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System Alliance

Zukunftsreport birgt Chancen

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Manches beginnt eher klein – zum Beispiel auf einer Serviette. So geschehen beim rund 150 Seiten starken Zukunftsreport der Stückgutkooperation System Alliance. Geboren wurde die Idee dazu nämlich beim Frühstück. Mangels Büroausstattung fanden sich die ersten Ideen auf einer Servietten.

"Im operativen Geschäft ist es oft schwer, die Scheuklappen abzunehmen", sagt System Alliance-Geschäftsführer Georg Köhler der die besagte Serviette zweckentfremdet hatte. Zwölf Monate später – auf der Transport Logistic in München – stellte er gemeinsam den anderen Beteiligten die Studie vor.

Warum ein derartiger Zukunftsreport von einer Kooperation kommt, liegt für den System Alliance-Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Hellmann auf der Hand: "Wir sind ein Verbund von zehn Individualisten und gemeinsam stärker als ein Konzern. Als Mittelständler blicken wir zudem weiter in die Zukunft – nämlich immer mit Blick auf die kommende Generation."

Wobei die darin enthaltenen Herausforderungen für die Logistikbranche keinesfalls bis dahin auf die lange Bank gehören. Auch Dr. Heiko von der Gracht, Geschäftsführer des Center of Futures Studies der EBS Business School in Wiesbaden und einer der drei federführenden Wissenschaftler des Projekts, sieht Handlungsbedarf: "Es geht darum, die Logistik aktiv mit Blick auf die Zukunft zu gestalten." Wobei ihm der englische Begriff Futures, also Zukünfte, besser gefällt. Denn schließlich sei diese ständig in Bewegung, sodass es immer mehrere Optionen gibt.

Ein Trend lasse sich jedoch keinesfalls wegdiskutieren, nämlich die zunehmende Volatilität. Damit meinen die Forscher die zunehmenden wirtschaftlichen Schwankungen und das damit für die Unternehmen verbundene Planungsrisiko. Erst der neuerliche Ausbruch des isländischen Vulkans Grímsvötn und die Forderung von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) nach einheitlichen Richtlinien für den Flugverkehr zeigt, wie anfällig die Logistikketten sind. Verstärkt werden die Effekte noch aufgrund der erhöhten Komplexität der Wertschöpfungskette.

Nicht weniger bedrohlich ist der Trend, dass Fachkräfte in der Speditions- und Logistikbranche fehlen. "Kommende Generationen können sich den Arbeitgeber aussuchen. Da muss nicht nur das Gehalt sondern auch die Unternehmensphilosophie stimmen", sagt Dr. Thomas Krupp, Professor für Logistikmanagement an der Europäischen Fachhochschule in Brühl. Daher gelte es bereits heute, entsprechend aus- und weiterzubilden.

Darüber hinaus machte der Politikwissenschaftler und Zukunftsforscher Dr. Bernhard Albert klar, dass auch der Innovations- und Wettbewerbsdruck weiter zunimmt. Die immer schärferen Vorgaben der Politik in Sachen Nachhaltigkeit würden auch zukünftig zu neuen unternehmerischen Herausforderungen führen.

"Sie können sicher sein, dass die Studie nicht in der Schublade verschwindet", sagte Georg Köhler. Stattdessen gelte es, die gute Personalarbeit weiter zu verstärken. So finden die Aus- und Weiterbildung bei System Alliance betriebsübergreifend statt.

Auch an einer ganz anderen Front sieht sich die Kooperation gefragt. Die grüne Logistik ist auch für die Stückgutkooperation ein wichtiges Thema. Auch wenn bislang noch verbindliche Vorgaben fehlen. An der Stelle gilt, vielleicht mehr als an allen anderen, dass sich sie Zukunft ständig ändert. "Alles ist in Bewegung – und damit auch die Ziele", sagt Köhler. Gerade deshalb sei es sinnvoll gute Ideen innerhalb der Kooperation zu kanalisieren und gegebenenfalls zu übernehmen. Eine optimierte Zusammenarbeit im Netzwerk von System Alliance sieht der Geschäftsführer daher als Grundvoraussetzung. Und diese sei gegeben.

"In die Zukunft schaut man nur, wenn es in der Gegenwart bereits tragfähige Lösungen gibt", meint denn auch Klaus Hellmann. Dennoch sei es mit einem einfachen Blick nicht getan. Schon aufgrund der sich immer wieder ändernden Rahmenbedingungen werde das Wissenschaftsteam auch zukünftig für die Stückgutkooperation tätig sein. Vor dem was kommt, ist ihm aber nicht bange.

Die sogenannte Y-Generation oder schlicht junge Mitarbeiter binden sich heute nicht mehr so fest an ein Unternehmen. Die Bereitschaft, ja sogar der Wunsch nach einem Arbeitsplatzwechsel in ein paar Jahren ist allgegenwärtig. "Wenn uns das klar ist, müssen wir nur die entsprechenden Voraussetzungen schaffen, dass unsere Fachkräfte innerhalb der System Alliance bleiben", erklärt Hellmann. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Damit hat sich der Aufwand der Studie bereits gerechnet.

Die Studie

Ein Jahr lang durchforsteten die drei Wissenschafter Prof. Dr. Thomas Krupp, Dr. Bernhard Albert und Dr. Heiko von der Gracht 38 Trends sowie 22 bereits bestehende Studien. Darüber hinaus führten sie rund zwei Dutzend Interviews mit Inhabern, Geschäftsführern und Führungskräften der zehn Mitgliedsunternehmen von System Alliance. Außerdem organisierten die Forscher insgesamt zehn Workshops mit rund 90 Teilnehmern aus den 40 Regionalbetrieben der Kooperation. Des weiteren gab es eine Online-Umfrage, an der sich knapp 300 Mitarbeiter beteiligten.

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