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Betonkrebs: Feind der Fahrbahn

Die A 9 zwischen Dessau und Bitterfeld ist ein gutes Beispiel: ...

Bauarbeiter sind am Werk, Beton wird aufgefräst und mit Bitumen wieder verschlossen. Die daraus resultierenden Baustellen sorgen immer wieder für Staus und angespannte Nerven bei den Verkehrsteilnehmern. Einer der Gründe für die Betonarbeiten ist der sogenannte Betonkrebs, wie die Deutsche Presseagentur (DPA) berichtet. Er lasse Betondecken reißen und zerbröseln. Für Asphaltdecken gilt laut DPA eine durchschnittliche Lebenserwartung von etwa zwölf Jahren. Dann müssten sie neu aufgelegt werden. Betondecken seien hingegen langlebiger und widerstandsfähiger. Das gilt jedoch nur dann, wenn die Betonmischung in Ordnung ist. Im Osten Deutschlands, wo viele Autobahnen nach dem Ende der DDR von Grund auf erneuert oder neu gebaut wurden, gibt es relativ viele Betonfahrbahnen und auch mehr Probleme mit Betonkrebs. Bundesweit sind nach DPA-Angaben rund 350 Autobahnkilometer davon betroffen. Unter Betonkrebs ist eine Alkali-Kieselsäure-Reaktion zu verstehen. Wenn sich bestimmte Kiessorten in feuchter Umgebung nicht mit dem Bindemittel Zement vertragen, kommt ein chemischer Prozess in Gang, der den Beton zersetzt. Erste Schäden werden laut Experten nach fünf bis zehn Jahren sichtbar. Bei der „Behandlung“ von Autobahnabschnitten mit Betonkrebs steht man momentan noch am Anfang. Wegweisende Erkenntnisse erhoffen sich Fachleute laut DPA von einem Modellversuch, der seit Sommer 2008 in Sachsen-Anhalt läuft. Hier seien zwischen Bernburg und Könnern zwölf Kilometer der A 14 in acht Abschnitte unterteilt, auf denen unterschiedliche Versiegelungen gegen Wasser und Tausalz ausprobiert werden. So sei ein Abschnitt der Betondecke etwa mit dem Leichtmetall Lithium getränkt, ein anderer mit Epoxidharz beschichtet, wieder ein anderer mit Leinölfirnis behandelt. Den Bund kostete die Aktion rund 108.000 Euro pro Kilometer. Die ersten Messergebnisse werden gerade ausgewertet. Text: Georg Weinand

Datum

24. August 2009
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