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Neue Werte in der Logistik

Digitalisierung verändert die Arbeitsweise

Die Vernetzung von Verkehrsträgern und Infrastruktur steigert die Effizienz und optimiert das Flottenmanagement.

Eines der großen Themen, mit dem sich die Branche derzeit beschäftigt, ist die Digitalisierung des Straßengüterverkehrs. Wie intensiv und vielschichtig, wurde auf dem 2. Dekra Zukunftskongress Nutzfahrzeuge in Berlin deutlich. Digitalisierung stellt für zahlreiche Branchenkenner ein Schlüsselinstrument dar, um auf Herausforderungen wie Verkehrszuwachs oder die steigenden Anforderungen an Energieeffizienz zu reagieren. "Noch ist heute ein relevanter Anteil an Leerfahrten zu registrieren", gab Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie, zu bedenken. Klar sei aber, dass durch die Optimierung der Frachtraumkapazitäten mithilfe der Daten Hunderttausender vernetzter Lkw die Wirtschaftlichkeit vieler Transporte gesteigert werden kann.

Die Wertschöpfungskette transfomiert sich

Mattias Lundholm, Vice President Connected Services and Solutions bei Scania, führte als Beispiel für einen Hersteller die Zahl von knapp 300.000 vernetzten Lkw von Scania ins Feld. "Ebenso wie die Vision der vollständig vernetzten Mobilität die Automobilbranche vor massive Umbrüche stellt, wird der ‚digitale Lkw‘ die Logistikbranche in Zukunft komplett verändern", nahm Dr. Gerhard Nowak, Geschäftsführer bei Strategy&, der Strategieberatung von Price Waterhouse Coopers, in seinem Vortrag Bezug auf die von ihm mitverfasste Studie "The era of digitized trucking: Transforming the logistics value chain". Die Studie geht davon aus, dass der Wandel im Lkw-Transportwesen sowie in der Logistik innerhalb der nächsten zehn Jahre von sechs technologischen Innovationen getrieben wird: der Kommunikation zwischen Fahrzeug und Infrastruktur, der Kommunikation zwischen Fahrzeugen, der Ferndiagnose bei technischen Problemen, dem autonomen Fahren sowie der integrierten Logistikkette mit vollautomatisierten Frachtenbörsen in Echtzeit. Diese neuen technischen Möglichkeiten werden die Lkw-Betriebskosten nach Ansicht der Studienautoren deutlich senken.

Ausgehend von jährlichen Betriebskosten inklusive Fahrer von 115.600 Euro für einen traditionellen Durchschnitts-Lkw im Fernverkehr, sehen die Experten Einsparpotenziale von bis zu circa 33.000 Euro pro Jahr und Fahrzeug. Darüber hinaus erwarten sie, dass die Bündelung von Verkehrsströmen durch eine sternförmige Anordnung der Transportwege auf und von einem zentralen Knotenpunkt die künftige Logistikkette dominieren wird. Der einzig verbleibende traditionelle, physische Prozess sei in Zukunft der Transport der Waren von A nach B. Alle anderen Abläufe werden digital automatisiert. Für Fahrzeughersteller wie Fuhrparkbetreiber gehe es darum, neue Wertschöpfungsmöglichkeiten auszumachen und diese mit eigenen IT-basierten und vernetzten Angeboten und Dienstleistungen zu besetzen. Auch die im Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS angesiedelte Arbeitsgruppe für Supply Chain Services SCS hat sich im Rahmen der Studie "Transportlogistik 4.0" mit den Technologien und Anwendungen rund um die Digitalisierung im Transportwesen befasst. Wie Teamleiter Martin Schwemmer ausführte, sehen die befragten Unternehmen als größte Herausforderung fehlende Standards, die Abhängigkeit von IT-Systemen und -Dienstleistern und die Problematik des Datenschutzes.

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FERNFAHRER Lastauto Omnibus trans aktuell
Dieser Artikel stammt aus Heft lastauto omnibus 01-02/2018.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.

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26. Januar 2018
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