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Ladungsdiebstahl: Verbände schlagen Alarm

Diebe brechen alle zehn Minuten einen Lkw auf

Bislang war das Ausmaß von Ladungsdiebstählen in Deutschland nicht zu beziffern, denn die Polizei führt keine Statistik. Zudem sind viele der hier ausgeraubten Lkw im europäischen Ausland registriert und dort versichert. Wie groß das Problem tatsächlich ist, zeigt eine gemeinsame Berechnungen mehrerer Wirtschaftsverbände unter Beteiligung der Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft Norddeutschland (ASW Nord).

Nach Angaben der ASW Nord werden jährlich Ladungen von nahezu 26.000 Lkw gestohlen. Statistisch gesehen schlagen Kriminelle in Deutschland also alle 20 Minuten zu. Allein die gestohlenen Güter haben einen Wert von 1,3 Milliarden Euro. Weitere Schäden in Höhe von 900 Millionen Euro entstehen durch Konventionalstrafen für Lieferverzögerungen, Reparaturkosten sowie Umsatzeinbußen und Produktionsausfälle.

13 Wirtschaftsverbände schlagen angesichts dieser Zahlen Alarm und eine gemeinsame Initiative gestartet. Die "Arbeitsgemeinschaft Diebstahlprävention in Güterverkehr und Logistik" will die Sicherheit der Transportlogistik insbesondere durch höhere Sicherheitsstandards und Investitionen in Ortungstechnik, Diebstahlwarnanlagen, Wegfahrsperren und gesicherte Parkplätze erhöhen.

Von den Behörden fordern die Verbände mehr Unterstützung durch einen höheren Fahndungsdruck auf die professionell agierenden kriminellen Organisationen. Um gezielte präventive und repressive Maßnahmen ergreifen zu können, müssten die Ermittlungsbehörden nach Ansicht der ASW Nord das Delikt Ladungsdiebstahl besser statistisch erfassen und die Voraussetzungen für eine bundesweit einheitliche Anzeigenaufnahme schaffen. Bislang würden Personalmangel, schlechte Vernetzung und geringe Spezialisierung die Ermittlungen eher verzögern, bemängelt die Arbeitsgemeinschaft.

Die Initiative fordert folgende Maßnahmen:

  • Vereinfachtes bundeseinheitliches Verfahren zur Erstattung einer Strafanzeige sowie Entwicklung eines bundeseinheitlichen Maßnahmenblattes für die Anzeigenaufnahme bei Diebstahl von Ladung, kompletten Ladungsträgern und Kraftstoff
  • Verbesserte Strafverfolgung durch länderübergreifende Koordinierung innerhalb Deutschlands und Europas
  • Kooperation der EU-Staaten, Polizei und Ermittlungsbehörden bei der Strafverfolgung
  • Gründung einer speziellen polizeilichen Einheit sowie einer länderübergreifenden Schwerpunktstaatsanwaltschaft bezüglich Ladungsdiebstahl in Deutschland
  • Initiierung von länderübergreifenden Kooperationen zwischen Transportverbänden, Autohofbetreibern und der Polizei bei Kriminalitätsschwerpunkten
  • Erhöhte polizeiliche Präsenz im öffentlichen Verkehrsraum im Rahmen der staatlichen Daseinsfürsorge, beispielsweise durch regelmäßige Bestreifung auf BAB-Rastplätzen
  • Unterstützung der betroffenen Branchen bei Investitionsvorhaben hinsichtlich der Prävention von kriminellen Übergriffen in der Transportlogistik, beispielsweise durch Förderungen ähnlich dem De-minimis- Förderprogramms des BAG

Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Diebstahlprävention in Güterverkehr und Logistik:

  • ASW Bundesverband – Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft
  • Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft Norddeutschland (ASWNord)
  • BDSW Bundesverband der Sicherheitswirtschaft
  • BDGW Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste
  • Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL)
  • Bundesverband Paket und Expresslogistik
  • Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik (BWVL)
  • Deutscher Speditions- und Logistikverband (DSLV)
  • Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)
  • Transported Asset Protection Association (TAPA)
  • Verband Chemiehandel (VCH)
  • Verband der Chemischen Industrie (VCI)
  • Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV)
  • Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA)

Portraits

Datum

9. Februar 2018
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