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Foto: Thomas Küppers

Schmitz Cargobull liefert 30 Langsattel

Waberer’s wird zum Lang-Lkw-Betreiber

Welche Pläne verfolgt der ungarische Großspediteur Waberer’s beim Thema Lang-Lkw? Wie das Unternehmen mitteilt, hat es beim Trailerhersteller Schmitz Cargobull in diesem Jahr neben 600 Megatrailern – darunter 300 bahnfähige – auch 30 verlängerte Sattelauflieger bestellt.

Bei der Auslieferung des letzten Trailers dieser Tranche war Ferenc Lajkó selbst vor Ort im Schmitz Cargobull-Werk Altenberge. Das Geschäftsfeld von Waberer’s sind internationale, langströmige Komplettladungsverkehre. Hier sieht sich das Unternehmen mit 4.150 eigenen Zugfahrzeugen als Nummer eins. Das Unternehmen strebt in diesem Segment nach Effizienz – was den Wunsch, mehr Volumen pro Fahrt befördern zu wollen, erklärt.

Lang-Lkw darf nicht grenzüberschreitend fahren

Doch stellt sich die Frage, auf welchen Relationen Waberer’s die nach Angaben von Schmitz Cargobull 14,70 Meter langen Auflieger einsetzen möchte. Der verlängerte Auflieger gilt in Deutschland als Lang-Lkw (Typ 1) und darf weder flächendeckend in der Republik noch grenzüberschreitend fahren.

"Fahrzeuge, die mit ihren Maßen oder Gewichten von der EU-Richtlinie 96/53 abweichen, dürfen nicht grenzüberschreitend eingesetzt werden", erläutert auch Spediteur Siegfried Serrahn, der sich seit Jahren mit Lang-Lkw im Allgemeinen und dem verlängerten Auflieger im Besonderen befasst, gegenüber der Fachzeitschrift trans aktuell. Ausnahmen gebe es nur für unteilbare Ladung. Auch er sieht daher keine Einsatzmöglichkeit des Langsattels im angestammten Geschäftsfeld bei Waberer’s.

Lang-Lkw-Einsatz im Rahmen von Kabotage-Verkehren?

Waberer’s selbst hat die Frage von trans aktuell, wo die Fahrzeuge eingesetzt werden, bisher nicht beantwortet. Der Einsatz wäre wie für die anderen Lang-Lkw-Betreiber nur auf den freigegebenen Strecken innerhalb von Deutschland möglich. Hier ist unklar, wie Waberer’s das organisieren sollte – gegebenenfalls, indem die Lkw von einer deutschen Niederlassung aus operieren.

Oder aber Waberer’s würde die verlängerten Auflieger als Teil von internationalen Beförderungen als Kabotageverkehre bewegen. Das setzte aber voraus, dass die Zugfahrzeuge zuvor eine internationale Fahrt absolvieren. Anschließend gilt die Regel, dass es maximal drei innerdeutsche Fahrten innerhalb von sieben Tagen sein dürfen.

Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

Datum

11. Dezember 2017
5 4 3 2 1 5 5 2
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