Kratzer Automation Zoom
Foto: Kratzer Automation

Synergien bei Kratzer Automation

Erfolge bei Prüfständen und TMS-Lösung

Bei Kratzer Automation wachsen die Arbeitsbereiche Logistics Automation (TMS) und Test Systems (Prüfstände) zusammen.

Bei Kratzer Automation in Unterschleißheim bei München gibt es zwei Geschäftsbereiche, die auf den ersten Blick so gar nicht zusammenpassen wollen: Da ist zum einen die Abteilung Logistics Automation, bei der sich alles um die Transport-Management-Lösung (TMS) Cadis dreht. Also eine Software-Lösung, die es dem Nutzer ermöglicht, die Supply Chain zu planen und gleichsam zu überwachen sowie den gesamten Ablauf zu bewerten.

Des Weiteren gibt es den Bereich Test Systems, der Prüfstände entwickelt. Auch dort bietet Kratzer Automation ein breites Portfolio. Denn neben eher klassischen Vorrichtungen für Verbrennungsmotoren, Turbolader oder auch Antriebsstränge hat auch dort schon lange die Zukunft Einzug gehalten. So bietet das Unternehmen darüber hinaus Prüfstände für Brennstoffzellen, Elektromotoren, Batteriesimulationen und -tests sowie für die Elektronik an.

Schnittmenge der Kratzer-Teilbereiche wächst

Dass sich bei den Prüfständen entsprechende Synergien bilden lassen, ist nicht weiter verwunderlich. Dass aber auch die beiden Segmente Logistics Automation und Test Systems, die lange Zeit unabhängig voneinander waren, nun zunehmend Schnittmengen bilden, war noch vor nicht allzu langer Zeit kaum abzusehen. „Bereiche, die sich vorher nie berührt haben, wachsen nun zusammen“,  berichtet Franz Renger, Experte für Produktmanagement bei Kratzer Automation, im Gespräch mit trans aktuell.

Doch spätestens seit dem Dieselskandal sind der CO2- sowie der NOx-Ausstoß – beziehungsweise deren Vermeidung – eines der vorherrschenden Themen.
„Bei unserem TMS Cadis steht die Effizienz, also etwa das Vermeiden von Leerkilometern, ohnehin seit jeher im Fokus“, sagt Renger. Jedoch würden diese Systeme nun vor neue Herausforderungen gestellt, wenn der Antrieb beispielsweise batterieelektrisch vonstattengeht. Das erfordere schon aufgrund der geringeren Reichweite sowie der veränderten Ladesituation einen anderen Zuschnitt der Touren.

Der diplomierte Ingenieur für Elektro- und Informationstechnik, der seit sieben Jahren bei Kratzer Automation ist und davor in der Deutschlandzentrale von DB Schenker gearbeitet hat, sieht aber genau das als wahrscheinlichstes Zukunftsszenario an. Gerade im urbanen Raum dürfte Elektrofahrzeugen zur Vermeidung lokaler Emissionen die Zukunft gehören, prognostiziert er. Nicht zuletzt der rasante Absatz des Streetscooters deute in diese Richtung. „Außerdem sind die Kapazitäten zur Produktion von Elektrofahrzeugen der Deutschen Post DHL Group bis Ende 2017 auf bis zu 20.000 Stück verdoppelt worden“, berichtet er.

Strukturen in der Zustellung ändern sich

Darüber hinaus geht Renger davon aus, dass sich weitere Strukturen verändern werden – etwa in der Zustellung. So ist es aus seiner Sicht wahrscheinlich, dass der Einzelhandel zunehmend von Umschlagflächen am Stadtrand oder aus Mikro-Depots innerhalb der Stadtgrenzen heraus beliefert wird. „Nur auf diese Weise ist es möglich, auf alternative Antriebe zu setzen“, erklärt er. Wobei er aus den Erfahrungen hinsichtlich der Batterietests von Kratzer Automation davon ausgeht, dass insbesondere im Hinblick auf die Laufleistung noch großes Potenzial vorhanden ist. „Dennoch müsste der Disponent ganz andere Randparameter in die Tourenplanung einbeziehen“, erklärt er. So ist die Tour dann viel stärker von der Verkehrslage, der Topografie, aber auch von der Außentemperatur abhängig. Oder auch von dem Umstand, ob es auf der Strecke eine Schnelllademöglichkeit gibt.

Speziell auf die Citylogistik zugeschnittene IT-Lösungen bilden die Basis, um solche Prozesse effizient abzubilden. Das Stichwort hier ist Künstliche Intelligenz. Diese braucht es, um eben nicht nur die Echtzeit- sowie auch die historischen Verkehrsdaten zu berücksichtigen. So kann dann auch gleich noch die Länge der Stopps, die unter Umständen stark differiert, eingeplant werden.

Auch wenn DHL bereits Lösungen einsetze, werde sich hier noch einiges bewegen, ist Renger überzeugt. Dabei werde sich zeigen, welche Antriebe sich durchsetzen: Ob dies die Brennstoffzelle oder das Elektrofahrzeug allein sein wird und welche Rolle der Verbrennungsmotor spielt. Oder ob sich eine Verbindung aus mehreren Technologien durchsetzt. Klarer vorgezeichnet ist die Entwicklung hingegen beim TMS, das mit seinen Algorithmen die Informationen aus dem Internet der Dinge nutzt und im Sinne von mehr Effizienz verarbeitet.

Das Unternehmen

  • Gerhard Kratzer und Paul Balz gründeten Kratzer Automation im Jahr 1980 in München
  • Im Fokus stand prozessnahe Software, etwa für die Steu-erung der Leitzentrale von Ruhrgas
  • Auch die Automatisierung von Motorprüfständen gab es bereits
  • Über die Optimierung der ADAC Pannendienst-Flotte mittels mobilem Datenfunk war der Grundstein für die TMS-Lösung Cadis gelegt
  • Heute beschäftigt Kratzer mehr als 300 Mitarbeiter an weltweit acht Standorten und erwirtschaftet einen Umsatz von 61 Millionen Euro jährlich
Portraits

Datum

30. November 2017
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