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Foto: Matthias Rathmann

Aufliegerhersteller zurück in Ulm

Kässbohrer nimmt viertes Werk in Betrieb

Kässbohrer ist zurück: Der 1893 von Wagenmeister Karl Heinrich Kässbohrer in Ulm gegründete Fahrzeugbauer kehrt zu seinen Wurzeln zurück. In Achstetten (Landkreis Biberach), wenige Kilometer von Ulm entfernt, hat das Unternehmen ein neues Werk in Betrieb genommen.

Achstetten ist neben Goch in Nordrhein-Westfalen sowie Tula (Russland) und Adapazari (Türkei) die vierte Produktionsstätte in Europa. Insgesamt kann Kässbohrer damit nach eigenen Angaben 20.000 jährlich Fahrzeuge produzieren. Auf 100.000 Quadratmetern hat das zur Tirsan-Gruppe zählende Unternehmen in Achstetten Produktion, Vertrieb und Service angesiedelt. Von dort aus vertreibt Kässbohrer sein komplettes Portfolio. Es umfasst 18 Fahrzeuge, von der Plane zum Silo, vom Tiefkühler zum Tieflader.

Tirsan-Vizechef Alper Aydin: Kässbohrer mit breitester Produktpalette

"Wir sind das Unternehmen mit der breitesten Produktpalette", betonte Alper Aydin, stellvertretender Geschäftsführer von Tirsan, bei der Werkseröffnung vor mehr als 300 geladenen Gästen. Kässbohrer richtete die Feier gemeinsam mit dem Verband Spedition und Logistik Baden-Württemberg (VSL) aus, der ebenfalls etwas zu feiern hatte: das 70. Jahr seines Bestehens. Viele Verbandsmitglieder haben – wie Präsident Karlhubert Dischinger – noch eine persönliche Verbindung zur Marke Kässbohrer. "Das Unternehmen mit dem roten K war unser erster Lieferant", sagte Dischinger. Er verbinde Kässbohrer mit Innovationen und ermunterte die anwesenden Kässbohrer-Verantwortlichen dazu, mit weiteren Innovationen aufzuwarten.

Kässbohrer präsentiert zur Werkseröffnung vier Weltpremieren

Vier davon konnten die Gäste von Kässbohrer und VSL gleich in Augenschein nehmen: den Kipper K.SKS, den Planenauflieger für Papiertransporte K.SCP X, das Tankcontainer-Chassis K.SHF T und den Luftfracht-Sattelauflieger K.SCA. Tirsan-Vizechef Alper Aydin sprach von vier Weltpremieren. Der KTL-beschichtete Kipper sei vor drei Jahren in Russland an den Start gegangen und nun für den europäischen Markt weiterentwickelt worden. Der Papierrollen-Transporter sei ein Nischenfahrzeug mit integriertem Mehrpunkt-Ladungssicherungssystem K-Fix. Das Tankcontainerchassis zeichne sich durch sein geringes Eigengewicht von 3.000 Kilogramm aus. Und der Luftfracht-Auflieger wiederum sei noch mal 250 Kilogramm leichter als sein Vorgänger und um eine robustere, weil KTL-beschichtete Stirnwand reicher.

Kässbohrer-Vorstandsmitglied Iffet Türken spricht von hoher Nachfrage

Dass Kässbohrer sich auf die Suche nach einem weiteren Stützpunkt begeben habe, führte Vorstandsmitglied Iffet Türken auf die hohe Nachfrage zurück. "Wir waren in den letzten drei Jahren der schnellst wachsende Sattelaufliegerhersteller in Europa", sagte sie. Naben Goch habe es daher einen zweiten Stützpunkt in Deutschland gebraucht. Von Goch aus exportiert Kässbohrer nach eigenen Angaben in mehr als 20 Länder. Von Achstetten aus will Kässbohrer nun neben dem süddeutschen Raum verstärkt die südlichen Länder bedienen. Baden-Württemberg sei nicht nur eine Region mit hoher Innovations- und Wirtschaftskraft, sondern auch eine überaus wichtige Logistikregion.

In Ulm begann die Geschichte von Kässbohrer im Jahr 1893

Und – auch das nicht ganz unwichtig: Hier hatte 1893 die Kässbohrer-Geschichte begonnen. "Kässbohrer hat in Ulm Maßstäbe gesetzt", würdigte Martin Bendel, Erster Bürgermeister der Donau-Stadt. Daran erinnere in Ulm unter anderem das Kässbohrer-Haus und die Kässbohrer-Straße. Vor 23 Jahren hatte Kässbohrer dann seinen Betrieb in Baden-Württemberg eingestellt. 2002 schließlich sicherte sich Tirsan die Namensrechte und hauchte der Marke neues Leben ein. Wenig später übernahm Tirsan auch den holländischen Kofferfahrzeugbauer Talson und vor zehn Jahren schließlich den Tankfahrzeugfabrikanten Hendricks aus Goch.

Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

Datum

5. Juli 2017
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