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Paletten, Swoplo, Start-up Zoom
Foto: Swoplo

Online-Marktplatz für Lademittel

Swoplo macht das Palettengeschäft transparent

Auf der B2B-Plattform des Start-ups Swoplo können Unternehmen ihre Lademittel standortunabhängig kaufen und verkaufen. Der Algorithmus erkennt tote Konten und ermöglicht Spediteuren so eine Kostenersparnis.

Beim Stichwort Lademittel zucken viele Branchenkenner erst einmal zusammen. Besonders beim Palettenhandling entsteht oft ein hoher Arbeits- und Zeitaufwand, der häufig mit Ärger verbunden ist. Das Start-up Swoplo hat laut CEO und Gründer Andreas Günkel für das leidige Palettenthema eine Lösung parat: "Auf unserer B2B-Plattform können Unternehmen ihre Lademittel standortunabhängig kaufen und verkaufen." Swoplo mit Sitz in Eschborn bringt beide Seiten online zusammen: Angebot und Nachfrage werden transparent.

Die Registrierung und das Einstellen von Angeboten ist kostenlos, eine Grundgebühr gibt es auch nicht. "Die Nutzer zahlen nur bei Transaktionen", erklärt Günkel im Gespräch mit trans aktuell. Eine Transaktion kostet mindestens fünf, aber maximal 25 Euro und beläuft sich auf ein Prozent des Transaktionspreises. Die gesamte Abrechnung übernimmt das Start-up, am Monatsende bekommen die Nutzer eine Sammelrechnung mit allen Infos.
"Weil die Palettenverwaltung in vielen Unternehmen noch nicht digitalisiert ist, können Palettenkonten nicht effizient ausgeglichen werden", erklärt Günkel. Der 49-Jährige spricht von einem "riesigen Optimierungspotenzial", das sich vor allem im Palettengeschäft ergebe.

"Unser Algorithmus erkennt: Hier ist ein totes Konto und dort gibt es einen anderen Teilnehmer, auf den wir die Paletten umbuchen können." Im Jahr könnten laut Günkel 30.000 bis 40.000 Euro an den Spediteur zurückgehen, die er sonst alternativ abschreiben würde. Das System berechne die größte Kostenersparnis.

Swoplo ist komplett neutral

Die Kunden vertrauen Swoplo also eine Menge Daten an. Günkel verweist deshalb deutlich auf die Neutralität der Firma: "Hinter uns steht kein großes Unternehmen und die gewonnenen Daten nutzen wir nicht für eigene Geschäfte." Ausschließlich private Investoren finanzierten das Start-up, das seit Ende 2016 online ist. Das Gründerteam um Günkel fragte sich aber bereits im Jahr 2015, warum das Palettenhandling immer noch rein analog stattfindet. "Wir haben sofort angefangen zu programmieren und Anfang 2016 Swoplo gegründet." Der Name des Unternehmens leitet sich vom englischen Wort "to swop" für "tauschen" ab, "lo" ist eine Abkürzung von Logistik.

Neben den fünf Gründern tüfteln noch sieben weitere Mitarbeiter am Erfolg der Firma. Und der habe sich recht schnell eingestellt. Laut Günkel lief es von Anfang an gut, ein vergleichbares Angebot gebe es bisher nicht. "Selbst wenn ähnliche Portale auf den Markt kommen würden: Wir haben schon einen guten Vorsprung." Täglich finden 20 bis 100 Transaktionen statt.

In diesem Jahr will der Geschäftsführer die Marke von 10.000 Transaktionen knacken. Momentan befinden sich rund 200.000 bei Swoplo registrierte Lademittel an 250 Standorten in Deutschland – bei den meisten handelt es sich um Europaletten. Das Unternehmen selbst besitzt keine eigenen Assets. "Wir bringen die Leute zusammen." Rund 400 Speditionen, Verlader, Palettenhändler oder Indus­trie­unter­neh­men haben sich bereits registriert.

Neues Angebot: Software, die mit Swoplo verknüpft ist

Damit sich die Zahl der Nutzer weiter steigert, launcht Swoplo Ende März ein neues Angebot. "Die Lademittelverwaltung geht in vielen Unternehmen noch rudimentär per Excel oder auf Papier vonstatten, wir stellen unseren Kunden künftig hierfür eine einfache Software zur Verfügung, die auch schon über eine Schnittstelle mit dem Swoplo-Marktplatz verbunden ist."

Obwohl sich die Geschäftsidee von der anderer Logistik-Start-ups unterscheidet, gibt es neben dem Format des Online-Marktplatzes eine weitere Gemeinsamkeit: so viele Nutzer wie möglich generieren. Denn nur so verdienen die meisten Start-ups Geld. "Die kritische Masse an Usern müssen wir noch erreichen, aber wir wissen noch nicht, wie viele es sein werden", sagt Günkel.

Dann könne auch die Ausweitung des Angebots auf Europa beginnen. "Im Laufe des Jahres wollen wir das sukzessive angehen und beginnen erst einmal mit drei bis vier Ländern." Mit den wachsenden Distanzen steigen laut Günkel dann auch die Kosteneinsparungen. "In zwei bis drei Jahren wollen wir das zentrale Lademittelportal in Europa sein", formuliert er das Ziel seines Unternehmens. Swoplo verfüge über ein Potenzial von weit über einer Million Transaktionen pro Jahr. Es ist also noch Luft nach oben – und da wollen Günkel und sein Team hin.

Franziska Niess

Datum

14. März 2018
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