Abenteuer Slowenien 11 Bilder Zoom
Foto: Felix Jacoby

Abenteuer Slowenien

Hervorragendes Straßennetz im Südosten Europas

Slowenien ist ein unscheinbares Land im Südosten Europas, das Fernfahrern faszinierende Ansichten und ein wahrlich hervorragendes Straßennetz zu bieten hat.

Die meisten Mitteleuropäer kennen Slowenien nur von der Durchfahrt in die kroatischen Urlaubsgebiete am Mittelmeer. Dabei ist das kleine, südlich von Österreich gelegene Land durchaus eine eigene Reise wert. Das zeigt sich schon etwa 60 Kilometer südlich von Graz, wo Maribor malerisch am Ufer des Flusses Drau liegt. Auch der Name der Umgebung passt zur ostösterreichischen Nachbarschaft, das hügelige Land nennt sich nämlich Untersteiermark. Die malerische Altstadt ist schön erhalten, und am Fuß der schmiedeeisernen Brücke liegt ein lebendiges Kneipenviertel. Als die Stadt noch zum Reich der Habsburger gehörte, nannte sie sich Marburg, erst im 19. Jahrhundert kam der neue Name mit dem gewachsenen Stolz auf die slowenische Identität auf.

Adolf Hitler versuchte das Land noch seinen Großmachtfantasien zu unterwerfen, doch nach Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wurden die noch nicht freiwillig geflohenen Deutschsprachigen aus dem Land vertrieben. Von hier ist es zur ungarischen Grenze in Richtung Osten nur noch rund 70 Kilometer weit, doch unsere Reise geht stattdessen in den Südwesten.

Mautstationen mit eigenen Bezahlspuren für Lkw

In Hoce gibt es einen sehr guten, gepflegten Autohof. Ein Stück weiter kommt die kleine Stadt Celje in Sicht. Heutzutage verfügt Slowenien über ein hervorragend ausgebautes Autobahnnetz, die meisten Strecken befinden sich in erstklassigem Zustand, was auch kein Wunder ist, da kaum eine Straße wirklich besonders alt ist. Allerdings werden für die Nutzung auch beträchtliche Mautgebühren fällig. Während dem Pkw-Verkehr eine pauschale Vignette genügt, die an die Windschutzscheibe geklebt wird, müssen alle schweren Fahrzeuge ab einem zulässigen Gesamtgewicht von über 3,5 Tonnen eine streckenbezogene Abgabe entrichten. Eigens dafür gibt es zahlreiche Mautstationen mit eigenen Bezahlspuren für Lastkraftwagen. Wer meint, diese Kosten durch die Nutzung der alten Landstraße zu sparen, ist schlecht beraten, denn diese ist mit wilden Steigungen und Gefällen gespickt. Außerdem gibt es eine weitere unangenehme Falle: Selbst die Kreisverkehre an den Anschlussstellen sind an das Mautsystem angeschlossen, und wenn man die beim Umfahren der kostenpflichtigen Autobahn mitbenutzt, kann schon das beträchtliche Strafen kosten.

Doch es gibt auch noch Strecken, wo es keine vierspurige Fahrbahn gibt und selbst der Schwerverkehr auf die schmalen Straßen ausweichen muss. So eine Straße alten Stils ist zum Beispiel die Verbindung von Celje südöstlich in Richtung Kroatien, die teilweise sogar über alte, einspurige Steinbrücken führt und so mit breiten Lkw tatsächlich eine Herausforderung darstellt. Heutzutage sind die Lastwagen in Slowenien bis auf wenige Ausnahmen nicht weniger modern als in Mitteleuropa. Doch eine kleine Umleitung führt uns zufällig zu einem Transporteur, der die Geschichte der Fernfahrerei in der sozialistischen Republik Jugoslawien am Leben hält. Benjamin Ocko aus Blanca hat einen alten TAM restauriert, einen Lastwagen, der während des Sozialismus in Maribor produziert wurde. Der 14-Tonner-Haubenwagen mit genau 170 PS war das stärkste Kaliber des landeseigenen Herstellers und wurde in Lizenz von Magirus Deutz gebaut, einschließlich der legendären Motoren mit Luftkühlung.

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Dieser Artikel stammt aus Heft FERNFAHRER 10/2017.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.

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Datum

19. September 2017
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Fred Dremel, Experte für Sozialvorschriften für das Fahrpersonal im Strassenverkehr, Arbeitszeitrecht , Kontrollgeräte Fred Dremel Sozialvorschriften
Von 1980 bis 2013 Betriebsprüfer Arbeitsschutz in Aachen auf dem Gebiet Sozialvorschriften für… Profil anzeigen Frage stellen
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Koordinator des CompetenceCenters Transport-Logistik und zuständig für die Entwicklung und Pflege… Profil anzeigen Frage stellen
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