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Foto: Michael Kern, Magna

Entwicklung bei Magna

Der leise Riese

Zuliefererindustrie: Einzigartig im Bündeln verschiedenster Kompetenzen, ist das Unternehmen Magna weltweit aktiv – und einer der größten Zulieferer des Globus.

Was haben das Frontend des neuen Mercedes Actros und der bei Paris-Dakar 1997 siegreiche Rallye-Lkw von Hino gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht viel. Auf den zweiten etwas, worauf man so schnell tatsächlich nicht kommen würde: Hinter beidem steckt zu einem guten Teil das Unternehmen Magna, das sich Entwicklungen aller Art verschrieben hat. Mal kann das Ziel – wie beim Unterkiefer des Actros – Leichtbau heißen. Mal eben auch maximale Dickfelligkeit – so geschehen beim Hino-Allradler für die härteste Rallye der Welt.

Weltweit stark vertreten

Beide Projekte stehen aber nur für einen klitzekleinen Teil des riesengroßen Portfolios an Dienstleistungen, aus dem Magna schöpfen kann. "Wir machen fast alles bis auf komplette Motoren" sagt Peter Seidl, Senior Vice President Sales and Marketing bei Magna Powertrain. Neue und Alte Welt repräsentiert das Unternehmen gleichermaßen, das insgesamt gut 133.000 Mitarbeiter beschäftigt, in 29 Ländern aktiv ist und einen Umsatz von knapp 37 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

Der Name Magna steht für die 1957 gegründete kanadische Muttergesellschaft mit Sitz im Großraum Ontario, die 1988 zum Beispiel auch die Tesma-Gruppe ins Leben gerufen hat. Hinter dem europäischen Strang stehen in Gestalt von Namen wie Austro-Daimler, Puch und Steyr mehr als 100 Jahre Nutzfahrzeugtradition der Alten Welt. Beides hat auf ­etwas verschlungenen Wegen zueinandergefunden: Als Steyr Stück für Stück das Handtuch warf und die Lkw-Sparte zum Beispiel schon 1990 auf MAN, die Busse im gleichen Jahre auf Volvo übergegangen waren, erwarb Magna am Ende die Mehrheit an der verbleibenden Steyr-Daimler-Puch AG im Jahr 1998. Und verschmolz das Unternehmen drei Jahre später mit der Magna Europa AG zu Magna Steyr. Daraus wiederum wurde 2002 die Magna Steyr Powertrain AG, die ihrerseits im Lauf der Jahre zusammen mit New Venture Gear (einer vormals 100-prozentigen Tochter von Daimler-Chrysler) und Tesma International im heutigen Unternehmen Magna Powertrain aufgegangen ist.

So kommt es nicht von ungefähr, dass einer der Kristallisationspunkte fürs Know-how des Unternehmens im österreichischen St. Valentin nahe der Stadt Steyr liegt: Wo das österreichische Fahrzeugwerk einst seine Schwerfahrzeuge erprobte, unterzieht heute Magna Powertrain seine Probanden allerhand Torturen: Sei’s draußen auf dem traditionsreichen Testgelände oder sei’s drinnen in den hochmodernen Hallen, deren ­nahezu lückenloses Technik-Arsenal das Herz eines jeden Ingenieurs höherschlagen lässt.

Man greift auf viele Möglichkeiten im Betrieb zurück

"Engineering Center Sankt Valentin" (ECS) heißt die Institution, deren Leistungsspektrum sich aber beileibe nicht nur auf Entwicklung und Erprobung beschränkt, sondern insgesamt ungeheuer breit gefächert ist. So sitzt dort zum Beispiel auch eine umfangreiche Produktion, die  Komponenten, Module und ganzen Systeme für eine Vielzahl an Sparten herstellt: Deren Palette reicht vom Nutzfahrzeug über Nischen-, Sport- und Spezialfahrzeuge bis hin zu landwirtschaftlichen Geräten und hört bei Baumaschinen und Schienenfahrzeugen noch lange nicht auf.

Auch um Marineanwendungen und motorisierte Freizeitfahrzeuge kümmert sich das Ressort. Typische Produkte der schwereren Art sind zum Beispiel auf Spezialfahrzeuge gemünzte Allradtechnik wie Hinterachsdifferenzial samt Verteilergetriebe oder Radnabengetriebe mitsamt Antriebswelle, jeweils für sieben Tonnen ausgelegt. Genauso baut Magna Powertrain in St. Valentin aber auch die spezielle ­Hinterachse für den VW Caddy 4motion, deren Entwicklung und Industrialisierung gerade mal binnen 15 Monaten erledigt war. Generell sind Triebstränge eine der zahllosen Spezialitäten des Unternehmens. Ob für Pkw, Nutzfahrzeug oder Offroader: Der Service von Magna umfasst alle Schritte von Konzeption und Vorentwicklung über Konstruktion, Simulation und Darstellung von Prototypen  bis hin zu Erprobung, Systemintegration, Homologation und nicht zuletzt eben die Überleitung des Opus in die Serienproduktion.

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23. September 2015
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