. Tatsächlich würfelt der neue Eigentümer die Portfolios seiner Marken nicht einfach zusammen.

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FERNFAHRER Lastauto Omnibus trans aktuell
Dieser Artikel stammt aus Heft lastauto omnibus 12/2017.
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Datum

30. November 2017
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