Toter Winkel Plakat Zoom
Foto: GVN

Europäische Großstädte fordern sicherere Lkw

Gemeinsamer Brief an EU-Kommission

Insgesamt 18 Metropolen verlangen von der Brüsseler Behörde, bis Ende 2017 einen verpflichtenden Standard für eine verbesserte Direktsicht der Lkw-Fahrer vorzulegen. Die Kommission überarbeitet derzeit die Verordnung zur allgemeinen Fahrzeugsicherheit.

Europäische Großstädte, darunter Berlin, Brüssel, Kopenhagen, London, Paris und Wien haben die EU-Kommission aufgefordert, für sicherere Lkw zu sorgen. Heutige Lkw seien insbesondere wegen ihrer großen toten Winkel schlecht für den Stadtverkehr geeignet, und Unfälle endeten meist tödlich, heißt es in dem Schreiben. EU-Studien hätten aber gezeigt, dass durch vorausschauende Notbremsassistenten, intelligente Geschwindigkeitsanpassung und Standards für Direktsicht tausende Menschenleben zu überschaubaren Kosten gerettet werden könnten. Die Technik dafür stehe zur Verfügung und müsse künftig für Neufahrzeuge zur Standardausstattung gehören. Es gebe ein großes Potenzial für Verbesserungen, und bei Sicherheitsstandards habe die EU "sehr viel Macht".

Lokale Maßnahmen haben zu wenig Einfluss

Für den eigenen Fuhrpark schafften viele Kommunen bereits Fahrerzeuge mit niedriger Einstiegshöhe an, die eine sehr gute Direktsicht böten, erläuterten die Städte. Manche Kommunen verhängten zudem ein Fahrverbot für die gefährlichsten Lkw. Lokale Maßnahmen aber hätten wenig Einfluss auf das Marktangebot und den Preis sichererer Fahrzeuge, wird betont. Außerdem bestehe die Gefahr, dass es zu einem Wust an lokalen Regeln komme, an dem niemand ein Interesse haben könne. 
 
Alle Unterzeichner des Briefs engagieren sich dafür, dass ihre Bürger mehr laufen und Fahrrad fahren, betonen sie. Aber dafür müsse auch die Sicherheit im Straßenverkehr oberste Priorität genießen. "Wir verbessern Straßen, begrenzen die  Geschwindigkeit und investieren viel in Verkehrserziehung", schreiben die Autoren. "Unsere Anstrengungen können aber nicht erfolgreich sein, wenn nicht gleichzeitig auch die Sicherheit von Autos, Transportern und Lkw verbessert wird."

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Datum

8. Dezember 2017
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