Keyou-Chef Thomas Korn

Der H2-Motor wird unterschätzt

Keyou Prototyp 40-Tonner Foto: Keyou

Interview: Keyou-Chef Thomas Korn erklärt, warum ein Wasserstoffmotor besser ist als eine Brennstoffzelle, ab wann sich der Einsatz lohnt und wann die ersten Nutzfahrzeuge mit H2-Verbrenner auf der Straße sein werden.

Herr Korn, Sie haben bereits vor fast 20 Jahren bei BMW den Wasserstoffmotor maßgeblich mit­entwickelt. Warum gibt es bis heute keinen H2-Verbrenner in Serie?

Dafür gibt es mehrere Gründe. Damals war der gesellschaftliche Druck noch nicht so groß, und die Sorge über den Klimawandel war kaum präsent. Es gab keine CO2-Flottengrenzwerte und keine Strafzahlungen. Und natürlich war damals die Motorenentwicklung noch nicht so weit wie heute. Da wurden Technologien und Brennverfahren adaptiert, die eigentlich für Ottomotoren entwickelt worden sind. Das war nicht ideal, und dabei ist viel ­Potenzial verloren gegangen hinsichtlich des Wirkungsgrads und der Leistungsdichte. Außerdem gab es praktisch keine Infrastruktur; die Tankstellen konnte man weltweit fast an zwei Händen abzählen. Als dann 2007 die Finanzkrise ausbrach, wurden viele Projekte eingedampft und sind aus dem Fokus geraten.

Seitdem hat sich einiges geändert.

Keyou Wasserstoffmotor auf Prüfstand Foto: Keyou
Dr. Thomas Ebert (l.), Leiter der Motorenentwicklung bei Keyou, bereitet einen H2-Motor auf einen Prüfstandslauf vor.

Die Schadstoffemissionen sind nun überall stark reglementiert, auch die neue Gesetzgebung für Nutzfahrzeuge ist ein Gamechanger. Die Hersteller haben akuten Handlungsbedarf, um die CO2-Grenzwerte einhalten zu können. Der Wasserstoffmotor ist jetzt eine der drei von der EU-Kommission genannten Nullemissionstechniken, mit denen Hersteller Strafzahlungen vermeiden können. Dazu passt die deutsche und europäische Wasserstoffstrategie. Wir sind mit einigen Lkw-OEM in Kontakt und haben auch Kooperationen mit Herstellern. Es gibt kaum einen OEM, der nicht schon am Wasserstoffmotor arbeitet oder zumindest Projekte vorbereitet. Das steht bei vielen auf der Agenda.

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