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Bosch Connected World vernetzt Branche

DHL fordert CO2-freie Lkw und Flugzeuge

Bosch präsentiert auf dem IoT-Kongress Bosch Connected World „system!e“. Damit weiß das E-Fahrzeug, wo es aufladen kann.

Auf dem IoT-Kongress Bosch Connected World verfolgt der Stuttgarter Autozulieferer seine Idee der künftigen Mobilität voran:  "Vernetzung wird die Art, wie wir uns fortbewegen, grundlegend verändern und dabei helfen, die Verkehrsprobleme von heute zu lösen. Mit ihr wird unsere Vision einer emissionsfreien, stressfreien und unfallfreien Mobilität Realität", sagte Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Bosch-Geschäftsführung, anlässlich der IoT-Konferenz in Berlin vor mehr als 4.000 Teilnehmern.

Die dort vorgestellte Lösung "system!e" soll etwa Abhilfe beim Reichweitenproblem von E-Fahrzeugen schaffen. Dabei geht es um die Vernetzung des Elektroantriebs mit der Cloud. Dieses ermögliche etwa die "erweiterte Reichweitenprognose". Ein Algorithmus berücksichtigt dabei die Fahrzeugdaten wie den aktuellen Batterieladestand, Energieverbrauch für Heizung oder Klimaanlage sowie den Fahrstil des Fahrers. Hinzu kommen Informationen aus der Umgebung. Dazu zählen beispielsweise topografische Daten der vorausliegenden Strecke sowie die aktuelle Verkehrssituation. Auf Basis dieser Informationen berechnet der Service zuverlässig und genau die Reichweite. Geht es mit dem Elektroauto auf große Fahrt, wird die erweiterte Reichweitenprognose um den Lade-Assistenten ergänzt. Er kennt alle Ladestationen auf einer Fahrtstrecke und plant die erforderlichen Ladestopps vorausschauend. Selbst der Bezahlvorgang lasse sich komplett automatisiert abwickeln.

Daimler-Chef Zetsche: Revolution ist auf dem Weg

Aber auch sonst soll es mit der Vernetzung weiter vorangehen – und das nicht nur bei Bosch. Bei Daimler gibt es das Projekt CASE (Connected Autonomes Shared & Services Electric). "Wir brauchen starke Partner", sagte der Daimler-Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche. Das gelte ganz besonders beim autonomen Fahren – aber auch beim Elektrifizieren der Fahrzeuge. Und Bosch sei ein solcher starker Partner. Mit dem E-Fuso und dem 2019 kommenden E-Sprinter habe man bereits im Bereich der leichten Nutzfahrzeuge vorgelegt. Mit dem E-Actros, den Daimler am gleichen Tag vorgestellt hatte, geht’s nun auch in Richtung schwere Nutzfahrzeuge weiter. "Eine große Revolution ist auf ihrem Weg", erklärte Zetsche in Berlin.

DHL fordert CO2-freie Lkw und Flugzeuge emissionsfreie Logistik

Bisweilen braucht es aber wohl auch einen Fachfremden, um eine Revolution im Markt zu platzieren. "Wenn das ein OEM den Streetscooter herausgebracht hätte, wäre es von der Presse zerrissen worden: Er fährt gerade einmal 80 km/h schnell, es gibt ihn in nur in drei Farben und nicht einmal eine Klimaanlage ist an Bord." So umriss Dr. Frank Appel, Vorstandsvorsitzender Deutsche Post DHL, den Grund, warum diese Innovation von außerhalb der Automobilbranche kommen musste. Um das Konzernziel von null CO2-Emissionen bis 2050 zu erreichen, formulierte Appel im Rahmen der Bosch Connected World eine für die Hersteller weitreichende Ansage: "Wer den ersten CO2-freien Lkw auf den Markt bringt, der hat den Auftrag von Deutsche Post DHL." Gleiches gelte auch für denjenigen, der ein CO2-freies Flugzeug vorstellt. Auch das ist eine Vision für die Mobilität der Zukunft.

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Datum

22. Februar 2018
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