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Foto: Panalpina

SAP, 3D-Druck und E-Commerce

Panalpina treibt digitale Projekte voran

Der Logistikdienstleister Panalpina setzt in Sachen Digitalisierung Akzente. Das Unternehmen treibt die weltweite Einführung der operationellen IT-Plattform SAP TM voran und stößt in neue Bereiche wie E-Commerce und 3D-Druck vor.

Das neue Transportmanagementsystem ersetzt die operativen Altsysteme des Unternehmens. Bis 2018 soll es in den wichtigsten Länderorganisationen eingeführt  sein. Den Anfang machten Ende 2015 die Schweiz und Singapur. Kürzlich folgte der Start in Italien und Kanada. In diesem Jahr ist Deutschland dran. Danach sind weitere Länder in Westeuropa, die USA und China an der Reihe.


Das SAP-System umfasst auch ein weltweit einheitliches ERP-Finanzprogramm. Die Umstellung auf die neue IT-Landschaft schlägt mit rund 300 Millionen Schweizer Franken (275 Millionen Euro) zu Buche. Es ist die bisher höchste Einzelinvestition für Panalpina. "Wir kommen beim Ausrollen gut voran. Wir haben eine stabile Plattform", sagt der neue Vorstandsvorsitzende Stefan Karlen im Gespräch mit trans aktuell.


"In den Ländern, in denen wir live gegangen sind, hatten wir keine unlösbaren Schwierigkeiten", bilanziert Karlen. Die Deutsche Post DHL hatte weniger Glück und musste ihr SAP-Projekt abblasen, was enorme Kosten verursachte. Der Panalpina-Chef kommentiert das mit den Worten: "Das einzige was diese beiden Projekte wohl wirklich gemeinsam hatten, war der Name SAP. Die Komplexität war nach unserem Verständnis eine ganz andere als bei Panalpina."

Panalpina hat dank des Systems mehr Zeit für Kunden

Mit dem neuen System gehe man weitere Schritte in Richtung einheitlicher Prozesse, Effizienzsteigerung und erhöhter Kundenfokus. "Es macht uns produktiver und reduziert den Aufwand für Routinearbeiten. Gleichzeitig erhöht sich die Datenqualität. Im Endeffekt heißt das, dass wir mehr Zeit für unsere Kunden haben und für sie Mehrwert schaffen können", sagt Karlen. Unabhängig von SAP TM würde viel in EDI-Schnittstellen investiert, um Kunden einfacher anbinden zu können.
Auf Kundenwünsche eingehen – das ist auch beim Thema E-Commerce die Prämisse. Panalpina hat mit dem Anbieter Intershop aus Jena einen Kooperationsvertrag unterzeichnet und bietet nun eine globale E-Commerce-Plattform an, die sich für verschiedenste Kunden im B2B- und B2C-Geschäft eignet, weil sie modular aufgebaut sowie sehr flexibel und skalierbar sei. "Wir können damit eine breite Palette an Kunden und Industrien ansprechen und globale End-to-End-Lösungen anbieten – vom Webshop über Call Centers bis hin zur Auslieferung", sagt Karlen. Das Angebot richte sich etwa an Kunden, die sich im Online-Handel etablieren wollten, denen aber entweder die Erfahrung oder die Infrastruktur fehlt. Diesen Kunden biete Panalpina mit dem Angebot "E-Commerce Suite" die Möglichkeit, neue Verkaufskanäle und Märkte zu erschließen.
Das Geschäftsfeld E-Commerce ist für Panalpina in dieser Form Neuland. Vertreten war der Logistikdienstleister bisher nur im E-Fulfillment – er kümmerte sich also nur um die Abwicklung der Bestellungen. Für die im Panalpina-eigenen Innovation Board entwickelte Lösung sieht Karlen großes Potenzial. "Wir sind nun an einem Entwicklunspunkt, an dem wir unser Angebot vermarkten können", sagt er – sowohl an Bestands- als auch an Neukunden.

Kooperation mit 3D-Druckunternehmen Shapeways

Gleiches gilt übrigens für den 3D-Druck. Nachdem der Logistikdienstleister im Juli eine Kooperation mit dem 3D-Druckunternehmen Shapeways aus den USA eingegangen war, will er nun weitere Kunden für konkrete Anwendungen gewinnen. Noch ist Panalpina nach eigenen Angaben nur mit einer überschaubaren Zahl an Druckern tätig – mit Produkten für die Konsumgüterindustrie. In zwei Projekten lässt Panalpina parallel an der Universität Cardiff erforschen, welche Produkte sich für den 3D-Druck eignen und welche Auswirkungen sich dadurch für die Lieferkette ergeben.


Allein schon durch den technischen Fortschritt sieht der Vorstandsvorsitzende hier neue Möglichkeiten. "Es gibt neue Drucker von HP, die bis zu zehnmal schneller als herkömmliche arbeiten", sagt der 43-Jährige. Panalpina werde sie testen. Eins macht der Manager aber auch deutlich: "Wir werden 3D-Drucker nur dort einsetzen, wo auch ein Bedarf besteht." Ebenfalls steht für Karlen fest, dass es auch weiterhin klassische Transporte über lange Distanzen geben wird. Auch Drucker und Zubehör müssten zum Produktionsstandort gebracht werden. Das könne keine Digitalisierung ersetzen.

Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

Datum

16. Januar 2017
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