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Foto: Matthias Rathmann

Spedition siedelt Fuhrpark nach Hechingen um

Barth investiert in neues Zentral-Hub

Die Barth-Logistikgruppe aus Burladingen investiert in ein neues Zentralhub für ihre eigenen Netzwerk-Verkehre im 18 Kilometer entfernten Hechingen.

Die Barth-Logistikgruppe rüstet sich mit der größten Investition in der Firmengeschichte für die Zukunft. Ihr "Projekt 2020" sieht bis in zwei Jahren einen Umzug von 120 Mitarbeitern sowie der Flotte und der Logistikaktivitäten vom Stammsitz Burladingen ins 18 Kilometer entfernte Hechingen (beides Zollernalbkreis) vor. Vom dortigen Gewerbegebiet Nasswasen gibt es eine direkte Zufahrt zur B 27. Für die Geschäftsführer Berthold Barth und Peter-Johannes Barth ist es der ideale Standort für ein Verkehrszentrum in der Wirtschaftsregion Neckar-Alb. Das Vorhaben schlägt mit rund zehn Millionen Euro zu Buche.

Und das sind die Eckdaten: Auf 50.000 Quadratmetern soll eine bis zu 7.000 Quadratmeter große Umschlaghalle entstehen. Daran können zwei Flügel mit Hochregal­lagern zu je 12.000 Palettenstellplätzen in der Zukunft angebaut werden, ebenso wie Büros und Sozialräume. "Wir haben ein fertiges Baukonzept mit einem fertigen Layout für die Halle", sagt Berthold Barth im Gespräch mit der Fachzeitschrift trans aktuell. Er sei zuversichtlich, dass die Behörden seinem Unternehmen die Baugenehmigung bald erteilen und das Projekt 2020 bis zum Zieljahr umsetzen kann.

Standort in Burladingen platzt aus allen Nähten

Das Problem am Stammsitz Burladingen: Der Standort ist landschaftlich schön auf der Schwäbischen Alb, aber eben nicht verkehrsgünstig gelegen. "Hier haben unsere Väter das Transportunternehmen nach dem Krieg gegründet", erzählt Barth. Aufgrund der dort ansässigen Textilindustrie gab es einen hohen Transport­bedarf. Der Standort habe den Ansprüchen des Unternehmens viele Jahre genügt. Doch nach der letzten Erweiterung 1998 waren die Möglichkeiten zur Expansion auf dann 40.000 Quadratmetern endgültig ausgeschöpft. "Also haben wir begonnen, uns umzuschauen."

Der geplante Umzug von Mitarbeitern und Fahrzeugen hat noch weitere Vorteile: Nicht nur das Flächenangebot reicht für den aktuellen und künftigen Bedarf. Auch die Vor- und Nachläufe der Lkw verkürzen sich erheblich, was die Effizienz des Fahrer- und Fahrzeugeinsatzes steigert. "Die Fahrzeuge müssen sich nicht erst 18 Kilometer durchs Killertal quälen, sondern können deutlich produktiver eingesetzt werden", erläutert Berthold Barth. Auch innerhalb der Hallen verbessern sich die Wege, weil die Ware nicht aus Platzmangel immer wieder hin und her bewegt werden muss, um freie Flächen zu schaffen. "Die Materialflüsse werden deutlich günstiger gestaltet", sagt Barth.

Zentrale Dienstleistungen bleiben in Burladingen

In Burladingen verbleiben die Werkstatt, aber auch zentrale Dienstleistungen wie die Informations- und Kommunikationstechnik, Finanzbuchhaltung, Personal, Vertrieb und Management. 120 Mitarbeiter werden weiterhin dort beschäftigt sein. Damit hält sich die Mitarbeiterzahl in Burladingen und Hechingen die Waage. Perspektivisch wird es aber wohl nicht so bleiben, da Barth aufgrund der erhöhten Fläche und der neuen Möglichkeiten weiteres Geschäft akquirieren und dadurch die Zahl der Beschäftigten in
Hechingen ausbauen möchte. Aber erst einmal muss buchstäblich das Fundament dafür gelegt werden und der Bau beginnen.

Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

Datum

4. Juni 2018
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