Alles über Tag der Logistik
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Foto: Jan Bergrath

Hafenrundfahrt

Containerlogistik im Kölner Hafen

Logistik und schöner Wohnen im Hafen Köln.

Der wichtigste Grund für die nun fast 2.000 Jahre anhaltende wirtschaftliche Blüte von Köln war, und ist es zum großen Teil immer noch, die Lage am Rhein und die kontinuierliche Entwicklung der Häfen. Sie brachten der Stadt das Stapelrecht und die Mitgliedschaft in der Hanse, sie sind heute ein wichtiger Knotenpunkt der Logistik. Heute stehen die Häfen auch im Zeichen des Wandels – in Köln etwa der Wandel von der Logistik zum schöner Wohnen.

Der Logistikdienstleister Rheincargo betreibt sieben öffentliche Rheinhäfen in Köln, Düsseldorf und Neuss sowie die größte private deutsche Güterbahn. Jeweils 130 Gäste haben sich anlässlich des Tags der Logistik zu insgesamt zwei 90-minütigen Hafenrundfahrten von Rheincargo eingefunden. Die steht allerdings jeden Tag im Angebot, und so ist nicht ganz klar, ob die Passagiere wirklich an den Fragen der Logistik interessiert sind, oder nur rechtzeitig im Internet die kostenlose Einladung gebucht haben. Auf jeden Fall eine gute Entscheidung. Denn die rasante Entwicklung des Wirtschaftsstandorts lässt sich kaum besser erkennen als bei einer gemächlichen Flussfahrt.

Neben den Frachtschiffen tuckern Touristendampfer


Der Wandel ist augenfällig – nicht nur Frachtschiffe tuckern an der prächtigen Kulisse der Altstadt vorbei, sondern auch immer mehr Dampfer mit Touristen an Bord.
Der einstige römische Hafen liegt am Heumarkt im Zentrum unter Beton, der Rheinauhafen in der Südstadt, einst das Herz der Wirtschaft, hat sich nach seiner endgültigen Stilllegung im Jahr 2001 zum noblen Wohn- und Geschäftszentrum entwickelt. Dieselbe Umwandlung in schicke urbane Wohnquartiere ist nun für die beiden innerstädtischen rechtsrheinischen Häfen Deutz und Mühlheim ebenfalls beschlossen – sehr zum Verdruss der dort noch angesiedelten Unternehmen.


Und so führt die kurzweilige Tour schließlich in den Niehler Hafen im Norden Kölns, der nahtlos in das Gelände der Ford-Werke übergeht. Dort direkt gegenüber liegt der Chemiestandort Leverkusen. Bereits 1912 wurde der Beschluss zum Bau des Hafens gefasst, der Baubeginn wurde jedoch durch den Ausbruch des 1. Weltkrieges allerdings verhindert. Mit 472.700 Quadratmeter Wasserfläche, 837.300 Quadratmeter  Landfläche, vier Hafenbecken und zwölf eigenen Krananlagen ist Niehl heute der flächenmäßig größte Kölner Hafen mit insgesamt 2.214 abgefertigten Schiffen in 2015 und einer umgeschlagenen Tonnage von 4.312.371 Tonnen und jährlich etwa 500.000 Containern.

Auf der Rückfahrt dann der Wehrmutstropfen: Eigentlich macht es Sinn, die alten Häfen im Zentrum aufzugeben. In einem bereits in den 80er Jahren von der Stadt beschlossenen Konzept sollte dafür der rheinaufwärts gelegene Hafen in Godorf bei Wesseling, dem südlichen Chemiestandort Köln, zu einem weiteren Containerterminal ausgebaut werden.
„Damit hätte Köln mit dem Niehler Hafen im Norden, dem Kombiterminal Köln-Eifeltor im Westen und eben Godorf im Süden drei sehr leistungsstarke Umschlagzentren für intermodale Transporte“, sagt ein Unternehmenssprecher von Rheincargo. "Vor allem könnten dann jährlich rund 50.000 Lkw-Fahrten durch die Stadt entfallen." Die nutzen nämlich die Rheinuferstraße – die kürzeste Verbindung am Rhein nach Niehl.

Hafenerweiterung noch ungewiss


Ein breites Bündnis aus Wirtschaft und Gewerkschaften setzt sich seit langem für die Hafenerweiterung ein. Doch deren Zukunft ist ungewiss: Vorerst hat die neue schwarze-grüne Koalition im Rat der Stadt Köln das Genehmigungsverfahren gestoppt. Gleichzeitig wurde mitten in der Stadt für drei Monate versuchsweise eine zentrale Achse für den Autoverkehr gesperrt, um nahe der Uni eine neue "flippige Meile" für junge Leute zu schaffen. Schöner Wohnen scheint vorerst in Köln doch den höheren Stellenwert zu haben.

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Datum

3. Mai 2016
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