Gerichtsurteile zu Abbiegeunfällen

Fotogrammetrie bringt Wahrheit ans Licht

Faktencheck FF 1/2021. Foto: Andreas Wendt 1 Bilder

Mithilfe der Fotogrammetrie überprüft der Berliner Unfallanalytiker Andreas Wendt Abbiegeunfälle von Lkw. Rund 60 Prozent solcher Unfälle könnten anders verlaufen sein, als die Gerichte urteilen.

Die Unfallforschung hat eine relativ neue Erkenntnis, wie sie in der Sendung 41 von FERNFAHRER LIVE bereits debattiert wurde. Auch Radfahrer haben einen Anhalteweg, er kann bis zu elf Meter betragen. Daher sagt auch der Berliner Unfallanalytiker Andreas Wendt, dass rund 60 Prozent aller Abbiegeunfälle mit Lkw einen anderen Verlauf genommen haben könnten, als es die von den Gerichten beauftragten Sachverständigen ermitteln.

Konkretes Beispiel ist ein tödlicher Unfall in Berlin im September 2018, bei dem der Fahrer eines Kippers beim Rechtsabbiegen einen Radfahrer zunächst übersehen, dann getroffen und überrollt haben soll. Im Oktober 2020 fiel das Urteil, bei dem Sachverständige den oft vermuteten Fall, dass der Lkw-Fahrer den Radfahrer im Spiegel hätte sehen müssen, zugrunde legten. Doch der Gutachter der Gegenseite, Peter Schmidt, hatte früh erkannt, dass bei einer behaupteten Anstoßstelle vorne rechts am Lkw kein Überrollen mit der Vorderachse stattgefunden haben konnte.

Gutachter lag falsch, Radfahrer fuhr in Lkw

Mit demselben Lkw und einem Kollegen des Fahrers, der auch als Zeuge ausgesagt hatte, stellte er den Unfall so lange nach, bis feststand, dass es nur eine Möglichkeit für den Unfall gab: Der Radfahrer war tatsächlich von der Seite gekommen und mittig in den Lkw gefahren, als dieser schon rechts abgebogen war. Jetzt auf den Radfahrer zu reagieren, war für den Lkw-Fahrer gar nicht mehr möglich.

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