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Foto: Karl-Heinz Augustin

Symposium von trans aktuell

Ladungsverkehre auf Effizienz trimmen

Wie sieht die Zukunft der Branche aus? Roboter und autonom fahrende Lkw oder eine Armada von Transportfahrzeugen mit Kennzeichen aus Mittel- und Osteuropa? Die Antwort darauf ist der Titel des trans aktuell-Symposiums auf der Messe transport Logistic in München: "Ladungsverkehre auf Effektivität und Effizienz trimmen". Zwar wird es den klassischen Ladungsverkehr weiter geben, doch das Erfolgsmodell für deutsche Unternehmen sieht anders aus als früher, so der Tenor der geladenen Experten Rolf-Dieter Lafrenz (Cargonexx), Bernd Wipki (HSV Systemverkehre), Gunnar Gburek (Timocom), Jeroen Eijsink (C.H. Robinson), Josef Perisa (Transcoop09) und Prof. Dirk Lohre (Hochschule Heilbronn).

Fahrpersonalmangel und die Tendenz weg vom Tramp- und hin zum Linienverkehr, Rückla-dungen und die zunehmende Konzentration auf große Fuhrparks: Das sind die wichtigsten Gründe für eine neue Strategie, wie Prof. Dirk Lohre vom Studiengang Verkehrsbetriebswirt- schaft und Logistik der Hochschule Heilbronn belegen konnte. Wer auch in Zukunft Fahrzeu-ge fahren lasse, müsse im Ladungsverkehr zur industriellen Abwicklung übergehen. Daraus ergibt sich ein verändertes Verhältnis von Frachtführer zu Spediteur sowie eine Marktmacht, die sich zugunsten von Großflotten verschiebt.

Mehr Flexibilität der Unternehmen fordert Gunnar Gburek, Head of Business Affairs der Frachtenbörse Timocom. Frachtenbörsen, so Gburek, böten den Unternehmen heute die Chance ohne Vermittler und Zwischenunternehmen mit ihren Kunden Geschäfte abzuwi- ckeln. "Wer nur Frachten vermittelt und die Chancen der Digitalisierung nicht nutzt, muss sich auf Probleme einstellen oder selbst Dienstleistungen anbieten."
Mit eigener Transportmanagement-Software und einem Online-Marktplatz für Partner,  Frachtführer und Lieferanten geht die Mittelstandskooperation Transcoop09 an den Start. Der osteuropäische Frachtführer ist für die Mittelständler übrigens kein Schreckgespenst, sondern notwendig. "Unsere Mitglieder haben zum Teil feste osteuropäische Partner, die sich an unseren Kodex halten, wir haben einen guten Weg gefunden", erklärt Transcoop09-Vorstand Josef Perisa.

Mit standardisierten Prozessen arbeiten die HSV Systemverkehre mit 550 eigenen Einheiten. Bei 1.400 Wechselbrücken, die pro Tag bewegt werden, sind laut Geschäftsführer Bernd Wipki elektronische Kontrollsysteme im Einsatz. "Etwaige Einbrüche im Qualitätsprozess können so durch digitale System abgedämpft werden".  Bezeichnend ist für Wipki die Geschwindigkeit, mit der sich neue Technologien durchsetzen. Wer vorne mit-spielen will, hat lediglich noch ein Viertel Jahr Vorsprung.
Keine eigene Flotte, aber eine eigene Fracht-Plattform besitzt der internationale Logistik- dienstleister C.H.Robinson. Europachef Jeroen Eijsink setzt auf eine optimale Datenstruktur. Gleichzeitig schafft die IT-Abteilung alle Voraussetzungen, um Mitarbeiter bestmöglich zu informieren. Das funktioniere nur über direkte Schnittstellen zu Kunden und Lieferanten. Für mehr Datenintelligenz wirbt Rolf-Dieter Lafrenz von Cargonexx. Sein Unternehmen nutzt bei-spielsweise einen selbstlernenden Algorithmus, der Frachtpreise automatisch errechnet.
Wie die Branche in zehn Jahren aussieht? Viele Prozesse laufen dann automatisch und voll-digitalisiert ab, dennoch müssen Güter transportiert und auch physisch bewegt werden. Die Branche sollte auf alle Fälle die Chancen für mehr Flexibilität nutzen, die die Digitalisierung mit sich bringe, sagte Prof. Lohre von der Hochschule Heilbronn.


Bildunterschrift: Die Experten (von links nach rechts): Rolf-Dieter Lafrenz (Cargonexx), Bernd Wipki (HSV Systemverkehre), Gunnar Gburek (Timocom), Jeroen Eijsink (C.H. Robinson), Josef Perisa (Transcoop09), Prof. Dirk Lohre (Hochschule Heilbronn) und Moderator Matthias Rathmann
(trans aktuell).
Fotohinweis: Karl-Heinz Augustin/ETM

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Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

Datum

8. Juni 2017
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