Truckjob FF 3/2017, Zetros-Kipper-Fahrer René Irmler bei ACZ Transport GmbH. 8 Bilder Zoom
Foto: Norbert Böwing

Truckjob Kiesfahrer

Jeden Tag Geländeabenteuer

ACZ Transport in Sachsen-Anhalt besitzt einen Zetros-Kipper für die Kiesgrube. Für Fahrer René Irmler ging damit ein Traum in Erfüllung.

Die Lkw-Fahrer der Firma ACZ Transport GmbH in Falkenstein-Reinstedt im Harz sind noch richtige Kieskutscher. Die Kiesgrube des Unternehmens liegt inmitten eines riesigen Naturschutzgebietes – hier sagen sich Fuchs und Hase tatsächlich gute Nacht. Und hier dreht auch René Irmler mit seinem Mercedes-Benz Zetros 2733 seine Runden. Man sieht René an, wie viel Spaß er an seiner Arbeit hat. Liegt’s am Auto? "Das ist für mich hier wie im Paradies", lacht der 45-jährige Lkw-Fahrer. "Schon vor der Wende war ich Kieskutscher und habe mit verschiedenen Lkw Erfahrung gesammelt. Aber das mit dem Zetros ist der absolute Hammer!" Auch ACZ-Geschäftsführer Axel Loth ist vom Zetros begeistert. Schon aus optischen Gründen: "Hauben-Lkw sind immer etwas Besonderes." Jetzt geht es darum zu sehen, wie sich ein Hauber im Vergleich zum Frontlenker schlägt.

Loth ist Chef eines gemischten Fuhrparks mit 50 Lkw, wovon die Hälfte der Drei- und Vierachser über Allradantrieb verfügt. Und er hat sich die Investition gründlich durch den Kopf gehen lassen: "Wir haben einen laufenden Kiesgrubenbetrieb. Traditionell gibt es bei uns aber auch viele Einsätze in der Landwirtschaft. Deshalb ist der Zetros für die Kombination dieser beiden Aufgaben wie geschaffen."

"Wir waren auf der Suche nach einer eierlegenden Wollmilchsau."

Axel Loth hat sich auch bei anderen Firmen nach ihren Erfahrungen mit dem Mercedes-Benz Zetros genau erkundigt und überzeugen lassen. Den entscheidenden Impuls für die Anschaffung des enzianblauen Zetros 2733 mit 7,2 Liter Hubraum und 330 PS aber lieferte der Umstand, dass dem Unternehmen die Investition in einen neuen Dumper zu gewagt erschien. Und ein gebrauchtes Exemplar hätte automatisch ein hohes Reparaturrisiko bedeutet. Loth: "Wir waren auf der Suche nach einer eierlegenden Wollmilchsau." Dazu muss man wissen, dass bei der Kiesgewinnung bis zu 2,50 Meter dicke Bodenschichten abgetragen und transportiert werden müssen.

Häufig ist der Untergrund schlammig oder unwegsam. Obwohl der Zetros nur abgasarm nach Euro 5 ist, hat es das Unternehmen aus Sachsen-Anhalt trotzdem geschafft, für den 6x6-Truck eine Straßenzulassung zu bekommen. So ist der Neue gleichzeitig eine Art Notnagel für die Rübenernte und kann sich mit der speziell beschichteten Carnehl-Mulde auch mal auf den Weg zu landwirtschaftlichen Kunden machen. René Irmler ist anzumerken, dass ihm das Fahren mit dem Zetros jede Menge Vergnügen bereitet. Da trifft es sich gut, dass der erste Lkw, den er bereits zu DDR-Zeiten bewegt hat, ein IFA W 50 Kipper mit Allrad und 125 PS war: "Wenn ich beide Lkw miteinander vergleiche, ist der IFA wie aus der Steinzeit. Ein Traktor! Aber schon damals hat mich die Allradtechnik begeistert. Damit kannst du dich richtiggehend durchs Gelände graben."

Allradqualitäten des Zetros begeistern die Kiesfahrer

Bei der Kiesgewinnung fährt René den Abraum häufig einmal quer über das gesamte Gelände. Auch der Schlammteich muss regelmäßig geleert werden. Um alle Ecken und Winkel der Grube überhaupt zu erreichen, müssen immer wieder neue Wege gebaut werden. Kein Problem für René: "Hier fallen jährlich etwa 50.000 Kubikmeter Abraum an. 20.000 wollen wir mit dem Zetros fahren". Kein Wunder, dass ihn die Allradqualitäten jeden Tag aufs Neue begeistern: "Die absolute Geländetauglichkeit ist der Hit. Der ist wie ein Unimog und kommt überall durch.

Da macht mir so schnell keiner was vor." Die Arbeit auf Baustellen fasziniert René von Kindesbeinen an. "Ich weiß noch, als meine Eltern gebaut haben. Da hab ich den Lastwagen immer hinterhergeschaut. Seit diesem Tag war für mich klar: Das willst du auch einmal machen! Ich kann in meinem Job noch richtig was bewegen. Wer kann schon von sich behaupten, dass er mit seiner Arbeit Berge versetzt?"

Jeden Tag ein Gefühl von Abenteuer

Seit 1992 arbeitet René ununterbrochen als Fahrer in diesem Gewerbe. Bei ACZ Transport ist er seit anderthalb Jahren: "Jeden Tag gibt es andere Aufgaben. Und vor allem hast du hier auch die Chance, neben dem Lkw noch respektable Bagger und große Radlader zu fahren. Klasse!" Vor dem Kauf seines neuen Autos haben René und sein Chef tagelang Prospekte gewälzt. "Der Zetros wurde speziell für das Militär entwickelt", weiß René. "Da ist es ganz klar, dass er im Gelände herausragende Qualitäten hat. Die meisten unserer Lkw haben Allradantrieb. Doch es kommt immer wieder vor, dass einer stecken bleibt oder einen besonders steilen Hang einfach nicht schafft." Regelmäßig demonstriert René seinen Kollegen also, was er an seinem hochgeländegängigen Dreiachser besonders schätzt. "Nein, festgefahren hat er sich noch nie."

Das Fahren mit Frontlenkerlastwagen vermisst René nicht. "Klar ist mein Zetros ein wenig unübersichtlicher als andere Lkw und er hat außerdem einen extremen Wendekreis. Mich stört das alles aber überhaupt nicht." Und obwohl der höhere Verbrauch und das deutlich geringere Fassungsvermögen der Mulde eigentlich gegen einen Einsatz der netto insgesamt 120.000 Euro teuren Kombination sprechen, kommt keine Diskussion auf: "Ich lege mit dem Zetros ja auch nicht riesige Strecken zurück. Dafür komme ich in der Grube einfach überall mit ihm hin." Bei so viel Begeisterung für seinen Arbeitsplatz verdrehen die Kollegen immer wieder die Augen, erzählt René lachend. Er weiß, was er an seinem Offroad-Traum hat: "Wenn du willst, hast du jeden Tag ein Gefühl von Abenteuer. Wo gibt es das heute noch?"

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Dieser Artikel stammt aus Heft FERNFAHRER 03/2017.
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Datum

22. Februar 2017
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