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Foto: Jan Bergrath

Lenk- und Ruhezeitenverstöße

Fahrer 33 Stunden am Steuer

Immer wieder kommen derartige Schlagzeilen in die Presse. Die Polizei hat massive Lenkzeitüberschreitungen festgestellt. Doch was steckt hinter diesen Vorwürfen?

Der Fall wurde auf Facebook diskutiert. In der Online-Ausgabe einer Zeitung war zu lesen: Statt neun Stunden ohne Pause am Steuer war ein Lkw-Fahrer bis zu 33 Stunden am Stück unterwegs.

Harte Strafen für Verstöße

Der Vorwurf ärgerte viele Kollegen. Die Zeitung würde ohne Sachkenntnis eine Sensationsmeldung verbreiten. "Die Praxis ist bekannt", sagt Anwalt Matthias Pfitzenmaier. "Durch die elektronische Auswertung der auf der Fahrerkarte gespeicherten Daten findet eine Einzelfallprüfung der dort gespeicherten Verstöße gegen die Lenk- und Ruhezeiten oft  weder durch die Polizei noch durch die Bußgeldbehörde statt. Das Ergebnis, also die Verstöße, werden vielmehr von der Auswertesoftware erfasst und zur Anzeige gebracht."

Das hat Folgen: Eine tägliche Ruhezeit nur um 10 Minuten auf 8 Stunden 50 Minuten verkürzt, kann zur Folge haben, dass die beiden Lenkzeiten davor und danach zusammengerechnet werden. Sie fällt weg. Für den Rechner saß der Fahrer dann 18 Stunden am Steuer. Anderes Beispiel: Ein Fahrer beginnt seine Schichtzeit um 6.00 Uhr und stellt den Lkw unter Einhaltung der vorgeschriebenen Fahrtunterbrechungen nach einer Tageslenkzeit von 10 Stunden um 21.30 Uhr auf einem Parkplatz ab.

Nach einer zusammenhängenden Ruhepause von 9 Stunden setzt er seine Fahrt am Folgetag um 6.30 Uhr morgens fort. Anschließend hat er eine Tageslenkzeit von 10 Stunden. Gerät der Fahrer in eine Kontrolle, so würde ein Bußgeld gegen ihn wegen einer Lenkzeitüberschreitung von 10 Stunden sowie wegen einer Ruhezeitverkürzungen um 30 Minunten von mehr als 1.000 Euro verhängt.

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Datum

15. Oktober 2015
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