Zukunftskongress Nutzfahrzeuge 2017

Zukunftskongress: Der erste Tag im Überblick

Foto: Stephan Klonk 70 Bilder

Interessante Vorträge, hochkarätige Referenten und kontrovers geführte Podiumsdiskussionen: Der ersten Tag des Zukunftskongress Nutzfahrzeuge toppte alle Erwartungen. Dazu die besten Bilder in der Galerie sowie eine Zusammenfassung von Jochen Seifert, Geschäftsführer des EDAG Kompetenzzentrums Nutzfahrzeuge. 

"Die Zukunft lässt sich am besten vorhersagen, indem man sie gestaltet“, unter diesem Motto informierten sich mehr als 350 Branchenexperten in Berlin über die drei Megatrends der Logistik- und Nutzfahrzeugbranche:
 

  • Automatisierung und Assistenzsysteme
  • Digitalisierung und Konnektivität
  • Elektrifizierung und CO2-Absenkung

 
Die Unternehmen stehen vor einer Transparenz-Revolution, getrieben durch die noch lange nicht absehbaren Möglichkeiten der Digitalisierung. Wertvolle Daten, die bereits heute nebenbei anfallen, verdampfen ungenutzt. Eine der grössten Baustellen der Branche, die Leer- und teilausgeladenen Fahrten könnten durch Processing und Prozesse überkommen werden. Und davon hat nicht nur der Kunde etwas, sondern auch die Umwelt. Stichwort CO2. Dabei transportiert das Datenflaggschiff Lastwagen künftig nicht nur Güter, sondern auch Bits und Bytes. Gleichzeitig nimmt der Lkw-Verkehr schneller zu, als der Aus- und Neubau von Verkehrswegen Schritt halten kann. So könnten diese Daten effizient helfen, den Verkehr zu verflüssigen. Auch dieser Effekt liefert einen wichtigen Baustein zur Emissionsverminderung. 

Investitionen in verlässliche Infrastruktur und Rechtssicherheit

Entsprechend würde die Politik gut daran tun, mehr in die sich abzeichnenden neuen Technologien zu investieren, zum Beispiel durch eine verlässliche 5G-Infrastruktur und Rechtssicherheit. Neue Verbote und Beschränkungen zeigen kaum Effekte. Im Bereich Automatisierung stellt der Gesetzgeber dazu die Weichen und stellt den Lkw-Fahrer unter bestimmten Voraussetzungen von der Haftung frei, sodass die Maschine die Verantwortung übernehmen kann. Die Automatisierung wird sich weltweit zuerst bei Platooning-Konzepten durchsetzen. Deutschland lebt vom Ausbau seiner Infrastruktur, die vor allem im Westen zu lange vernachlässigt wurde. Die gute Nachricht jedoch ist, 100 Prozent der Lkw-Maut und auch der künftigen Pkw-Maut werden dafür eingesetzt. Digitale Testfelder auf Autobahnen und in Städten erlauben die weitere Entwicklung dieser Systeme im Realbetrieb.
 
Ein sehr mächtiger Treiber der Digitalisierung sind die sich verändernden Konsumgewohnheiten der Kunden. Die Generation Y macht aktuell rund 20 Prozent der Erwerbstätigen aus. Und was die letzte Meile angeht, misst diese Konsumentengruppe nicht in Tagen, sondern die Zeit bis zur Anlieferung demnächst in Stunden. Deshalb gilt für die Branche: "Business as usual means no Business at all.” 

Dieselmotor wird weiterhin eine wichtige Rolle spielen

Im Fernverkehr wird der moderne Dieselmotor noch lange eine wichtige Rolle spielen, da sind sich die Experten einig. Erfreulich ist, dass wir mit dessen Einsatz im Lkw und Bus durch die proaktiven Euro-Normen zur Abgasreinigung heute nicht im Rampenlicht stehen. Es wird spannend, einen modernen Dieselmotor mit Recovery-Technik und Power-to-Liquid-Kraftstoff einem E-Antrieb gegenüber zu stellen. Sie liegen wahrscheinlich auf ähnlichem Emissions-Niveau.
 
Dagegen stellt sich die Situation im Verteilerverkehr völlig anders dar. Der E-Antrieb kann, gemeinsam mit der Datenwelt der Logistik 4.0, seine Vorteile ausspielen. E-Stadtbusse und Erdgasantriebe tragen bei optimierter Infrastruktur ebenfalls ihren Anteil bei. Das Motto heißt hier flexibel bleiben sowie den Gegenwind, sofern er bläst, auch auszuhalten. Themen mit Aufschrei-Potential waren auch die Fernbusse und der Lang-Lkw, beide tragen heute signifikant zur CO2-Absenkung bei. Aufgrund der äußerst vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten und Typenvarianz bei Nutzfahrzeugen ist das eine hoch komplexe Aufgabe. Das VECTO-Simulations-Tool geht dieser mit wissenschaftlicher Präzision nach, aber es muss im Hinblick auf eine gerechte Emissionsgesetzgebung bei Nutzfahrzeugen von allen Marktteilnehmern akzeptiert werden.

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