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Foto: Maintrans Gruppe

Maintrans plant Verbesserungen für Fahrer

Zusammenarbeit mit Berghegger erfolgreich

Die Maintrans Gruppe will ihren Fahrern ab dem 1. Januar 2018 fünf bis zehn Prozent mehr zahlen. Positives gibt es auch von der Zusammenarbeit mit der Martin Berghegger Spedition zu berichten, aus der BM Logistic Solutions entstanden ist.

Eigene Fahrer halten, für neue attraktiv werden: Die Maintrans  Gruppe mit ihren zehn Standorten und rund 120 eigenen Fahrern plant, ihr Vergütungssystem für Fahrer sowie die Rahmenbedingungen zu verbessern, um diese Ziele zu erreichen. Das Kernstück ist noch nicht in trockenen Tüchern, aber bemerkenswert: Angedacht ist laut den Geschäftsführern  Jochen Eschborn und Stephan Kürsten eine Gehaltsanpassung von fünf bis zehn Prozent zum 1. Januar.

Denn laut Eschborn ist der Fahrermangel inzwischen auch in der Maintrans Gruppe eklatant: Rund zehn Prozent der Fahrzeuge konnten in den vergangenen Monaten an den verschiedenen Standorten nicht besetzt werden. Inzwischen habe man sogar Fahrer, die das Unternehmen in der Vergangenheit verlassen hatten, kontaktiert und auch erfolgreich wieder zurückgeholt – "das motiviert auch andere Fahrer", sagt Kürsten.

Neues Lohnmodell belohnt Mitarbeiter, die mehr leisten als gefordert

Das neue Lohnmodell sieht außerdem vor, Punkte wie das Fahrerverhalten, Pünktlichkeit, Ordentlichkeit und den Auftritt gegenüber Kunden anders zu bewerten. Dabei gehe es nicht darum, einzelne Fehler abzustrafen, vielmehr sollen die Mitarbeiter besonders belohnt werden, die mehr leisten als gefordert.

Zudem wollen die beiden Geschäftsführer einen "feel good manager", einen Ansprechpartner für die Fahrer, der zwischen Disposition und Management angesiedelt werden soll, einstellen. Ein weiterer Punkt sei die Integration neuer Mitarbeiter: Fahrer sollen länger und in Begleitung eingearbeitet und besser geschult werden. "Viele Fahrer sind mit unserem System der Teilladungen und drei bis vier Abladestellen auf einer Tour überfordert – das wollen wir abstellen."

Und letztlich will der Spediteur auch mit den Kunden sprechen. Gerade bei Kunden mit festen Verträgen lasse sich demnach noch einiges ändern – etwa die Wartezeiten für den Fahrer an der Rampe. "Die Kunden müssen den Transport als integralen Bestandteil ihrer Logistik sehen und sollten nicht nur das Ziel haben, sich selbst zu optimieren." Vertraglich gebundene Geschäfte machen einen Großteil bei Maintrans aus, sagt Kürsten, was derzeit aufgrund des Frachtüberhangs und wegen eines Char­ter­anteils von 40 Prozent mit höheren Kosten verbunden sei. Dennoch erwarten die beiden für 2017 einen Umsatz von rund 42 Millionen Euro und ein gutes Betriebsergebnis.

BM Logistic Solutions mit Martin Berghegger Spedition

Auf gutem Wege sei auch die BM Logistic Solutions, die im Zuge eines Asset Deals mit der Martin Berghegger Spedition aus Bramsche im März entstanden war. Wie es zu der Zusam­men­arbeit kam? "Ich habe das Unternehmen 1991 von meinem Vater mit 15 Mitarbeitern übernommen und im Lauf der Zeit auf eine Größe von 160 Mitarbeitern weiterentwickelt", sagt Stefan Berghegger zu trans aktuell.

Statt diese Entwicklung allein voranzutreiben, wollte er die Zukunftsfähigkeit des Betriebs anders sichern – "zumal mein Sohn als vierte Generation Ambitionen hat, meine Nachfolge anzutreten." Wegen positiver Erfahrungen in puncto Kooperationen, etwa bei Elvis, lag es nahe, sich mit einem befreundeten Unternehmen zu verbinden.

Wie auch bei der ebenfalls neu entstandenen Berghegger Internationalen Spedition haben Stefan Berghegger und die beiden Maintrans-Gesellschafter Eschborn und Kürsten unterschiedliche Anteile. Die Trennung von  Logistik und Transport hat sich laut Berghegger als richtig erwiesen, insbesondere wegen des großen Wachstumpotenzials im Bereich Logistik: "Da wir im Bereich der Logistik sehr individuelle Kundenlösungen anbieten, sind hier andere Strukturen als im klassischen Transportgeschäft gefragt. Auch hat sich die Trennung der beiden Bereiche als sehr hilfreich bei der Analyse der Kosten- und Ergebnisstrukturen erwiesen."

Berghegger arbeitet im Einklang mit Maintrans-Häusern

Die Berghegger Internationale Spedition bekam einen eigenen Geschäftsführer und arbeitet laut Eschborn im Einklang mit den Maintrans-Häusern. BM Logistics Solutions verfolgt hingegen die Entwicklung und Implementierung komplexer und individualisierter Logistikdienstleistungen. Etwa bei einem Großkunden, bei dem die Aufgabe die zeitnahe Anlieferung von Verpackung in die Produktion ist. Insgesamt betreibt BM Lagerflächen von mehr als 70.000 Quadratmetern.

Stefan Berghegger übernimmt als Geschäftsführer bei BM die vertriebliche Arbeit, während von Maintrans der administrative Teil kommt – im Rahmen der Maintrans-eigenen Buchhaltungsgesellschaft Aconto, die auch für alle operativen Schritte die Kennzahlen liefert.

Nicht nur Transport und Logistik werden mit dem Konstrukt unabhängig voneinander betrieben. Prozesse und Verwaltung trennen und separat weiterführen – für Eschborn und Kürsten ein erfolgreiches Konzept, das sie gerne auch auf weitere Unternehmen aus dem Bereich Spedition, Transport und Logistik ausweiten könnten. Im Zuge der Zusammenarbeit innerhalb der Unternehmensgruppe konzentriert sich jeder Geschäftsführer auf seine Stärken. Um wachsen zu können, brauche ein Unternehmen heute neben der erforderlichen Liquidität vor allem auch die entsprechenden Managementkapazitäten – kein leichtes Thema vor allem für kleine Unternehmen.

Ilona Jüngst

Autor

Datum

28. November 2017
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