Truckshow Ciney Belgien Supertruck Showtruck 12 Bilder Zoom
Foto: Felix Jacoby

Beginn der Showtruck-Saison

Mehr als 5.000 Besucher bei Truckshow Ciney

Die Truckshow Ciney markiert den Beginn der Showtruck-Saison. Sie zieht inzwischen Supertrucks von besonderer Güte an. Hervor tun sich vor allem Fahrzeuge aus England, Frankreich und Benelux.

Nach einem langen Winter können viele Supertruck-Freunde den Beginn der neuen Festivalsaison kaum erwarten. Nur will kein Veranstalter ein Treffen riskieren, wenn das wankelmütige Wetter zu Jahresbeginn ihm noch einen Strich durch die Rechnung ziehen könnte. Einen glücklichen Kompromiss haben die Macher der Truckshow Ciney gefunden. Sie mieten für ihre Ausstellung extra eine Messehalle an. Was 2010 noch bescheiden begann, hat sich inzwischen zu einem beträchtlichen Erfolg entwickelt. Ciney liegt in den wallonischen Ardennen und außer dem Großviehmarkt am Freitag ist hier sonst meist wenig los. Da ist die Truckshow willkommen. Sie lockert den tristen Alltag auf. Obwohl Besucher der Veranstaltung acht Euro Eintritt bezahlen müssen, sind dieses Jahr mehr als fünftausend hierher gepilgert.

Belohnt wurden sie mit Supertrucks, die es in dieser Konzentration und Qualität selten zu bestaunen gibt. Aber vor allem bietet Ciney eine Gelegenheit, fein herausgeputzte Lastwagen aus England und Frankreich zu bestaunen. Beide Länder haben eine eigenständige Showtruck-Kultur.

Supermaschinen rangieren durch die Halle

Umso schöner, solche Lkw auf einem Treffen begutachten zu können. Die Briten beeindrucken zum einen mit wunderbar restaurierten Maschinen aus den glorreichen 70er- und 80er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Einige Fahrzeuge wirken fast perfekter, als sie es einmal im Neuzustand waren. Allerdings gewann den Pokal für den schönsten Oldie Patrick Kammermann aus der Schweiz mit seinem Ex-Husmann-Volvo F16. Fast schon Seriensieger bei den Showtrucks sind die Scanias von Coles. Unglaublich, mit welcher Liebe zum Detail die Engländer die Sattelschlepper vom Serienstandard entfernt haben. Ihr Hauber, dem Film "Convoy" gewidmet, wurde Gesamtsieger, ihr Frontlenker "Vendetta" war der Liebling der Preisrichter. Auf Platz drei der schönsten Supertrucks landete der verlängerte Riesenhauber der belgischen Familie Verbist.

Beeindruckend präsentierten sich auch die Supertrucks französischer Herkunft. Viele von ihnen pflegen einen klaren, nordischen Stil mit zweifarbigen Lackbildern. Ein Jahresauftakt ist Ciney auch für die Szene der Truckspotter – Menschen, die sich die Lkw-Fotografie zum Hobby gemacht haben. Da die Messehalle direkt an den Viehmarkt grenzt, haben sie dort viel Raum für schöne Motive. Der Samstagmorgen ist dafür am besten geeignet. Dann rangieren die Supermaschinen einer nach dem anderen in die Halle. Nicht alle Fahrzeuge passen hinein. Viele von ihnen werden außen aufgereiht. So auch der Lkw von Oliver Ostmann aus Fuldatal – diesmal, entgegen der vollmundigen Ankündigungen einiger deutscher Supertruck-Besitzer, der einzige Teilnehmer mit deutschem Kennzeichen. "Wir sind viel mit Agrarprodukten und Salzen im Kipperverkehr in Benelux unterwegs. Ein Freund hat mich vor sechs Jahren mit zur Truckshow Ciney genommen und seitdem komme ich regelmäßig hierher", erzählt der Fahrer. "Das ist schon eine Ansage, was für eine außerordentliche Qualität hier aufgeboten wird."

"Selbst schlechtes Wetter kann die Party hier nicht vermiesen"

Gäbe es ihn, den Preis für den jüngsten Teilnehmer, hätte wohl der 18-jährige Engländer Simon Holding gewonnen, der mit seinem Renault-T-Dreiachser sonst Baumaschinen auf Tiefladern zieht. Er sagt: "Es ist einzigartig familiär hier. Eine tolle Stimmung! Selbst schlechtes Wetter kann die Party hier nicht vermiesen." Ein netter Belgier ist der 25-jährige Pieter Roelants aus Lubbeek, der einen fein hergerichteten Kipperzug mit einer raffinierten Ausschubvorrichtung fährt: "Ciney steht für mich bei der Qualität der aufgebotenen Supertrucks ganz oben. Außerdem geht es hier sehr freundschaftlich zu. Es bedeutet mir viel, dabei zu sein." Organisator Jeannot Delfosse, im Hauptberuf selbst Chauffeur, hat mit seinem Kollegen Maverick Urbanski und einem guten Dutzend freiwilliger Helfer einmal mehr eine tolle Show organisiert. Viele neue Kollegen und Freunde haben sich getroffen und gefeiert. Eine schöne Abwechslung zu den einsamen Zeiten auf der Straße. Die meisten Teilnehmer wollen 2018 wiederkommen. Am 24. und 25. April beginnt der Saisonauftakt.

Dieser Artikel stammt aus Heft FERNFAHRER 06/2017.
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Datum

12. Mai 2017
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