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Foto: Mathias Heerwagen

MAN-Werkstatt FHS-GmbH Zella Mehlis

Werkstattneubau ist für alles gerüstet

In Süd-Thüringen investierte die Fahrzeughandel- und Service GmbH 2,2 Millionen Euro in einen modernen Werkstattneubau. Wir haben uns den MAN-Servicebetrieb genauer angesehen.

Als Manfred Scharfenberger nach nur rund vier Monaten 26.000 Euro Heizkosten zahlen sollte, hatte er genug. Die alte Werkstatthalle auf dem Gelände eines ehemaligen VEB-Kraftverkehr war kaum gedämmt, es regnete herein und der Wind pfiff durch die Hallentore. Nachdem der Vermieter sich weigerte zu investieren, beschloss der Geschäftsführer der FHS GmbH in Zella-Mehlis: Jetzt bauen wir neu! Zehn Monate und 2,2 Millionen Euro später steht nun direkt an der Autobahn eine moderne MAN-Werkstatt. "Zella-Mehlis ist ein optimaler Standort hier in Süd-Thüringen, direkt an der A 71 und A 73, Anschlussstelle Suhl-Nord", sagt Manfred Scharfenberger.

Bei der Werkstattausrüstung hat sich der Chef Gedanken gemacht: Die LED-Lampen im gesamten Gebäude sind hell und sparsam zugleich, die Abgasabsaugung in der Halle ist im Boden verlegt, damit die gesamte Hallenbreite für die Kranbahn zur Verfügung steht. Da heutzutage jedes Ersatzteil über Nacht geliefert werden kann, fällt das Lager relativ klein aus. Klassische Verschleiß- und Wartungsteile sind dennoch auf Lager. Ein eigenes Abschleppfahrzeug lohnt sich nicht, ein Abschleppdienst ist aber ebenfalls in Zella-Mehlis ansässig. Gleiches gilt für den Reifenservice: ein großer Händler befindet sich in der Nähe.

Grube statt Hebeanlage

FHS setzt nicht auf Hebeanlagen, sondern auf extrabreite Gruben: mit 1,2 Meter Breite steht für die Mechaniker deutlich mehr Platz zur Verfügung. Cleveres Detail: die rollbaren Grubenheber werden bei Nichtgebrauch in kleinen Nischen geparkt, so bleibt der Grubengang immer frei. "Ursprünglich waren drei lange Gruben geplant, ich habe mich dann aber doch für eine kürzere Grube und zusätzlich eine Rahmenrichtanlage entschieden", sagt Manfred Scharfenberger. Eine gute Idee, denn nun gibt es in den drei FHS-Standorten praktisch kaum eine Dienstleistung, die nicht angeboten wird. So steht am rund 40 Kilometer entfernten Partnerstandort Sülzfeld eine 26 Meter lange beheizbare Lackierkabine zur Verfügung. 

Am dritten FHS-Standort Hildburghausen werden sogar Getriebe instand gesetzt. Zudem ist Hildburghausen die Anlaufstelle, wenn es um Aufbau und Instandsetzung von Entsorgungsfahrzeugen geht. "Das ist ein großer Markt und mittlerweile haben wir Fahrzeuge aus dem gesamten Bundesgebiet bei uns", berichtet Scharfenberger. Vor einiger Zeit wurden von FHS innerhalb eines Jahres 54 Entsorgungsfahrzeuge aufgebaut und ausgeliefert. Die Sparte läuft so gut, dass Scharfenberger im kommenden Jahr eine eigene neue Halle nur für Entsorgungsfahrzeuge baut. Die Geschäfte laufen, dennoch gibt es ein Problem: "Es ist unglaublich schwer, gut ausgebildete Fachkräfte zu finden", sagt Manfred Scharfenberger. 

Internationale Azubis

Daher hat er vor einiger Zeit zwei jungen Vietnamesen Ausbildungsplätze zum Kfz-Mechatroniker angeboten – mit Erfolg. "Die beiden sind sehr fleißig und auch die Kollegen verstehen sich super mit ihnen", berichtet der Chef. Mit der Sprache hapert es noch etwas, aber beide lernen schnell. Selbstverständlich werden die Azubis nach der Lehre übernommen. Das trägt zum positiven Betriebsklima bei, für das sicher auch die neue Werkstatt verantwortlich ist. "Die Mechaniker fühlen sich hier sehr wohl und sind natürlich auch stolz, in so einer modernen Werkstatt zu arbeiten", sagt Scharfenberger. Auch die Kunden seien begeistert und gäben ausschließlich positive Rückmeldung. Denn während manch andere alte Werkstatt schon seit Jahren keine Farbe mehr gesehen hat und nur noch vom guten Ruf der Vergangenheit lebt, biete man hier dem Kunden neben einem umfangreichen Service auch noch ein modernes Ambiente. 

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Datum

11. April 2016
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