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Foto: Daimler Buses

Daimler verbaut LED

Effiziente Lichttechnik in Bussen

Zwar ist Daimler nicht der erste Bushersteller, der LED-Technik verbaut, aber er tut es sehr konsequent. Wir haben uns die effiziente Technik genauer angeschaut.

Rund vierzig Prozent aller Unfälle mit Personenschaden auf Autobahnen passieren in Deutschland laut statistischem Bundesamt in der Dunkelheit. Das gilt auch für jeden fünften Verkehrsunfall überhaupt. Das sind Zahlen, die das Thema "gute Sicht" in ein besonderes Spotlight stellen, zumal damit Leben gerettet werden können. Seit einigen Jahren sind LED für Heck-, Brems-, Tagfahr- und Innenleuchten nicht mehr wegzudenken, jetzt erobern sie auch Stück für Stück das Feld der Vollbeleuchtung von Fahrzeugen.

"LED-Lampen definieren zur Zeit den Stand der Technik in der Lichttechnik für Hauptscheinwerfer", sagt Peter Schumacher, Leiter Fahrwerke und Elektronik-Systeme bei Daimler Buses. "Für Setra und Mercedes sind beste Sicht und damit maximale Sicherheit bei Nacht deshalb eine selbstverständliche Verpflichtung."

Tageslichtnahe Helligkeit bedeutet Entlastung für die Augen

Trotz dieser Selbstverständlichkeit hat es bis zur vergangenen Busworld Kotrijk gedauert, bis das Lichtsystem in den Setra-Reisebussen und im Stadtbus Mercedes Citaro Einzug hielt. Grund für den partiellen Einsatz ist unter anderem die grundlegende Elektronikarchitektur über die noch nicht jede Baureihe des Hauses verfügt. Zudem lässt sich Daimler das Plus an Sicherheit mit 2.500 Euro gut bezahlen.

Dafür bekommt der Kunde nicht unbedingt einmal objektiv besseres Licht. So paradox das auch klingen mag: "Im direkten Vergleich zwischen Xenon- und LED-Lampen ist kaum ein Unterschied festzustellen," erklärt Schumacher. "Das betrifft Reichweite, Ausleuchtung und ebenfalls die Hell-Dunkel-Grenze." Beide modernen Systeme leuchten ungefähr 150 Meter weit, das herkömmliche Halogenlicht dagegen nur ganze 120 Meter. Zudem bietet dieses gerade unmittelbar vor dem Fahrzeug eine schon erschreckend fleckige Ausleuchtung, wie in unseren Tests immer wieder aufgefallen ist. Die Vorteile von LED-Lampen kommen trotzdem auf zwei Feldern voll zum Tragen. Da wäre zuerst die höhere Farbtemperatur – in der Einheit Kelvin (K) gemessen – die seit 1954 die thermodynamische Temperaturskala einteilt. 

Je höher der Wert ausfällt, desto näher liegt er am Tageslicht und umso ermüdungsfreier kann das Licht genutzt werden. Ein Effekt, den sich auch Apples iPhone mit "Night Shift" neuerdings in umgekehrter Absicht zu Nutze macht. Halogenlicht hat mit rund 3.200 K eine gelblich-warme Anmutung, Xenon mit 4.000 K wirkt neutral-weiß und LED mit 5.500 K kommen nahe ans Tageslicht heran. Untersuchungen zeigen, dass dies die Augen dann weitaus weniger anstrengt. Zusammen mit einer sehr weich verlaufenden Hell-Dunkel-Grenze entsteht so eine subjektiv empfundene, größere Reichweite des Lichtkegels.

Effizienz und Langlebigkeit stellen eine enorme Kostenersparnis dar

Der zweite wesentliche Vorteil der LEDs liegt in deren Effizienz und Langlebigkeit. Während Halogenlampen nur 400 bis 800 Stunden durchhalten, Xenon-Lichter schon 2.500 Stunden, so bringen es LED auf rund 20.000 Stunden fast ohne Leistungsabfall (Degradation) – mehr als die Fahrzeuglebensdauer. So wird der bis zu 19 Mal je Seite fällige Halogen-Lampenwechsel verhindert. Eine enorme Kostenersparnis!

Auch der Stromverbrauch der LED ist besonders niedrig. Sind es bei Halogen noch 70 Watt pro Scheinwerfer, so braucht Xenon 42 Watt, LED dagegen nur noch 20 Watt. Man kann also von einer Halbierung des Energiebedarfes für die Außenbeleuchtung sprechen. Das erkärt den Siegeszug der Technik: in einer Top-Class 500 werden innen und außen insgesamt rund 4.000 LEDs eingesetzt. Und jede Einzelne von ihnen lohnt sich.

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Dieser Artikel stammt aus Heft lastauto omnibus 05/2016.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.

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Datum

11. April 2016
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