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Zahlen für Import und Export liegen vor

Horror-Einbruch im Außenhandel

Foto: Matthias Rathmann

Die deutschen Exporte sind infolge der Corona-Krise im April um über 30 Prozent eingebrochen. Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) spricht von "Horrorzahlen".

Der Außenhandel insgesamt war stark rückläufig, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte. So lagen die Exporte im April mit einem Umfang von 75,7 Milliarden Euro um 31,1 Prozent unter dem Vorjahresmonat, die Importe gingen im gleichen Zeitraum um 21,6 Prozent zurück und erreichten noch 72,2 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vormonat März wurde jeweils ein Rückgang um 24 Prozent beziehungsweise um 16,5 Prozent vorläufig festgestellt.

Größter Rückgang seit 1950

„Exportseitig was dies der größte Rückgang eines Monats im Vergleich zum Vorjahresmonat seit Beginn der Außenhandelsstatistik im Jahr 1950“, schreibt Destatis. Auf Seiten der Importe seien die deutschen Einfuhren zuletzt in der Finanzkrise im Juli 2009 so stark zurückgegangen (-23,6%). Die Außenhandelsbilanz schloss im April mit einem Überschuss von 3,5 Milliarden Euro ab, dem niedrigsten Exportüberschuss Deutschlands seit Dezember 2000. Im April 2019 hatte der Saldo in der Außenhandelsbilanz noch 17,8 Milliarden Euro betragen.

Frankreich, Italien und die USA stark negativ

Drastisch gegenüber April 2019 sind die Exporte in die EU-Staaten um 34,8 Prozent gesunken, ebenso die Importe aus diesen Ländern um 30,1 Prozent. Insbesondere die Exporte in die von der Corona-Pandemie besonders betroffenen Staaten Frankreich (-48,3 %), Italien (-40,1 %) und Vereinigte Staaten (-35,8 %) nahmen gegenüber April 2019 stark ab.

Importe aus China gewachsen

Die Exporte in die Volksrepublik China gingen dagegen vergleichsweise moderat um 12,6 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro zurück. Mit China wurde zudem ein Plus von zehn Prozent bei den Importen im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnet. Von dort wurden Waren im Wert von 9,4 Milliarden Euro eingeführt, angestiegen sind im April 2020 auch die Importe aus den USA um 2,4 Prozent auf einen Wert von 5,9 Milliarden Euro.

Tiefe Spuren in den Lieferketten

„Erstmals sehen wir in vollem Ausmaß die verheerende Wirkung der Covid-19-Pandemie im Außenhandel“, sagte BGA-Vizepräsidentin Ines Kitzing. Grenzschließungen, Störungen in der Logistik und Unterbrechungen in den Lieferketten hätten tiefe Spuren hinterlassen. „Allein im Export fehlen uns 34 Milliarden Euro Umsatz in der Kasse, im Außenhandel insgesamt haben sich über 54 Milliarden Euro in Luft aufgelöst – und das nur alleine im April!“, betonte sie. Die Pandemie führe erneut vor Augen, dass es hierzulande nur gut gehe, wenn es auch den Partnern weltweit gut gehe.

EU muss geschlossen vorgehen

„Wir werden noch lange mit den Folgen des weltweiten Lockdowns zu kämpfen haben“, warnte Kitzing. Weder die Logistik noch die Lieferketten ließen sich von heute auf morgen wieder hochfahren. „Nur weil in Deutschland allmählich wieder eine gewisse Normalität zurückkehrt, heißt das noch lange nicht, dass unsere Kunden und Lieferanten weltweit dies auch schaffen“. Ein geschlossenes Vorgehen der EU sei dringend notwendig, um die Wirtschaft in ganz Europa wieder auf die Beine zu bringen.

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